Wird Gewerbegebiet zum Slum?

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Regen sich über die Dauer-Bushaltestelle mit schrottreifen Fahrzeugen im Gewerbegebiet auf: Die Gewerbetreibenden Wolfgang Hobmeier und Franz Weingartner (von links) fordern die Stadt auf, endlich etwas gegen die Verwahrlosung des Gewerbegebietes zu unternehmen.

Neumarkt-St. Veit - Dreck auf der Straße, nicht gepflegte Grünflächen und keine Beleuchtung. Das Gewerbegebiet an der Landshuter Straße ist kein schöner Ort. Jetzt regt sich Widerstand gegen diese Verhältnisse.

Lesen Sie hier den Bericht des Neumarkter Anzeigers vom Mittwoch:

Wird Gewerbegebiet zum Slum?

Die wachsende Verwahrlosung kritisieren Wolfgang Hobmeier und Franz Weingartner im Gewerbegebiet an der Landshuter Straße in Neumarkt-St. Veit. Schrottreife Autos, eine heruntergekommene Werbetafel, ungepflegte Grünstreifen: "Welcher Gewerbetreibende will sich in so einem Slum ansiedeln?", fragt Wolfgang Hobmeier.

Das Gewerbegebiet mache insgesamt einen verwahrlosten Eindruck, ärgert sich Hobmeier schon mehr als ein Jahr über die Zustände im Gewerbegebiet, dort, wo sich der Fliesenleger mit seinem Geschäft angesiedelt hat. Das Gewerbegebiet sei mittlerweile alles andere als repäsentativ, beklagt Hobmeier.

Seine Kritik richtet sich vor allen Dingen gegen die schrottreifen Fahrzeuge, die sich auf öffentlichen Straßen befänden und, so Hobmeier wörtlich, "vor sich hinverfaulen." Die Stadt habe, auch auf sein Drängen hin vor einem Jahr, nichts unternommen. Nicht nur, dass vor sich hinrostende Fahrzeuge eine Gefahr für die Umwelt darstellen würden, sie schädigten laut Hobmeier auch das Gesamtbild des Gewerbegebietes. Hobmeier verweist auch auf das stark herunter gekommene Schild an der Einfahrt zum Gewerbegebiet, mit dem die Stadt für den Kauf ihrer Gewerbegrundstücke wirbt.

Grünflächen der Stadt würden darüber hinaus im Gewerbegebiet nicht gepflegt, ferner fehle es an der Beleuchtung auf der Strecke zwischen dem Lidl-Markt und dem Gewerbegebiet entlang der Bundesstraße. Die Stromversorgung sei vorhanden, doch die Montage von Leuchten sei bislang ausgeblieben.

Auf eigene Kosten hätten einige Gewerbetreibende eine große Reklametafel aufgestellt, seitens der Stadt aber Rüffel erhalten, weil dies auf öffentlichem Grund geschehen sei. Hobmeiers Kritik: Wenn die Gewerbetreibenden schon auf eigene Kosten ihre Geschäfte bewerben, sollte sich die Stadt nicht dagegen stellen, sondern diese Eigeninitiative auch unterstützen.

Kritik bringt Hobmeier auch beim Fürstenweg an, einem öffentlichen Weg im Westen des Gewerbegebietes. "Doch auf Unterhaltsmaßnahmen hat die Stadt bislang verzichtet", nachdem schweres Gerät den Weg stark in Mitleidenschaft gezogen hätte. Auf Eigeninitiative hätten Hobmeier und Franz Weingartner den Weg hergerichtet und das Gras neben dem Weg gemäht. "Das ist eigentlich Aufgabe der Stadt", meint Hobmeier schulterzuckend.

Auch die Werbetafel der Stadt hat schon bessere Tage gesehen.

Der Kritik gibt auch die fehlende Entwässerung auf der Straße Nahrung. Wie Franz Weingartner berichtet, ist bei Starkregen mit Sturzbächen zu rechnen, die den Kies auf den Banketten regelrecht auswaschen. "Der Dreck liegt dann quer über die Fahrbahn verteilt", erzählt Weingartner.

Einen grundsätzlichen Vorwurf richtet Hobmeier an die Stadt, weil es seit Jahren keine neuen Ansiedelungen von Gewerbetreibenden an der Landshuter Straße gebe. Es schade den ortsansässigen Gewerbetreibenden, wenn weitere Betriebansiedelungen ausblieben und sie ihr Dasein in einem verwaisten und "zunehmend herunterkommenden Gebiet" fristen. "Hier sieht es aus wie in einem Slum. Das wird langsam geschäftsschädigend." (Stellungnahme der Stadt siehe Artikel unten).

je/Neumarkter Anzeiger

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