Formel-1-Feeling in der Rottstadt

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Rad an Rad mit einem ehemaligen Formel-1-Piloten. Wer kann das schon von sich sagen? Der 17-jährige Bernhard Fichtner (vorne) fuhr im direkten Vergleich mit Markus Winkelhock einige Runden und machte dabei eine glänzende Figur.

Neumarkt-St. Veit - Der Name Winkelhock ist allen Motorsportfreunden ein Begriff. Am Freitag war der jüngste Spross der erfolgreichen Familie zu Gast in Neumarkt-St.Veit.

Markus Winkelhock drehte mit dem Kart-Nachwuchs des Neumarkter Automobilclubs (NAC) einige Runden auf dem neuen Testgelände.

Markus Winkelhock ist Sohn des 1985 tödlich verunglückten Manfred Winkelhock, der in den frühen 1980er-Jahren rund 50-mal in der Königsklasse des Motorsports an den Start ging, unter anderem für das traditionsreiche Brabham-Team. Doch Markus Winkelhock ist längst ist aus dem Schatten seines Vaters herausgetreten, geht seinen eigenen Weg in der Motorsport-Szene. Und das mit Erfolg. Mit seinen 32 Jahren gehört er einer jungen Rennfahrergeneration an, die vor allem in Touren- und Sportwagenserien immer wieder von sich Reden macht. Aktuell fährt er in der FIA-GT1-Weltmeisterschaft, einer Sportwagenserie.

Automobil-Experten unter sich: Wolfgang Unterhuber (Mitte) stellte das Gelände der Fahrschule Wöss zur Verfügung. Nur selten hat der Kart-Nachwuchs die Chance mit Motorsport-Größen wie Markus Winkelhock (links) zu fahren. NAC-Vorstand Richard Baumann freute sich über diese einmalige Gelegenheit.

Damit tritt er in die Fußstapfen seines Vaters und seiner beiden Onkeln Joachim und Thomas Winkelhock. Sein Weg führte zielstrebig über die Nachwuchsserien Formel König, Formel Renault und die Formel 3 hinauf Richtung Deutsche Tourenwagen Masters (DTM) und schließlich auch in die Formel 1. Damals unterschrieb Winkelhock zuerst einen Vertrag als Testfahrer beim Außenseiter-Team Midland. In vier freien Trainings am Freitag hinterließ Winkelhock während der Rennsaison 2006 einen derart achtbaren Eindruck, dass er vom Midland-Nachfolger als Testfahrer für 2007 übernommen wurde. Bei Spyker bekam er dann seine große Chance: Was viele Formel-1-Kenner noch heute, fünf Jahre später mit Markus Winkelhock verbinden, das ist der Große Preis von Europa. Auf dem legendären Nürburgring stieg Winkelhock für den kurzfristig entlassenen Christijan Albers ins Cockpit. In den folgenden Jahren belegte er in der DTM beachtliche Ränge im Gesamtklassement und konnte unter anderem einen Ralf Schumacher auf die Plätze verweisen.

Am Freitag war Winkelhock mit deutlich weniger PS unterwegs. Als Stargast war er zur Einweihung der fertiggestellten Ausstellungshalle von Wolfgang Hobmeier gekommen. Hobmeiers Idee, den NAC einzuladen und den Kindern eine Freude zu bescheren, traf genau ins Schwarze. Eigentlich ist das Trainingsgelände der Fahrschule Wöss für Fahrsicherheitstrainings gedacht, nun wurde es kurzerhand zur Rennstrecke umfunktioniert.

Die Mitglieder des NAC bauten einen beim Kartslalom üblichen Pylonen-Parcours auf. Bevor die ersten ihre Helme aufsetzten und losbrausten, gab es noch eine kleine Streckenbesichtigung. Vor dem ehemaligen Formel-1-Piloten wollte jeder eine gute Figur machen.

Dann war Markus Winkelhock an der Reihe: lässig in Jeans und T-Shirt stieg er ins Kart. Winkelhock ist nie Kartslalom gefahren, gab sich zurückhaltend: "Mal schauen, wie viel mir die Jungs abnehmen", sagte er und stieg aufs Gaspedal. Eine erste zurückhaltende Runde, um den Kurs kennenzulernen, dann schon etwas forscher und schließlich so, als hätte er nie etwas anderes gemacht: mit der Routine eines langjährigen Rennfahrers und der Gelassenheit eines Profis zog Winkelhock seine Runden. Aber, Erfahrung schützt vor Fehlern nicht: zur Freude des Kart-Nachwuchses wackelte auch bei Winkelhock die ein oder andere Pylone, eine fiel sogar ganz um.

Zu einem besonderen Erlebnis wurde dieser Tag schließlich für Bernhard Fichtner. Der 17-Jährige ging gemeinsam mit Markus Winkelhock in den Parcours. Rad an Rad, so dicht beieinander, dass kaum mehr ein Blatt Papier zwischen die beiden Karts passte, flogen die beiden durch den Pylonen-Wald.

Nicht nur dem Nachwuchs, auch Markus Winkelhock hat die Aktion sichtlich Spaß gemacht: "Eine wirklich coole Sache", sagte er. Winkelhock scherzte und lachte mit den Mitgliedern und stand den Kindern Rede und Antwort. Er zeigte Interesse an der Nachwuchsarbeit des NAC und erkundigte sich nach den Möglichkeiten hier in der Region die Leidenschaft Rennsport auszuüben.

alx/Neumarkter Anzeiger

Zurück zur Übersicht: Region Neumarkt-Sankt Veit

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser