Die Natur aufwecken

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Vom heidnischen Lärmbrauchtum zum "Christkind einschießen": 35 Böllerschützen versammeln sich am Samstag, 22. Dezember, um lautstark mit ihren Handböllern auf das kommende Weihnachtsfest hinzuweisen.

Lohkirchen - Die Lohkirchener Böllerschützen widmen sich einen alten Brauch wieder aufleben: Sie praktizieren das traditionelle Weihnachtsschießen.

Der Brauch des Weihnachtsschießens geht in seinen Wurzeln zurück bis ins heidnische Lärmbrauchtum. Mit Kettengerassel und Glockengeläut versuchten die Menschen damals in der dunklen, kalten Jahreszeit, die Natur wieder aufzuwecken. Die Lohkirchener Böllerschützen greifen dieses Brauchtum heuer wieder auf.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts entstand im Berchtesgadener Land der Brauch, mit Handböllern das Christkind "einzuschießen."

Im späten Mittelalter wurden Verbote gegen den Brauch, von dessen Schüssen es in den Tälern widerhallte, erlassen. Wilderer hatten häufig die Gelegenheit genutzt, um das Wild im Schutze der lauten Raunächte zu erjagen.

Die Verbote hatten aber nicht gefruchtet. Deshalb durfte von da an in der Woche vor dem Heiligen Abend täglich immer zur gleichen Uhrzeit lautstark das kommende Weihnachtsfest angekündigt werden. Das Lärmbrauchtum erhielt damit einen christlichen Sinn,

Gewildert wird in Lohkirchen natürlich nicht, wenn am Samstag, 22. Dezember, die Böllerschützen aus Egglkofen, Haunzenbergersöll und Lohkirchen um 19.30 Uhr gemeinsam den alten Brauch wieder aufleben lassen und das Christkind "einschießen".

Hinter dem alten Pfarrhof in Lohkirchen stellen sich insgesamt 35 Böllerschützen auf und weisen mit ihren Handböllern lautstark auf das kommende Weihnachtsfest hin.

Bei Glühwein, Würstchen und Gebäck können sich die Besucher anschließend an einer Feuerstelle im Innenhof oder im Pfarrsaal wieder aufwärmen.

edi/Mühldorfer Anzeiger

Zurück zur Übersicht: Region Neumarkt-Sankt Veit

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser