Im Kletterwald Prien kamen deutsche und italienische Kinder hoch hinauf

Kletterspaß überm Chiemsee

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Bei der Einweisung achten die Trainer genau darauf, dass die Ausrüstung richtig angelegt ist. Wer den Einweisungsparcours bewältigt hat, kann loslegen. Auch die Kinder des deutsch-italienischen Zeltlagers passten genau auf, machten jeden Handgriff nach und durften dann in die höheren Routen starten.

Neumarkt-St. Veit - Halbzeit beim deutsch-italienischen Zeltlager. Die rund 20 Kinder und ihre Betreuer haben in den vergangenen Tagen schon so allerhand gemeinsam erlebt.

Am Samstag wurde im Massinger Bauernhofmuseum Brot gebacken, am Sonntag stand eine Schnitzeljagd auf dem Programm und am Montag besuchte die Gruppe den Wildtierpark in Poing. Nach Luchsen, Bären und Streichelzoo wurde es nun so richtig sportlich. Am Dienstag stand eine Neuheit auf dem Plan: der Kletterwald bei Prien am Chiemsee.

Die Nacht war kalt und nass, was in den Zelten deutlich zu spüren war. "Ich hatte am Morgen das Gefühl, meine Nase sei eingefroren", erzählt eine Betreuerin. Aber das gehört zum Lagerleben dazu. Trotz der unangenehmen Nacht waren Elan und Energie der Kinder mit den ersten Sonnenstrahlen beim Frühstück wieder erwacht.

Um kurz vor acht hieß es dann: "Alle Mann fertig? Avanti, avanti. Auf geht's!" In Richtung Chiemsee. Allerdings nicht vorrangig zum Baden, sondern zu sportlicher Betätigung im Kletterwald. "Das machen wir heuer das erste Mal", sagt Betreuer Andi Schulz. Im Kletterwald Prien hat Sicherheit oberste Priorität. Ein neuartiges Sicherungssystem macht es dem Kletterer unmöglich, beide Karabiner gleichzeitig auszuhängen. "Nur deswegen trauen wir uns das mit den Kindern auch zu", fährt Schulz fort.

Vor Ort bekamen alle eine Einweisung. Handhabung von Gurt, Seil und Karabiner wurde ausführlich erläutert und vorgemacht. Damit auch wirklich nichts mehr schief gehen konnte, musste jeder zunächst einen Übungsparcours absolvieren. Den Kindern standen Routen in verschiedenen Höhen und mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad zur Auswahl.

Eine wackelige Angelegenheit ist das zum Teil schon: Strick- und Hängeleitern, Seilgänge, schwankende Holzstämme und rasante Seilfahrten. Und immer wieder gab es neue Hindernisse zu überwinden. Hie und da muss man sich Geräte heranholen, um die nächste Hürde zu schaffen: da fährt man dann mit einem "Tretboot" über den Wald oder sitzend in einem Eimerchen bis zur nächsten Plattform. Im Partner-Parcours kommt es nicht nur auf das eigene Geschick, sondern auch auf das des Seilpartners an.

Für diejenigen, die den ultimativen Nervenkitzel suchen, hält der Kletterwald auch etwas bereit: Aufstieg auf eine acht Meter hohe Plattform und freier Fall nach unten. Das wollten sich die meisten aus der deutsch-italienischen Gruppe nicht entgehen lassen. Hochklettern und dann der Sprung ins Nichts. Die Betreuer zogen den Hut vor dem Mut der Kinder, wollten dem aber selbstverständlich auch nicht nachstehen. Auch sie wagten den Sprung.

Kräftezehrend war der Vormittag in jedem Fall, aber die Kinder waren begeistert: Sie wollten den Klettergurt gar nicht mehr ablegen. Irgendwann war es dann aber doch soweit, Gurte und Helme mussten abgegeben werden. Bei dem ganzen Spaß und vielleicht auch dem gestiegenen Adrenalinspiegel hatte man das Essen ganz vergessen. Jetzt aber sangen die Mädchen mit ihren Betreuerinnen: "Wir haben Hunger, Hunger, Hunger." Nach den Strapazen hatten sie sich auch eine Brotzeit am Chiemsee-Ufer verdient. Und welcher Parcours hat den Kindern am besten gefallen? Fast einstimmig fällt immer wieder derselbe Name: "Der Panorama-Parcours, bei dem man zum Chiemsee rüber schauen kann." Picknick und Faulenzen im Schatten eines Baumes, so klang der Tag langsam aus. "Der schönste Ausflug bis jetzt", sagen Helmut und Kai bei der Heimfahrt. Die anderen nicken zustimmend.

alx/Mühldorfer Anzeiger

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