Bauausschuss für Hallensanierung

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Neumarkt-St. Veit - In einer Marathonsitzung hat sich der Neumarkt-St. Veiter Bau- und Umweltausschuss vor allem mit der Festlegung des weiteren Vorgehens bei der alten Turnhalle beschäftigt.

In einer Marathonsitzung hatte sich der Neumarkt-St. Veiter Bau- und Umweltausschuss am Mittwoch mit Bauanfragen, Bauanträgen, Bebauungsplanänderungen und Brückenneubau zu befassen. Der längste Tagesordnungspunkt im öffentlichen Teil war aber eindeutig die Festlegung des weiteren Vorgehens bei der alten Turnhalle.

Aus Buchbach waren die Architekten Erich und Tochter Sonja Thalmeier geladen, die zu Beginn ein Sanierungskonzept vorstellten. Da sie in Buchbach ein Vergleichbares Bauwerk schon einmal in ein Kulturhaus umsaniert hatten, konnten beide mit viel Wissen ihren Sanierungsvorschlag untermauern.

Damit die Maßnahme mindestens die nächsten 30 Jahre halten kann, sei gar kein so großer Aufwand nötig. Da die Balken der Decke im Anbau noch gut seien, "kann man was daraus machen.", erläuterte der Architekt. Die Stützen bestehen laut Architekt aus solidem Mauerwerk und Beton, die Glasbausteine müssten sowieso weg. Die Dämmung der Decke sei nötig, das Eternitdach im Anbau müsse beseitigt werden. Ebenso sollte das Hallendach erneuert werden und könne mit neuer Dämmung gut isoliert dicht gemacht werden, wozu er diverse Möglichkeiten vorschlug. Beim Anbau könne mit neuen Isolierstoffen nahezu die "Isolierung eines Kinderzimmers im Eigenheim" erreicht werden.

Bausubstanz noch gut erhalten

Zuletzt empfahl er dem Gremium die Sanierung der Halle wegen der großteils noch gut erhaltenen Bausubstanz. Die Baukosten für seine Vorschläge - für die Einteilung des Anbaus mit je zwei Umkleide- und Duschräumen, mit allen Sanitäranlagen, Regie- und Geräteraum, dazu einen neuen Gang zum Schulhaus und die Sanierung der Halle selbst, einschließlich der Heizung und des Bodens - bezifferte er mit über 335000 Euro.

Bürgermeister Erwin Baumgartner (UWG) betonte, dass diese Maßnahme nicht auf einmal geschultert werden könne, da es für Sanierungen keine Zuschüsse gäbe. Aber die neue Halle wäre schön für den Sportbetrieb der Schulen und Betriebssport. Da der Einbau einer kleinen Küche mit Waschbecken möglich wird, wären weitere Nutzungen möglich.

Zweiter Bürgermeister Michael Asbeck (CSU), der wegen der Erfüllung der Pflichtaufgaben keine Möglichkeit eines Neubaus sieht, schlug vor, wenigstens mit der Sanierung des Anbaus bald zu beginnen, um Substanz zu erhalten. Die gesamte Sanierung hielt er für wünschenswert aber für nicht finanzierbar.

Neubau würde das Dreifache kosten

Reinhard Fuchs (CSU) wollte wissen, ob es eine Zahl gebe, nach der man den Unterschied der Heizkosten zwischen einem Neubau und der Sanierung ermitteln könne. Hier meinte Thalmeier, dass die Halle nach Möglichkeit isoliert werde wie ein Neubau, eine solche Berechnung vorher jedoch nicht möglich sei. Durch den Wegfall der Glasbausteine und die Deckensanierung werde aber hohe Wärmeisolierung erreicht. Ein Neubau würde etwa das Dreifache einer Sanierung kosten.

Franz Fuchs (UWG) fragte, ob denn überhaupt mit Schulen und dem Sportverein der Bedarf einer solchen Halle bestehe. Falls das der Fall sei, dann würde er für die Sanierung stimmen.

Bürgermeister Erwin Baumgartner unterstrich grundsätzlich die Notwendigkeit der Halle, doch wolle er wissen: Was wird die Sanierung kosten? Kann man sie sanieren? Gibt es vorübergehend andere Lösungen? Soll das Wintertraining der Schülermannschaften eventuell in Nachbardörfern gehalten werden? Es müsse für die letztendliche Entscheidung durch den Stadtrat noch eine sehr kritische Bewertung der einzelnen Bedürfnisse erfolgen, also die Notwendigkeit der alten Halle, die aus dem Jahr 1962 stammt, eindeutig feststehen. Hier wird man mit dem TSV und den Schulen noch Gespräche führen müssen. "Bei unseren Pflichtaufgaben bleibt wenig Geld übrig. Deshalb bin ich für eine Sanierung mit Konzept. Schulden will ich deswegen nicht machen", stellte er klar.

Auch Manfred Eder (UWG) vertrat die Meinung, dass saniert werden solle, wenn später der Nutzen der Halle die Kosten rechtfertige. Da 2011 die Sanierung sowieso nicht möglich sei, könne das weitere Vorgehen noch beraten werden.

Sportreferent Peter Hobmaier (UWG) schlug vor, mit der Dachsanierung früh zu beginnen, damit der Sportbetrieb bald aufgenommen werden könne.

Letzte Entscheidung im Stadtrat

August Spirkl (CSU) überzeugte der Preisunterschied zum Neubau. Dennoch schlug er vor, die letzte Entscheidung nach weiterer Beratung dem Stadtrat zu überlassen. Auch Manfred Preitenwieser (UWG) wollte den Beschluss erst nach Anhörung der Schulen und des Sportvereins fassen.

Und so beschloss der Bau- und Umweltausschuss mehrheitlich, dem Stadtrat die Sanierung der Halle zu empfehlen. Einzige Gegenstimme: Reinhard Fuchs (CSU).

nz/Mühldorfer Anzeiger

Rubriklistenbild: © dpa

Zurück zur Übersicht: Region Neumarkt-Sankt Veit

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser