Biowärme: Schnitzel für die Kirche

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Wo der Schuppen stand, ist jetzt eine Baustelle. Bauarbeiter bringen gerade die Schalung für den Keller an: Bis Dezember soll die Hackschnitzelheizung funktionieren und unter anderem Pfarrhaus und Kirche (im Hintergrund) mit Wärme versorgen.

Niederbergkirchen (MA) - Eine viertel Million Euro investiert die Pfarrei Niederbergkirchen in eine neue Heizungsanlage für ihre kirchlichen Gebäude.

Eine Hackschnitzelheizung soll künftig für wohlige Wärme in Pfarrhaus, Kirche, Mesnerhaus und Pfarrheim sorgen. Den Mammutanteil der Kosten übernimmt die erzbischöfliche Finanzkammer.

Niederbergkirchen - 250000 Euro - das klingt zunächst aus Sicht einer kleinen Pfarrgemeinde wie Niederbergkirchen nach einer horrend hohen Summe. Doch lediglich ein Zehntel davon muss die Pfarrei selbst aufbringen. Denn im Rahmen des Klimaschutzprogramms fördert die Diözese in Freising das Projekt mit 90 Prozent, lediglich 25000 Euro an Eigenteil bleibt der Pfarrei. "Das können wir mit Hilfe von Spenden der Bevölkerung schultern", ist sich Otto Wagner, Pfarrsekretär in Niederbergkirchen sicher.

Nach einer langen Planungs- und Vorbereitungsphase haben nun die Bauarbeiten für die neue Heizungsanlage begonnen. Mit Hackschnitzel wollen die Niederbergkirchener künftig ihre kirchlichen Gebäude beheizen.

Ursprünglich sei ein Gesamtkonzept mit dem Schützenwirt angedacht gewesen, auch andere regenerative Energieformen seien angedacht gewesen. "Letztlich setzte sich die Hackschnitzelheizung durch, um auch die Region zu stärken", Wagner meint damit, dass der Rohstoff im Sinne des Naturschutzes einen möglichst kurzen Anlieferungsweg haben sollte, auf der anderen Seite würden Landwirte aus der Region davon profitieren, dass sie die Hackschnitzel anliefern. Insgesamt also die wohl beste Ökobilanz im Sinne des Umweltgedankens und der "Schöpfungserhaltung", wie es Wagner nennt.

Die Bauarbeiten sind aufwändig: Denn die Hackschnitzelheizung soll im Keller des Schuppens, der sich im Pfarrgarten befunden hat, Platz finden. Nur, dass es den Keller bislang nicht gegeben hat. Der Schuppen musste weichen - ein Autokran hob das gesamte Gebäude zur Seite - damit nun das Kellergeschoß gebaut werden kann. Nach den erfolgten Bauarbeiten soll der Schuppen wieder seinen ursprünglichen Platz erhalten. "Man wird gar nicht merken, dass hier etwas verändert worden ist", behauptet Pfarrsekretär Otto Wagner.

Die Arbeiten sind etwas in Verzug, sagt Pfarrsekretär Wagner, doch hofft er, dass die Anlage bereits an Weihnachten funktionstüchtig ist.

je/Mühldorfer Anzeiger

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