"Grüne riskieren eine große Lippe"

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Staatskanzleichef Dr. Marcel Huber bei seinem Referat über die Alternativen zum Atomstrom.

Neumarkt-St. Veit – Bei einer Versammlung des CSU-Ortsverbands Neumarkt-St. Veit referierte Dr. Marcel Huber über die Atompolitik in Deutschland.

Lesen Sie hier den Bericht aus dem Mühldorfer Anzeiger:

Huber: Strom muss bezahlbar bleiben

Die Mitgliederzahl im CSU-Ortsverband von Neumarkt-St. Veit hat erstmals seit Jahren die Zahl 100 unterschritten.

An eine Wiederbelebung der Jungen Union dachte Vorsitzender Max Heimerl deshalb bei der Hauptversammlung, um dem Mitgliederschgwund zu begegnen. Staatskanzleichef Dr. Marcel Huber referierte über die Atompolitik. Die Mitgliederzahl beim CSU-Ortsverband ist rückläufig. Das Durchschnittsalter beträgt bei einem Männeranteil von 75 Prozent etwa 58 Jahre, erklärte Heimerl im Gasthaus Lobner. „Wir sollten gezielt die jungen Neumarkter ansprechen.“

Gesellschaftlich habe sich die CSU in vielerlei Hinsicht eingebracht, erläuterte Heimerl. Das Sommerfest beim Bauer am Berg, die Maiandacht oder der Schwarz-Weiß-Ball der CSU im nördlichen Landkreis führte er als Beispiele an. Politische Frühschoppen habe die CSU am Dreikönigstag 2010 mit dem Bundestagsabgeordneten Stephan Mayer durchgeführt und mit dem Ortsverband Wiesbach-Thambach in Hofthambach. "Die Bude war voll", freute sich Heimerl schließlich über den Dreikönigsfrühschoppen 2011 mit Finanzminister Georg Fahrenschon. Heimerl beleuchtete auch die Beitragserhöhung von 50 auf 62 Euro. In gewissen Fällen sei eine Ermäßigung auf 50 Euro möglich oder ein ermäßigter Familienbeitrag (30 Euro).

Hermann Hackner las in Vertretung des Schatzmeisters den Kassenbericht für 2010 vor. Demnach hielten sich die Ausgaben in Höhe von 6519 Euro mit den Einnahmen in Höhe von 6621 Euro die Waage. Mit dem Plus von knapp 100 Euro verfügt der Ortsverband derzeit über ein Vermögen in Höhe von 5617 Euro. Der Bericht des Fraktionsvorsitzenden der CSU im Neumarkter Stadtrat, Egbert Windhager, - er war wegen eines Krankenhausaufenthalts nicht anwesend - wird in einer separaten Veranstaltung nachgeholt. Vorsitzender Heimerl will zu dieser Veranstaltung dann auch Landrat Georg Huber einladen.

Atomstrom schwer zu kompensieren

Die Atompolitik in Deutschland prägte im Anschluss das Referat von Noch-Staatsminister Dr. Marcel Huber an diesem Dienstagsabend. Klar sei, dass das Kernkraftwerk Isar 1 bei Landshut eine Sicherheitslücke aufweise, es gegen Flugzeugabstürze nicht gewappnet sei und es daher sehr wahrscheinlich sei, es endgültig vom Netz zu nehmen. Bayern beziehe aktuell 57 Prozent des Stroms aus Atommeilern, 23,7 Prozent würden über erneuerbare Energien produziert, so der Staatskanzleichef. Man müsse aus der Katastrophe in Japan Lehren ziehen, drei Punkte seien wichtig: die Maximierung der Sicherheit in Kernkraftwerken, die Beschleunigung der Energiewende und die Internationalisierung der Standards bei der Energieerzeugung. Denn es mache nach Ansicht Hubers keinen Sinn, wenn in Deutschland Atomkraftwerke stillgelegt würden, die Nachbarn Deutschlands weiter ihre Energie über die Kernenergie beziehen: "In Temelin gelten Standards, die mit unseren Sicherheitsauflagen nicht konkurrieren können", betonte Huber.

Die Gewinnung regenerativer Energie in Bayern sei begrenzt. Zu wenig Sonne schränke die Produktion von Fotovoltaikstrom ein, 12000 Windstunden seien in Bayern kein Ersatz zur Kernkraft, die Biogasgewinnung führe unweigerlich zur Ausweitung des Maisanbaus: "Will die Bevölkerung das?", fragte er. Bei der Geothermie sei ebenfalls die Grenze schnell erreicht, die Nutzung der Wasserkraft aufgrund hoher Umweltauflagen ausgereizt.

"Grüne riskieren eine große Lippe"

Die Grünen würden eine dicke Lippe riskieren, stünden dann aber als Blockierer da, wenn es darum ginge, 380-KV-Leitungen von den Offshore-Parks an der Nordsee durch das Fichtelgebirge laufen zu lassen oder Pumpspeicherkraftwerke zu errichten. Auf der anderen Seite müsse Strom bezahlbar bleiben, um Standortverlagerungen von Betrieben zu vermeiden, die in Deutschland bereits mit hohen Löhnen, Steuern und Umweltauflagen konfrontiert seien.

je/Mühldorfer Anzeiger

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