Viel Wind um die Windkraft

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+

Neumarkt-St. Veit - Wie steht die Stadt Neumarkt-St. Veit zur Windenergie? Mit solch einer Frage musste sich jetzt der Bauausschuss auseinenadersetzen.

Weil die Stadt Neumarkt-St. Veit keine Erfahrung auf dem Gebiet der Windenergie hat, wollte der Bauausschuss auch kein Votum zur Anfrage von Reinhard Fuchs aus Frauenhaselbach abgeben. Er wollte mit seiner Anfrage ausloten, wie die grundsätzliche Stimmung im Stadtrat gegenüber dieser Form der Energiegewinnung ist.

Vor der Sitzung hatten sich die Mitglieder des Neumarkter Bauausschusses ein Bild vor Ort gemacht und waren nach Frauenhaselbach gefahren. Dort nämlich soll die Windkraftanlage auf Initiative von Stadtrat Reinhard Fuchs (CSU) entstehen.

Bürgermeister Erwin Baumgartner machte in der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses deutlich, dass es galt, vorab die Meinung des Rates einzuholen. Auf dessen Grundlage würde dann, das Wohlwollen des Rates vorausgesetzt, eine aufwändige Windmessung erfolgen. Deren Ergebnisse würden dann die Basis bilden, um eine Aussage zu treffen, wie eine effektiv arbeitende Windanlage aussehen könne.

"Ein schwieriges Thema", sagte Baumgartner dazu, "wenn wir uns äußern, legen wir uns fest, denn dann wir von unserer Seite das Erteilen des Einvernehmens erwartet".

Umso schwieriger gestalte sich die Meinungsbildung, da es laut Baumgartner im Landkreis Mühldorf bisher keine Erfahrung mit derartigen Windkraftanlagen gebe. Er befürchtete: "Wenn wir zunächst dieser Windmessung zustimmen, dann aber unser Einvernehmen nicht erteilen, wenn dann der Bauplan vorliegt, dann könnte uns der Investor belangen."

Über eine Bauvoranfrage mit Unterschrift der Nachbarn fiele die Entscheidung leichter, so Baumgartner. Doch darin liegt das Problem: Um die notwendigen Ausmaße des Windrades zu ermitteln, müsse erst eine Windmessung durchgeführt werden. Diese sei sehr teuer, weshalb der Investor nun auslotet, wie die Grundhaltung der Stadt aussieht. Ein Teufelskreis also.

Darauf wollte sich aber Baumgartner nicht einlassen. Er schlug stattdessen ein Gespräch zwischen Franz Fuchs und seinem Geschäftspartner sowie mit der Stadt und dem Landratsamt - Letzteres vor allem, um juristisch beraten zu werden - vor, "ohne dass wir uns in ein gefährliches Fahrwasser geraten".

Ferdinand Rothkopf (CSU) schlug vor, Behörden zu befragen, in deren Gemeindebereich bereits eine Windkraftanlage aufgestellt worden sei. Mit Angerbach existiere an der Landkreisgrenze bereits in unmittelbarer Nähe zum Ort von Fuchs' gewünschtem Standort eine Windanlage, sagte Rothkopf. Baumgartner blieb aber skeptisch: Andere Landkreise hätten auch andere Genehmigungsprozesse.

Manfred Eder (UWG) äußerte Bedenken: "Ich habe keine Fakten", weil die Grundlagen für eine Abstimmung fehlten, könne man auch keinen Beschluss fassen, so Eder.

Franz Fuchs (UWG) bewertete das Engagement grundsätzlich als positiv, doch sei eine Windkraftanlage mit hohen Kosten verbunden, "deshalb sollte man dem Projekt auch die nötige Zeit geben, damit die Kosten nicht auf die Stadt zurückfallen". Mit dem Hinweis, dass es Sinn mache, über den Dialog zum Ergebnis zu kommen, stellte der Ausschuss den Antrag zurück.

je/Neumarkter Anzeiger

Zurück zur Übersicht: Region Neumarkt-Sankt Veit

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser