Kellergeschoss nicht ganz dicht

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Schäden an der Nordseite der Grundschule traten bei Erdarbeiten zu Tage.

Neumarkt-St. Veit - Mit den Kellergeschosswänden an der Grund- und Hauptschule ist es nicht zum Besten bestellt. Um die Schäden zu beseitigen, muss die Stadt weitere 44.107 Euro in Hand nehmen - weniger als ursprünglich erwartet.

Erst durch die erst kürzlich erfolgten Grabungsarbeiten der Firma Artinger sind die Schäden an den Wänden des Kellergeschosses überhaupt zu Tage getreten. Nur teilweise war offensichtlich seinerzeit beim Bau der Schule ein Bitumenanstrich angebracht worden, der die Nässe vom Gebäude abgehalten hätte. Alternativ hätte eine Lehmabdichtung diesen Zweck erfüllen sollen, was jedoch nun stellenweise nicht mehr der Fall ist. Weil der Bitumenanstrich ebenso fehlte wie eine Drainageleitung und die Gräben zudem mit Bauschutt aufgefüllt worden waren, konnte wohl auch keine Regenwasserableitung erfolgen, das Regenwasser versickerte entlang der Kellergeschosswände, so die Erkenntnis des Neumarkter Bauamtes.

Die Folge: Der Innenputz blättert ab, zurückzuführen auf die fehlende Abdichtung im Bereich der Dehnungsfuge vom Alt- zum Neubau. Auch weisen die Lichtschächte Lücken auf, so dass in der Vergangenheit immer wieder das Regenwasser ungehindert eindringen konnte, bei Starkregen wurde das Wasser teilweise durch die Fenster gedrückt. Das sind die Fakten, mit denen der Stadtrat im Zuge der energetischen Sanierung der Grund und teilweise Hauptschule in seiner jüngsten Sitzung konfrontiert worden ist.

Die zusätzlichen Kosten für eine ordnungsgemäße Abdichtung inklusive Bitumenanstrich, Noppenbahn und die Veregung von Drainagebahnen beliefen sich nach ersten Schätzungen auf rund 73.000 Euro, eine partielle Lösung für die Nord- und Westseite hätte laut Schätzkosten mit 50.000 Euro zu Buche geschlagen.

Umso positiver dann aber das Ergebnis, nachdem die Stadtverwaltung Nachtragsangebote eingeholt hatte, um die genannten Schäden zu beseitigen: Denn mit 44.107 Euro lag das wirtschaftlichste Angebot für das Gesamtpaket (Firma Rigam aus Mühldorf) weit unter der Kostenschätzung von rund 70.000 Euro. Einstimmig willigte der Stadtrat dieser Vergabe ein.

Die CSU-Stadträte Egbert Windhager und Maximilian Heimerl ließen dennoch Kritik laut werden, was die Stellungnahme der Bauaufsicht zu den starken Regenfällen und der während der Baumaßnahme mangelhaft angebrachten Entwässerung betrifft (wir berichteten).

Architekt Jörg Molitor, zuständig für die Bauaufsicht an der Schule, habe laut Heimerl eine Stellungnahme über die eigene Arbeit abgegeben. "Er spricht sich selbst vom Vorwurf frei", folgerte Heimerl, nachdem in dieser Stellungnahme festgestellt worden sei, dass trotz unzureichender Entwäserungsmaßnahmen keine weiteren Schäden am Gebäude entstanden seien. Er stellte die Frage, ob die Bauaufsicht "unsere Interessen korrekt vertritt oder nicht". Er vermisse eine "in jeder Weise optimale Bauaufsicht". Auch Franz Fuchs (UWG) bemängelte, dass es ein Problem sei, wenn die Bauaufsicht nicht täglich vor Ort sein könne. Emil Steinbach (UWG) regte schließlich sogar ein, in Zukunft einen Ingenieur aus der Gegend mit der Bauaufsicht zu betrauen.

Bürgermeister Erwin Baumgartner und Natascha Pigac vom Neumarkter Bauamt stellten sich hinter die Stellungnahme von Jörg Molitor. Die Schäden am Gebäude seien vorher schon da gewesen. "So ein Schaden, wie das Abblättern des Putzes, kann nur innerhalb eines Prozesses von Jahren entstehen", so Pigac.

Der Bürgermeister verteidigte den Schritt, die Bauaufsicht an Jörg Molitor zu übertragen. Denn: Die Sanierung beinhalte viele Fragen, die die Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) betreffen. Auf diesem Gebiet habe sich Molitor bereits beim Bahnhofumbau mit großer Kompetenz ausgezeichnet, zumal er laut Baumgartner auch gute Beziehungen zur VOB-Stelle pflege. Zwei bis drei Mal pro Woche hätten bislang Baubesprechungen stattgefunden, wöchtlich treffe man sich zur Besprechung der Sanierungsmaßnahme im Rathaus, informierte Pigac.

je/Neumarkter Anzeiger

Zurück zur Übersicht: Region Neumarkt-Sankt Veit

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser