Filialkirche wird herausgeputzt

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Restaurator Markus Schmidt vervollständigt den Sockel mit neuem Spezialputz.

Neumarkt-St. Veit - Seit 1995 laufen bereits Sanierungsmaßnahmen an der gotischen Filialkirche St. Maria in Imming. Aktuell sind Arbeiten im Langhaus des Kirchleins angefallen.

Nachdem bereits die Fresken im Chorraum restauriert worden sind, sind nun Arbeiten im Langhaus des Kirchleins am östlichen Zipfel des Gemeindegebietes von Neumarkt-St. Veit angefallen. Vor allem im Sockelbereich ist derzeit Markus Schmidt von der Restaurierungswerkstätte Hornsteiner aus Obertaufkirchen beschäftigt, bringt den Spezialputz auf, nachdem die Wände bis zu einer Höhe von etwa 1,30 Meter bereits vor zwei Jahren vom Putz befreit worden sind, damit das Mauerwerk abtrocknen konnte.

Das kunsthistorisch Interessante befindet sich im Langhaus des Kirchleins aber über dem Sockelbereich: Fresken, die aus dem 15. Jahrhundert stammen, an denen aber der Zahn der Zeit genagt hat. Denn während in einer ersten Restaurierungphase die Fresken im Chorraum bereits einer Erneuerung unterzogen worden sind, zeigen Wandbemalungen an den Seiten des Längshauses deutliche schadhafte Bereiche auf.

Eine der Darstellungen im Langhaus, die noch recht gut erhalten ist. Sie zeigt die Pieta im Rahmen des Passionszyklus.

Die Figuren des Passionszyklus, der vom Abendmahl bis zur Auferstehung die drei Seiten des Langhauses bestimmt, sind in vielen Bereichen unvollständig, teilweise ist eine genaue Interpretation der Heiligen kaum möglich.

Im Chorraum wurden seinerzeit noch aufwändige Retuschen durchgeführt in einer Art und Weise, die der Kunstwissenschaftler Dr. Gerald Dobler aus Wasserburg (siehe auch Kasten) in seiner wissenschaftlichen Betrachtung der Kirche in Imming zwar als handwerklich und ästhetisch hervorragend ausgeführt beurteilt, aber "insgesamt dennoch zu einem stark geschönten, fast zu perfekten Eindruck der tatsächlich zumeist eher schlecht erhaltenen Malereien" beschreibt. Derartige Retuschen, so die Empfehlung des Kunsthistorikers Dr. Dobler, sollten bei den noch ausgedehnteren Schäden der Malereien im Langhaus vermieden werden.

"Viele Figuren haben kein Gesicht mehr. Etwas neues hineinzuinterpretieren würde das Kunstwerk verfälschen", erklärt dazu der Restaurator vor Ort, Markus Schmidt. Schließlich sollte auch erkennbar sein, dass es sich um sehr alte Malereien handele. Bestensfalls würden die hellen Stellen retuschiert, farblich in den Ockertönen angeglichen um das Bild an sich homogener zu machen. In welchem Umfang, das sei auch eine Kostenfrage, sagte Schmidt. Die Retusche würde ohnehin erst am Schluss der Restaurierungsmaßnahmen erfolgen, denn auch die Decke soll nun im Zuge der Arbeiten eine Überarbeitung bekommen.

Erfreut zeigt sich Neumarkt-St. Veits Pfarrer Franz Eisenmann über die nun erfolgenden Sanierungsmaßnahmen, die maßgeblich zum Erhalt der Filialkirche beitragen. Zumal für die Pfarrei keinerlei Kosten anfallen, weil die Diözese die Restaurierungsarbeiten finanziere. Dochwartet auch schon die nächste Maßnahme. "Der Boden muss ebenfalls hergerichtet werden."

je/Mühldorfer Anzeiger

Zurück zur Übersicht: Region Neumarkt-Sankt Veit

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser