Tiefer Griff in die Rücklagen

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Niedertaufkirchen - 2,88 Millionen Euro umfasst der Haushaltsplan der Gemeinde Niedertaufkirchen für das Jahr 2010. Die Pro-Kopf-Verschuldung wird sich erheblich erhöhen.

Wegen einer Zwischenfinanzierung für die derzeit erfolgende Abwasserbaumaßnahme wird sich die Pro-Kopf-Verschuldung Ende des Jahres erheblich von 140 Euro auf rund 370 Euro erhöhen.

Ein Anstieg der Verschuldung von 180.500 Euro auf 488.200 Euro - mehr als das doppelte also, obwohl die Gemeinde heuer planmäßig 42300 Euro tilgen will. Was sich jedoch nach hohen Schulden anhört, lässt sich plausibel erklären und liefert keinen Grund zur Besorgnis: Die Gemeinde Niedertaufkirchen muss die restlichen Arbeiten zur Abwasserbeseitigung zwischenfinanzieren. Dafür ist eine Darlehensaufnahme von maximal 350.000 Euro eingeplant, "da entsprechende Zuschussmittel voraussichtlich erst im kommenden Jahr bei der Gemeinde eingehen werden beziehungsweise nach Erstellung des Verwendungsnachweises", erklärt Walter Gruber, Geschäftsstellenleiter der Verwaltungsgemeinschaft Rohrbach bei der Gemeinderatssitzung in seinem Vorbericht zum Haushaltsplan des Jahres 2010. Ziel ist es, das Darlehen schnellstmöglich zurückzuzahlen, heißt es in Grubers Vorbericht weiter, spätestens nach Eingang der Zuschüsse oder durch den Verkauf von Baugrundstücken.

93.000 Euro, so Gruber weiter, habe die Gemeinde im Haushalt angesetzt für die Anbringung einer Fotovoltaikanlage auf dem Dach des Mehrzweckgebäudes. An Einnahmen durch den Verkauf von Solarstrom erwarte man sich pro Jahr rund 10.000 bis 12.000 Euro.

An Straßenbaumaßnahmen schlagen Maßnahmen in Unterscherm und in Roßbach sowie Haunertsholzen zu Buche, der Gemeindeanteil beträgt jeweils 80.000 Euro. Rund 1,13 Millionen Euro wird die Gemeinde ausgegeben haben, wenn die Entwässerungseinrichtung fertiggestellt ist.

Einen tiefen Griff in die Rücklagen hat der Haushaltsplan von 2010 vorgesehen. 330.000 Euro beträgt die geplante Entnahme, so dass sich der Rücklagenstand von 341.457 Euro (Stand Jahresanfang) auf rund 11.500 Euro reduzieren wird. Zum Vergleich: Der Mindestbetrag der allgemeinen Rücklage beträgt 12.950 Euro. Gruber versprach: "Ab 2011 wird es wieder eine Zuführung geben."

Der Verwaltungshaushalt schließt laut Plan mit 1,325 Millionen Euro, was gegenüber dem Vorjahr eine Minderung in Höhe von 10.000 Euro bedeutet. Der Vermögenshaushalt weist mit 1,555 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr eine gravierende Minderung in Höhe von 210.000 Euro auf. Dem Haushaltsplan und der Satzung sowie dem Finanzplan der Jahre von 2011 bis 2013 stimmte der Gemeinderat schließlich zu.

vg/je/Neumarkter Anzeiger

Rubriklistenbild: © pa

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