80 Fundstellen markiert

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Freilegung der Fundstücke: Derzeit werden die „Befunde“ wie der Archäologe offensichtliche Fundstellen nennt, gelb markiert. Nächste Woche beginnt die Vermessung und gegebenenfalls die Bergung. Doch allzu viel erhofft sich Dr. Arne Schmid- Hecklau nicht. 60 Prozent der Befunde seien Holzpfosten, darunter mischt sich Keramik.

Neumarkt-St. Veit – Befand sich dereinst eine steinzeitliche Siedlung auf der Anhöhe zwischen Teising und Neumarkt? Aufschluss darüber sollen nun Bodenuntersuchungen liefern. Der Archäologe Dr. Arne Schmid-Hecklau soll mit seinem Team in den nächsten beiden Wochen die Untersuchung anstellen.

Funde von Tonscherben und Verfärbungen des Bodens entlang der Trasse der B299 geben den Anlass dafür.Kleine gelbe Fähnchen markieren die Stellen, an denen der Archäologe Zeitzeugen aus der Zeit vor Christi Geburt in der Erde vermutet. Etwa 80 Befunde sind so auf der rund zwei Kilometer langen Strecke markiert worden, "zu 60 Prozent handelt es sich um Holzpfosten", sagt der Archäologe und belegt dies an der Verfärbung des Bodens, wo sich mitunter auch Kohle hervortut. Laut Archäologe deutliche Anzeichen für eine Siedlung, deren Alter sich nach den ersten beiden Tagen noch nicht definieren ließe. "Von 4000 vor Christus bis Christi Geburt", mutmaßt Dr. Schmid-Hecklau vorsichtig. Näheres könne man erst dann sagen, wenn weiteres Erdreich abgetragen ist oder die Holzrückstände einer Radio-Carbon-Untersuchung unterzogen worden sind. Über das Kohlenstoffatom könne man dann das Alter feststellen.

Tatsächlich ist am Boden deutlich zu erkennen, dass an einer Stelle eine Grube verfüllt worden ist. Mit Wasser besprühen die Mitarbeiter der Archbau Bayern, die unter der Leitung von Dr. Schmid-Hecklau die Untersuchungen im Auftrag des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege durchführt, solche markanten Stellen, um sie noch besser hervorzuheben. Mitunter sind Tonscherben zu erkennen, die wohl über Jahrtausende hinweg ihr Dasein unter der Humusdecke gefristet haben und nun durch die Abtragung der oberstes Erdschicht im Zuge des Straßenbaus ans Tageslicht gekommen sind.

Ergebnisse kann Dr. Schmid-Hecklau derzeit noch keine liefern. Zwei Wochen lang will er die Fundstelle, die nicht als Bodendenkmal dokumentiert war, genau unter die Lupe nehmen. Es gelte Fundstücke zu analysieren, um so Informationen über deren Herkunft zu erhalten und außerdem die Markierungen einzumessen.

Stefan Schmid vom Straßenbauamt in Landshut zerstreut Befürchtungen, dass es nun zu einem Baustopp kommen wird. Die Baumaßnahme liege exakt im Zeitplan, mit zeitlichen Verzögerungen dieser Art werde immer kalkuliert. "Für die Dauer der Untersuchung wird der Bau der Umgehungsstraße an anderer Stelle fortgeführt", sagt Leitner. je

Zurück zur Übersicht: Region Neumarkt-Sankt Veit

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser