Ein schöner Ort für den schönsten Tag

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
islang war es in Töging nur möglich, auf dem Standesamt zu heiraten. Der Stadtrat hat sich nun aber dafür ausgesprochen, das Sommer- und Herrenhaus in Engfurt als weiteres Trauungszimmer zu widmen. Besitzerin Mariele Vogl-Reichenspurner freut sich, dass wieder mehr Leben in das alte Haus einkehrt.

Töging - Heiraten außerhalb des Standesamtes, womöglich noch unter freiem Himmel – für viele Paare ist dies ein Wunsch.

Seit einer entsprechenden Änderung des Innenministeriums vorigen Jahres ist es für Kommunen einfacher geworden, weitere Trauungszimmer zu widmen. Für Töging gibt es seit kurzem ein weiteres – das Sommer- und Herrenhaus in Engfurt.

Kirchliche Hochzeiten im familiären Rahmen gibt es in Engfurt immer wieder. Doch der Gang zum Standesamt war unvermeidbar. In Zukunft ist dies anders: Der Standesbeamte kommt nach Engfurt und traut hier die Paare - entweder im Sommerhäuschen oder in einer Stube im Herrenhaus. Das können sich die Heiratswilligen aussuchen.

"Mich haben schon öfter Paare angesprochen, dass es schön wäre, auch standesamtlich hier zu heiraten. Aus einer Laune heraus habe ich schließlich bei der Stadt Töging angefragt", erzählt Mariele Vogl-Reichenspurner. Ihre Familie hat das Anwesen samt Mühle und Klause Anfang des 20. Jahrhunderts gekauft, seitdem ist es in Familienbesitz. Seit 1979 hat Mariele Vogl-Reichenspurner die Gebäude übernommen und kümmert sich um alles: Taufen, Hochzeiten, Familien- und Betriebsfeiern finden hier statt, im Frühjahr organisiert sie das Apfelblütenfest oder an Weihnachten eine Mitternachtsmette.

Mit ihrem Anliegen und dem vieler Brautpaare stößt sie bei der Stadt auf offene Ohren. "Bürgermeister Horst Krebes war begeistert von der Idee und kam mit der Standesbeamtin vorbei, um sich das Anwesen anzuschauen", sagt Mariele Vogl-Reichenspurner. Um auch den Stadtrat von dieser Idee zu überzeugen, hat sie mit Bekannten und Mitgliedern der Theatergruppe kurzerhand eine Hochzeit im Sommerhäuschen nachgestellt und fotografiert. Die Braut bekam einen Blumenkranz ins Haar, das Häuschen war festlich dekoriert.

Die Bilder haben überzeugt: Einstimmig entschied sich der Stadtrat vergangene Woche dafür, ein Engfurt in weiteres Trauungszimmer zu widmen. Nach Meinung von Bürgermeister Horst Krebes bietet Engfurt einen entsprechend würdevollen Rahmen für eine Hochzeit: "Das Herrenhaus hat ein schönes Ambiente und ist das Richtige für einen besonderen Anlass." Und dies entspricht auch dem Zeitgeist: Denn immer mehr Paare heiraten nur noch standesamtlich und wollen einen festlichen Rahmen, keine Amtsstube.

Dass sie mit ihrer Idee einen solchen Zuspruch bekommt, hätte Mariele Vogl-Reichenspurner nicht gedacht: "Ich wusste zwar, dass ich Fürsprecher hatte. Aber man kann nie wissen, wie die Stadträte in der Sitzung argumentieren." Und auch die Paare stehen hinter Engfurt: Schon am nächsten Tag nach Bekanntgabe, dass hier geheiratet werden darf, kam die erste Anfrage. Ende August wird sich im Herrenhaus das erste Braupaar das Ja-Wort geben.

Mariele Vogl-Reichenspurner steckt voller Ideen. So will sie zum Beispiel für das Sommerhäuschen einen Holzboden anschaffen, damit die Hochzeitsgäste im Gras stehen. Auch für die Dekoration macht sie sich Gedanken, orientiert sich dabei aber an den Wünschen des Brautpaares. "Mir macht es Spaß, dass in das alte Haus mehr Leben einkehrt."

Die bevorstehende Hochzeit einer Freundin der Tochter war Ausschlag dafür, dass Mariele Vogl-Reichenspurner bei der Stadt überhaupt angefragt hat. Für sie geht mit der standesamtlichen Hochzeit in Engfurt nun ein Traum in Erfüllung. Und auch die Tochter von Mariele Vogl-Reichenspurner wird nächstes Jahr heiraten - natürlich in Engfurt.

re/Mühldorfer Anzeiger

Zurück zur Übersicht: Region Neumarkt-Sankt Veit

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser