"Von der Natur in die Schranken gewiesen"

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v. l. Günther Knoblauch, Erwin Baumgartner, Stephan Mayer, Gilbert Peiker, Claus-Peter Olk

Neumarkt St. Veit - Es war für 2011 zwar mehr geplant, aber immerhin konnte am Montag eine Teilstrecke der Ortsumgehung B299neu zwischen Furth und Mayerhof eröffnet werden.

Es war kurz nach halb zwölf, als sich am Montag der Fahrzeugkorso in Bewegung setzte, um die Umgehungsstraße bei Neumarkt-St. Veit zum ersten Mal abzufahren. Zuvor hatten Politiker und Behördenvertreter die Straßensperre beseitigt und damit die Straße offiziell zwischen den beiden Kreisverkehren in Furth und Mayerhof für den Verkehr freigegeben.

Freigabe vom Teilstück zwischen Furth und Mayerhof

Teilstück der B299 neu eröffnet

Das war der Teil, den Gilbert Peiker, Baudirektor am Staatlichen Bauamt in Landshut, mit einem lachendem Auge betrachtet habe. Mit einem weinenden Auge sehe er die Tatsache, dass aufgrund von Baugrundproblemen die Bahnbrücke die Eröffnung der gesamten knapp 3,7 Kilometer langen Strecke erst im nächsten Jahr erfolgen könne. „Daran sieht man, dass wir im Straßenbau keine Serienproduktion haben, sondern jedes Mal Prototypen herstellen, die an die Baugrundverhältnisse angepasst werden müssen.“ Die Natur habe den Bauherren im Kreuzungsbereich von Bahn und Umgehungsstraße bei Straß die Grenzen aufgezeigt, betonte Peiker. Den Bauauftrag für die Brücke, die dort entstehen sollte, habe man deswegen kündigen müssen. Die neue Ausschreibung sei jedoch bereits verschickt, noch heuer werde man die Arbeiten vergeben, „damit ab März nächsten Jahres die Maßnahme fertig gestellt werden kann.“

Im September soll die neue Brücke eingeschoben werden, informierte Peiker weiter. Für ihn stehe aber schon jetzt außer Zweifel: Der nun freigegebene nördliche Teil der Straße bedeute eine „merkliche Entlastung“ der Ortsmitte von Neumarkt-St. Veit. Außerdem: Beim Bau dieses nördlichen Abschnittes sei der bestehende Wegenetz erhalten geblieben, führte Peiker weiter aus. Drei Brückenbauwerke habe man errichtet: über den Fürstenweg (430 000 Euro), über die Alte Teisinger Straße (310 000 Euro) und über die Kreisstraße Mü 3 (1,22 Millionen Euro). Die Kosten für den Abschnitt Furth nach Mayerhof bezifferte er auf rund 4,4 Millionen Euro. Nach aktuellen Berechnungen werde die Gesamtbaumaßnahme rund 12,35 Millionen Euro verschlingen, wie es in einer Presseinformation des Staatlichen Bauamtes heißt. Positiv bemerkte Peiker, dass rund 16 000 Kubikmeter Erdreich für einen freiwilligen Lärmschutz an der Werksiedlung bewegt worden seien.

„Ich bin ein sehr glücklicher Bürgermeister, ein sehr glücklicher Neumarkter“, freute sich Bürgermeister Erwin Baumgartner über die Freigabe für den nördlichen Abschnitt der Umgehungsstraße, deren erste Planungen bin ins Jahr 1936 zurückreichen würden. Vor allem in den vergangenen acht Jahren, seit Bekanntwerden der Rückstufung in den weiteren Bedarf, hätten viele Hände zum heutigen Erfolg beigetragen. „Vielleicht war es sogar Glück, dass wir aus dem vordringlichen Bedarf rausfallen sollten. Es wurde uns bewusst, was dies für unsere Umgehungsstraße bedeuten würde“, erinnerte Baumgartner. Sein Dankesreigen richtete sich an örtliche und regionale Politgrößen, dabei vergaß er auch die Bürgerinitiative um Vorstand Edwin Sailer nicht. „Wenn auch oftmals schon fast wirkungslos haben sie immer weiter gekämpft.“ Gemeinsam habe der Neumarkter Stadtrat für die Umgehungstraße gekämpft, deren Realisierung er auch an der Kooperation der Grundstückseigentümer festmachte, „die zwar nicht immer sehr gerne den notwendigen Grund zur Verfügung gestellt haben, aber dann dennoch sehr einsichtig waren.“

Dies rang auch dem Bundestagsabgeordneten Stephan Mayer Respekt ab: „Es ist gut, dass im Grundsatz die Umgehungsstraße von der Bürgerschaft getragen wird.“ Er freue sich darüber, dass die Umgehungsstraße nun die Stadt entlaste. Bevor der erste Lastwagen über die Umgehungsstraße rollte, war es den politischen und behördlichen Vertretern vorbehalten, die Straße mit dem Auto zu inspizieren. Im Konvoi befuhren sie den 1,8 Kilometer langen Abschnitt von Furth nach Mayerhof, um dort am Kreisverkehr zu wenden und zum Ausgangspunkt in Furth zurückzukehren – mit Blick auf die südlichen Strecke, wo die Arbeiten weiter am Laufen sind. Schließlich soll spätestens in einem Jahr die komplette Straße freigegeben werden.

je

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