Hausschwamm: Keine Messe bis Weihnachten

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Außen erstrahlt die Pfarrkirche Hörbering in vollem Glanz. Doch im Inneren ist davon nichts zu sehen: Aufgrund eines Hausschwammbefalls mussten die Kirchenbänke und Podeste ausgebaut, ein Teil der Mauer und des Bodens müssen ersetzt werden.

Hörbering - Die Sanierungsarbeiten aufgrund des Hausschwammbefalls in der Pfarrkirche Hörbering dauern an. Bis Weihnachten ist nicht damit zu rechnen, dort wieder Gottesdienste abzuhalten.

Mitte August entdeckte Kirchenpfleger Johann Gschwendtner den Hausschwamm, die Kirche ist seitdem geschlossen (wir berichteten). Seitdem versuchen Fachleute, den genauen Schadensumfang festzustellen. Erste Arbeiten sind bereits abgeschlossen.

So sind nach Angaben von Pfarrer Franz Eisenmann vorige Woche die Kirchenbänke und die Podeste ausgebaut und entsorgt worden. Dabei hat sich zumindest oberflächlich das Ausmaß des Hausschwammbefalls abgezeichnet. "Entdeckt wurde der Hausschwamm, weil er an den Seiten des Podestes hinausgewachsen war. Unter dem Podest hat er sich bereits auf einige Quadratmeter ausgebreitet", sagt Pfarrer Franz Eisenmann auf Nachfrage.

Noch unklar ist, wie stark der Boden vom Befall betroffen ist. Denn bei diesem handelt es sich nicht um einen Beton-, sondern um einen alten gestampften Lehmboden. Eine Spezialfirma soll klären, bis zu welcher Tiefe der Boden abgetragen und ersetzt werden muss. Fest steht bislang, dass es sich bei dem vorliegenden Hausschwamm um eine ungefährliche Art handelt.

Betroffen ist auch ein Teil der Wand. Dazu wird es nötig sein, großzügig einen Teil davon abzuklopfen - um nicht die geringsten Spuren des Hausschwamms im Mauerwerk zu übersehen. Der Umfang der Sanierungsarbeiten steht noch nicht fest, wird sich erst bei genaueren Untersuchungen feststellen lassen. Nur so viel ist klar: Die Kosten für die Sofortmaßnahmen übernimmt die Erzdiözese, die neue Einrichtung geht zu Lasten der Pfarrei.

Besonders ärgerlich: Im Advent vorigen Jahres feierte die Pfarrei den Abschluss der Innenrenovierung. Die ganze Kirche erstrahlte in neuem Glanz. Während der Sanierung ist der Altar zwar abgedeckt, weil die Sanierungsarbeiten aber staubintensiv sein werden, wird dieser anschließend wohl gereinigt werden müssen.

Seit Bekanntwerden des Hausschwammbefalls sind Bedenken laut geworden, dass dies bei der Renovierung bemerkt hätte werden müssen. Pfarrer Franz Eisenmann hat sich darüber mit den Spezialisten unterhalten. "Es ist möglich, dass der Hausschwamm jahrelang vorhanden, aber nicht zu sehen ist. Erst wenn die Temperatur, die Feuchtigkeit und die Luft passen, wird er aktiv." Es bestehe aber auch die Möglichkeit, dass beim Austausch einiger Bretter der Hausschwamm in die Kirche gelangt sei. Abschließend klären lässt sich dies nicht.

Entwarnung kann Pfarrer Eisenmann geben: Die Figuren oder wertvolle Gegenstände sind nicht in Mitleidenschaft gezogen. "Der Hausschwamm hatte noch keine Sporen gebildet und hat sich somit nicht noch weiter ausgebreitet."

Gehofft hat der Pfarrer, dass bis Weihnachten die Arbeiten in der Kirche abgeschlossen sind. Doch daraus wird nichts. "Fachleute haben mir mitgeteilt, dass es - gerade im Winter - länger dauert, bis in der Kirche alles ausgetrocknet ist. So lange die Kirche Hörbering geschlossen ist, finden die Gottesdienste in Grafing statt. Bei größeren Gottesdiensten wie an Allerheiligen oder Weihnachten wird auf die Kirche in Elsenbach ausgewichen.

hi/Mühldorfer Anzeiger

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