Tiefes Finanzloch durch Straßen

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Um die Zukunft der Schule macht sich Bürgermeister Artinger noch keine Sorgen. In den nächsten beiden Jahren würden jeweils 13 Schüler pro Jahrgang die ersten Klassen sicherstellen. Die Geburtenzahlen in Niederbergkirchen seien weiterhin stabil. Achtmal sei der Storch in diesem Jahr in der Gemeinde aufgestellt worden. Biedermann: "Ich hab nichts dagegen, wenn in Niederbergkirchen noch öfter Transparente aufgestellt würden." (siehe Foto).

Niederbergkirchen (na) - Der Straßenbau wird im nächsten Jahr die Gemeinde Niederbergkirchen wieder in ein tiefes Finanzloch stürzen. Dafür stimmen die Geburtenzahlen zuversichtlich für die Zukunft.

Zwiespaltige Gefühle hatte Niederbergkirchens Bürgermeister Werner Biedermann bei der Bürgerversammlung im Schützenwirt.

Die Gemeinde müsse jetzt reagieren, "sonst wird der Unterbau der Straßen so schlecht, dass die Sanierungsmaßnahmen noch teurer werden", erklärte Bürgermeister Werner Biedermann zu den Maßnahmen, die in den nächsten Jahren viel Geld verschlingen werden. Insgesamt acht Straßen zählte er auf, "zum Teil in einem äußerst schlechten und sehr stark unterhaltungswürdigen Zustand".

Die einzige Wortmeldung hatte Zweiter Bürgermeister Franz Artinger: "Was wird aus unserer Schule, wenn es keinen neuen Rektor gibt?" Biedermann erklärte, dass sich die derzeitige kommissarische Leiterin Karin Winterstetter zum neuen Schuljahr im nächsten Jahr wohl auch für das freie Rektorenamt bewerben werde.

Der Gemeinderat habe sich für die Sanierung zweier Straßen ausgesprochen und so wird im Rahmen der zweiten Ausbaustufe im nächsten Jahr die Gemeindeverbindungsstraße von Bach bis zum Ortseingang von Niederbergkirchen ausgebaut. 60 Prozent an Zuschüssen seien von der Regierung zu erwarten. Das Teilstück vom Ortseingang bis zur Kreisstraße Mü7 will die Gemeinde lediglich sanieren. "Nur noch Brösel", so beschrieb Biedermann den Zustand der Gemeindeverbindungsstraße von der Kreisstraße Mü7 in Niederbergkirchen über Sarling bis zur Gemeindegrenze Neumarkt. Voraussichtlich 2011 oder 2012, je nach Finanzierungssituation, soll deren Ausbau erfolgen, auch hier könne die Gemeinde mit einer 60-prozentigen Förderung rechnen.

Teuer zu stehen kam der Gemeinde der Ausbau einiger Bahnübergänge. Aufgrund gesetzlicher Verpflichtung müsse sich die Gemeinde mit rund 130.000 Euro an diesen Sicherungsmaßnahmen beteiligen.

Begonnen hat die Gemeinde im vergangenen Jahr mit einer Teilsanierung des Niederbergkirchener Feuerwehrgerätehauses und des Bauhofes. Sowohl die Süd- als auch die Nordseite hätten durch den Bauhof einen kompletten Neuanstrich erhalten. Weitere Sanierungsmaßnahmen an Schule und Kindergarten würden in den nächsten Jahren folgen. "Nur so können wir das gemeindliche Grundvermögen in einem guten Zustand halten", erläuterte Biedermann.

Eine Patentlösung für eine schnelle Breitbandversorgung hatte der Bürgermeister nicht. Die Gemeinde stehe in engem Kontakt mit dem Landratsamt, das eine Breitbandinitiative gegründet hatte. Doch das Ziel einer flächendeckenden Breitbandversorgung sei noch nicht in Sichtweite. Eine Glasfaserleitung nach Niederbergkirchen bestünde zwar bereits. Die Gemeinde stehe auch in engem Kontakt zu Neumarkt-St. Veit, die eine Versorgung ihres Außenbereiches mit DSL über Funk in Betracht gezogen habe. Biedermann wies jedoch darauf hin, dass der Anbieter dafür, die Firma Mvox, hohe Gebühren habe. Die Alternative, sprich die Versorgung über Glasfaser durch die Telekom, scheint ebenfalls teuer. Pro Vorwahlbereich seien 50.000 Euro für den Anschluss zu zahlen, "bei einer Gemeinde mit vier Vorwahlen ein teures Unterfangen", machte Biedermann deutlich.

Komplett ausgebucht sei derzeit der gemeindliche Kindergarten, der eine hohe finanzielle Belastung für die Gemeinde bedeute. Jährlich müsse die Gemeinde ein Defizit von 60.000 Euro tragen. "Eine Investition in die Zukunft", verdeutlichte Biedermann. Drei Klassen würden derzeit an der Grundschule in Niederbergkirchen unterrichtet.

Rund 50.000 Euro schulde die Gemeinde noch dem Förderverein für den Schulhausumbau. Voraussichtlich 2014 sollen diese Schulden getilgt sein, rechnete Biedermann vor. Eine professionelle Reinigung versprach der Bürgermeister für das Wasserleitungsnetz, nachdem es aufgrund von Mehrentnahmen, bedingt durch Übungen der Feuerwehr sowie aufgrund von Spülungen der Leitungen zwischenzeitlich rötliches Wasser aus den Hähnen geflossen sei.

Schließlich wies der Bürgermeister darauf hin, dass im Februar nächsten Jahres wieder Teile des Außenbereichs an den öffentlichen Kanal angeschlossen würden. Zuschüsse in Höhe von 370.000 Euro werden in Aussicht gestellt für die 16 Haushalte, insgesamt kosten die Anschluss laut Biedermann 457.000 Euro.

Zum Schluss merkte Biedermann an, dass der finanzielle Handlungsspielraum sehr eng sei. "Unsere Gemeinde wird jedoch auch in Zukunft ihre Entscheidungen so treffen, dass die Finanzierung der in Angriff genommenen Projekte gesichert ist und die Zahlungsfähigkeit erhalten bleibt." (Finanzbericht von Walter Gruber siehe Artikel rechts).

je/Neumarkter Anzeiger

Zurück zur Übersicht: Region Neumarkt-Sankt Veit

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser