Bandbreiten von mindestens zwei Megabit garantiert

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Neumarkt-St. Veit - Die Breitbandversorgung der Außenbereiche von Neumarkt-St. Veit scheint in greifbare Nähe gerückt zu sein. Cordelia Hiller, Pressesprecherin der Deutschen Telekom, erläutert die Möglichkeiten.

Frage: Wie funktioniert die neue Technik LTE? Worin liegen die Vorteile im Vergleich zu den bisherigen Technologien?

Hiller: LTE oder Long Term Evolution ist eine neue Mobilfunktechnik, durch die sehr hohe Datenübertragungsraten und eine hohe Reichweite möglich werden. LTE kann flexibel auf unterschiedlichen Frequenzbändern eingesetzt werden. Die neue Technik bietet sehr hohe Übertragungsgeschwindigkeiten in Verbindung mit sehr kurzen Antwortzeiten, durch die sich die Webseiten schneller aufbauen. Die Antennenanlagen sehen ähnlich aus wie herkömmliche Antennen. Die Telekom wird - überall wo möglich - die bestehenden Standorte für die LTE-Technik verwenden und nur im Einzelfall neue Mobilfunkstandorte aufbauen. Die Telekom setzt LTE auf der Frequenz 790 bis 862 Megahertz ein, die früher das analoge Fernsehen genutzt hat und die durch die Digitalisierung des Rundfunks frei wurde.

Frage: Spielt die Topografie eine Rolle, zumal in den unterversorgten Gebieten nördlich von Neumarkt-St. Veit dies bislang einen Hemmnisgrund für Breitband bei den bislang üblichen Technologien über Funk dargestellt hatte?

Hiller: Ja, eine schwierige Topografie ist bei Mobilfunk immer eine Herausforderung. Denn nur über die Luft können die Funkwellen übertragen werden. Sobald ein Wald, ein Berg, ein hohes Gebäude oder auch dicke Wände die Funkwellen abschirmen, kommt kein Signal mehr beim Nutzer an. Wir haben in Vilsbiburg die Anlage auf fast 70 Meter Höhe aufgebaut, sodass wir den Umkreis trotz der schwierigen Topografie versorgen können.

Frage: Wer kann alles davon profitieren? Welche Bandbreiten sind, besonders in der ländlich geprägten Gegend um Neumarkt-St. Veit, möglich?

Hiller: Es können alle Leute von der neuen LTE-Technik profitieren, die sich in dem Versorgungsgebiet der Antenne aufhalten. Wir garantieren Bandbreiten von zwei bis drei Megabit pro Sekunde.

Frage: Was benötigt man, um LTE zu nutzen?

Hiller: Grundsätzlich braucht man einen LTE-Router, um das neue Netz nutzen zu können. In diesem Router legt man eine Mobilfunk-SIM-Karte ein, verbindet ihn über Kabel oder über WLAN mit dem Computer und schon kann man lossurfen. Weil der Router das Signal aus der Luft bekommt, kann man ihn hinstellen, wo man möchte.

Frage: Wie weit reicht das Signal?

Hiller: Je nach funktechnischer Abschattung deckt die LTE-Antenne einen Radius von rund zehn Kilometern ab. So wird ungefähr die doppelte Reichweite erzielt wie bei UMTS oder GSM.

Frage: Würde der Ausbau mittels Glasfaser, gemeint sind die oben genannten ländlichen Regionen, eine Alternative darstellen? Oder wäre es zu teuer, solche Überlegungen fortzuführen?

Hiller: Wir setzen bei der Versorgung der Bürger mit schnellem Internet auf ganz unterschiedliche Technologien. Wo das teure Verlegen eines Glasfaserkabels - bis zu 50.000 Euro pro Kilometer - wirtschaftlich nicht machbar ist, versuchen wir die Bürger durch andere Techniken zu versorgen. Man sollte deswegen LTE als Ergänzung zur Glasfasertechnik sehen.

je/Mühldorfer Anzeiger

Rubriklistenbild: © dpa

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