Kindergartenbus gar nicht nötig?

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Neumarkt-St. Veit - Hohe Kosten und entsprechende Richtlinien zur Personenbeförderung: Die Stadt hat geprüft, unter welchen Bedingungen ein Multifunktionsbus angeschafft werden könnte.

Etwa 20.000 Euro für die Anschaffung eines gebrauchten Busses, rund 2500 Euro an Unterhaltskosten pro Jahr und schließlich auch noch entsprechende Richtlinien zur Personenbeförderung: Die Stadt Neumarkt-St. Veit hat geprüft, unter welchen Bedingungen ein Multifunktionsbus angeschafft werden könnte.

Die CSU-Fraktion im Neumarkt-St. Veiter Stadtrat hatte die Verwaltung um die Prüfung ersucht, welche Voraussetzungen zum Betrieb eines Multifunktionsbus durch Vereine oder für Fahrten zu Kindergärten erfüllt werden müssten. Wie die Stadt nun dazu mitteilt, müsse man für ein Gebrauchtfahrzeug mindestens mit Anschaffungskosten in Höhe von etwa 20000 Euro rechnen. Ein Kombi könne sowohl als Vereins- als auch als Kindergartenbus eingesetzt werden, erklärt die Stadt nach Rücksprache mit einem Versicherungsexperten. Wenn keine Benutzungsgebühren erhoben würden, dann würde das Fahrzeug auch nicht als Mietfahrzeug gelten. Es wären also keine Beitragszuschläge zu erwarten.

Für die Beförderung als Kindergartenbus bestehe für die Kinder Schutz im Rahmen der gesetzlichen Unfallversicherung, wenn es sich bei der zurückzulegenden Fahrstrecke um die jeweils kürzeste oder günstigste handele. Kinder im Kindergartenalter bedürfen laut Versicherung einer Begleitperson, zumal der Bus für bis zu acht Mitfahrer ausgelegt sei und der Fahrer grundsätzlich nicht gleichzeitig Aufsichtsperson sein dürfe. In diesem Zusammenhang relativiert Baumgartner den Einsatzbedarf für den Städtischen Kindergarten. So habe der Städtische Kindergarten erklärt, dass er den Einsatz eines Kindergartenbusses nicht befürworte. "Es wird befürchtet, dass der Kontakt zu Eltern weniger wird und die Eltern ihre Informationen aus dem Kindergarten nur über Umwege bekommen", informiert Bürgermeister Erwin Baumgartner dazu.

Zum Unterhalt eines Multifunktionsbusses führt die Stadt die Kosten für den Wasserwerkskombi als Berechnungsgrundlage an. Demnach belaufen sich die durchschnittlichen jährlichen Ausgaben auf rund 2566 Euro.

Jugendreferent Reinhard Fuchs hatte in einem Schreiben seine Vorstellungen an die Stadt weitergegeben, unter welchen Bedingungen der Bus benützt werden könnte. Ausdrücklich wäre auch die Landjugend Nutznießer des Busses, auch abends für den Besuch von Abendveranstaltungen. "Wenn der Bus bei der Rückgabe kontrolliert wird, dürfte das auch kein Problem sein", so die Meinung von Reinhard Fuchs.

Der Stadtrat aus Frauenhaselbach verwies auf einige Gemeinden, in denen angeblich schon solche Multifunktionsbusse verkehrten. So werde etwa in Kröning ein Kindergartenbus eingesetzt. Auf Nachfrage hat die Stadt jedoch herausgefunden, dass in dieser Ortschaft ein privates Busunternehmen beauftragt worden ist. "Die Eltern zahlen dafür je Kind 41 Euro im Monat", weiß Baumgartner. Dem Hinweis von Fuchs folgend, dass auch die Gemeinde Unterneukirchen einen Kindergartenbus unterhalte, hat Baumgartner an dortiger Stelle nachgefragt. Es gebe keinen Bus, so Baumgartner, die Gemeinde gestatte jedoch Eltern, deren Kinder weiter als zwei Kilometer entfernt wohnen, einen Zuschuss in Höhe von 100 Euro.

Soweit zu den Fakten, die Baumgartner an die CSU-Fraktion weitergereicht hat. An der liege es nun, wie mit dem Antrag weiter verfahren werde. Baumgartner betonte jedoch, dass sich die CSU auch über die Finanzierung Gedanken machen solle.

je/Neumarkter Anzeiger

Rubriklistenbild: © pa

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