Verärgerung über Schilder am Kreisverkehr

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Mit Markierungsstangen und Latten versuchten die Gemeinderäte, den zukünftigen Standort und die Größe des Vorwegweisers am Kreisverkehr aus Brodfurth kommend nachzuvollziehen.

Lohkirchen - Bürgermeister Konrad Sedlmeier ärgert sich über das Vorgehen des Landratsamtes, der Polizei und des Straßenbauamtes, da diese ihn nicht über das Bauvorhaben eines Schildes informierten.

Verärgert zeigte sich der Lohkirchener Bürgermeister Sedlmeier in der letzten Gemeinderatssitzung über die Tatsache, dass bei der Beschilderung des Kreisverkehrs in Brodfurth die Gemeinde Lohkirchen als Bauträger weder informiert noch in die Standortentscheidung eingebunden worden war.

Vertreter des Landratsamtes, der Polizei und des Straßenbauamtes Rosenheim hatten bei einem Ortstermin die Standorte für die zirka 3,40 Meter breiten und 2,70 Meter hohen überregionalen Vorwegweiser bestimmt und auch gleich die Fundamente einbetonieren lassen, ohne die Gemeinde davon in Kenntnis zu setzen.

Sedlmeier hatte von dem Ortstermin zur Besichtigung nichts gewusst und somit auch keine Möglichkeit gehabt, die Grundstücksanlieger zu benachrichtigen, was prompt zu Unstimmigkeiten zwischen den betroffenen Parteien geführt hatte.

Eine Anliegerin hatte sich schriftlich gegen die Aufstellung des Vorwegweisers an die Gemeinde gewandt, da er ihr Wohnhaus und die Sicht beim Ausfahren mit landwirtschaftlichen Maschinen beeinträchtige. Sie wäre sogar dazu bereit, die Hälfte der Versetzungskosten, die 500 bis 1000 Euro betragen würden, zu übernehmen, die sonst die Gemeinde zu bezahlen hätte.

Die Grundfeste für den Vorwegweiser selbst befinden sich auf dem Grundstück des Freistaates Bayern. Der Beschilderungsplan und die verkehrsrechtliche Anordnung nach den Richtlinien für wegweisende Beschilderung fordert einen Abstand von 100 Metern zum Kreisverkehr.

Dieser Abstand kann nur an der Rottbrücke eingehalten werden, nicht aber weiter nördlich zwischen Flutgraben und Rott, also etwas weiter entfernt von ihrem Anwesen, wie es sich die Antragstellerin wünscht.

Der Gemeinderat vertagte die Standortfrage für das fast neun Quadratmeter große Verkehrsschild mit der Begründung, dass sich das Gremium erst vor Ort ein Bild machen wolle.

Bei einer Ortsbesichtigung machten sich die Mitglieder des Gemeinderates ein Bild von den Gegebenheiten an der Grundstücksausfahrt. Mit Stangen von den Maßen des zukünftigen Straßenschildes und dem Traktor des Anliegers versuchten sie, die Sichtverhältnisse an der Ausfahrt nachzuvollziehen und kamen zu dem Ergebnis, dass der Vorwegweiser nur eine minimale Einschränkung der Sicht bedeute. Die Einsicht in die Straße könne aber dadurch verbessert werden, wenn das Schild einige Meter weiter direkt an die Rottbrücke gesetzt werde. Auch eine Erhöhung des Schildes um einen halben Meter könnte die Situation optimieren.

Allerdings verwies der Bürgermeister auf das Schreiben das Landratsamtes, wonach die Anordnung zum Aufstellen des Vorwegweisers durchzuführen sei, ansonsten könne auch keine Bauabnahme erfolgen. "Das erforderliche Sichtdreieck wird eingehalten, wir haben kaum eine Handhabe", sagte Sedlmeier.

Der Gemeinderat war sich einig, dass ein Versuch zur optimaleren Platzierung des Verkehrsschildes unternommen werden sollte, dieser möglicherweise aber wegen der bereits erfolgten Festsetzung des Standortes zum Scheitern verurteilt sein könnte.

edi/Mühldorfer Anzeiger

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