Kirchenführer zum Jubiläum

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Ein Kirchenführer zum Jubiläum: Meinrad Schroll (rechts) und Kirchenpfleger Josef Petermeier haben dafür in den Archiven geforscht.

Niedertaufkirchen - Hoch oben thront am südlichen Ortseingang St. Martin. Der Barockbau wurde 1762 eingeweiht. Das 250 Jahre-Jubiläum wird mit Kardinal Marx gefeiert.

Die Kirche ist ein herrlicher Barockbau, der 1762 eingeweiht wurde. 250 Jahre ist das her, das Jubiläum will die Pfarrei gebührend feiern. Kardinal Reinhard Marx höchstpersönlich wird die Festmesse am 7. Oktober zelebrieren.

Genauso alt wie die Kirche ist das Schriftstück, das zwar eingerahmt und doch etwas unscheinbar im Altarraum an der Wand hängt: die Weiheurkunde der Pfarrkirche. Sie dokumentiert, dass es der Salzburger Fürsterzbischof Sigmund Christoph Graf von Schrattenbach war, der die Weihe der barocken Kirche vollzogen hatte. "Ein sehr wertvolles und seltenes Stück Papier", weiß dazu Kirchenpfleger Josef Petermeier. In nur sehr seltenen Fällen seien Weiheurkunden wie diese erhalten. Mit künstlerischer Schrift und in lateinischer Sprache abgefasst ist daraus der 21. September als Weihetag zu entnehmen. Die hochfürstliche Kapelle aus Salzburg soll für den musikalischen Rahmen gesorgt haben, wie den Überlieferungen zu entnehmen ist.

Überlieferungen, die Heimatforscher Meinrad Schroll zusammengetragen und mit Kirchenpfleger Josef Petermeier in einem handlichen Kirchenpfleger, der zum Jubiläum aufgelegt wird, zusammengefasst hat. Unter anderem ist daraus zu entnehmen, dass die Pfarrkirche wohl schon im frühen achten Jahrhundert gegründet worden sei. Schroll beruft sich dabei auf das Patronat des heiligen Martin, allgemein würden Kirchen mit dem fränkischen Martinspatrozinium zu den ältesten in Bayern zählen, so die Begründung. Tatsächlich gibt es aber erst ab dem Jahr 1401 erste schriftliche Erwähnungen einer Pfarrei in Taufkirchen. Eine zum Pfarrsitz gehörender Pfarrhof wird ab 1558 erwähnt.

Wie es zum barocken Kirchenbau gekommen ist, ist in den Archiven nachzulesen. Schon 1722 war die Pfarrkirche als zu klein beschrieben worden, so dass, die Pfarrkirche 1723 neu gebaut worden ist. Maurermeister Silvester Mayerhofer von Neumarkt ließ 1722 von der alten gotischen Kirche das eingewölbte Langhaus abbrechen und im Jahr 1723 ein neues, längeres Langhaus (vier Joche) erbauen unter Einbeziehung des Nordturmunterbaus der spätmittelalterlichen Vorgängerkirche.

Der an der Nordseite des Chors stehende Turm wurde 1733 um 22 Schuh, also um zirka 6,40 Meter erhöht und mit einer Kuppel versehen, wie alte Kirchenrechnungen belegen. Es konnten damals drei Glocken aufgehängt werden. Der Turmunterbau ist noch gotisch.

Das besondere der Pfarrkirche ist der Wandelaltar mit beweglichen Figuren. Mechanik und Kulissen für einen Ölberg und ein Heiliges Grab befinden sich hinter dem Hochaltar. Sehenswert auch die Lourdesgrotte, die sich rechts des Hauptportals befindet. Auch ein Totenerker ist in diesem Vorraum erhalten geblieben.

1870 war eine gründliche Renovierung der Kirche erfolgt, 1961 wurden der Innenraum und 1989/1990 die Fassaden renoviert. 1990 stellte man schließlich die Fassadengebung von 1723 wieder her.

Keine Frage: Die Barockkirche ist ein Schmuckstück, grüßt schon von weitem als Wahrzeichen Niedertaufkirchens. Sie wird in den kommenden Tagen im Mittelpunkt der Festlichkeiten stehen. Nach der Baumpflanz-Aktion für Kinder am vergangenen Freitag gibt es am Mittwoch, 3. Oktober, um 19.30 Uhr ein Kirchenkonzert unter dem Titel "Jauchzet dem Herrn" mit Kirchenchor und Orchester. Anschließend ist Stehempfang.

Eine Kirchenführung gibt es am Donnerstag, 4. Oktober, um 16 Uhr für Jugendliche und um 19 Uhr für die gesamte Pfarrei. An diesem Tag wird auch der neue Kirchenführer vorgestellt. Ebenso führt Heimatforscher Meinrad Schroll am Samstag, 6. Oktober, interessierte Besucher durch die St.-Martins-Kirche, wenn gegen 13.15 Uhr im Rahmen einer Landkreisfahrt des Katholischen Kreisbildungswerks der Bus Station in Niedertaufkirchen macht. Höhepunkt ist aber der Festsonntag, wenn Kardinal Reinhard Marx um 10 Uhr den Festgottesdienst zelebrieren wird.

Die Ausstellung zur Geschichte der Pfarrei im Pfarrhaus ist während der Angebote in der Festwoche zu sehen. Dort liegt auch der neue Kirchenführer von Niedertaufkirchen, Stetten und Haunertsholzen aus.

je/Neumarkter Anzeiger

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