AWO sucht verzweifelt Nachfolger

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Neumarkt-St. Veit – „Nach fast 30 Jahren würde ich noch gerne weitermachen, aber ich kann nicht mehr!“, schloss die 1. Vorsitzende der Neumarkter Arbeiterwohlfahrt. Wer soll nachfolgen?

"Wir haben in den drei Jahrzehnten viel geleistet und wirklich geholfen. Und ich habe bewegende Dankesschreiben erhalten. Wir sollten auf keinen Fall aufhören. Mein Herzblut hängt an der Arbeiterwohlfahrt", appellierte die 80-Jährige an ihre Mitglieder. Ganze Bücher und Alben habe sie daheim, in denen Berichte über Unternehmungen ihres Ortsvereins dokumentiert seien.

Auch im vergangenen Jahr waren die Hilfeleistungen und Veranstaltungen des Neumarkter Ortsverbandes erheblich gewesen. In drei Vorstandssitzungen hatte der Verband acht unterhaltsame Seniorennachmittage, eine Muttertags- und Weihnachtsfeier, den Neujahrsempfang, eine Dolomitenfahrt und einen Theaterbesuch in München geplant, damit alles auch erfolgreich durchgeführt werden konnte. Etlichen Neumarkter Kindern hatte die AWO eine erlebnisreiche Ferienfahrt zum Chiemsee ermöglicht, zu der eine Dampfer- und eine Kutschfahrt, Schlossbesichtigung, Piratenschatzsuche und Baden gehörten. Insgesamt, so meinte die Vorsitzende, könnten sich bei allen Veranstaltungen noch mehr Mitglieder beteiligen.

Vereinsintern besuchte die Zweite Vorsitzende, Marianne Rotter, alle Mitglieder bei "runden oder halbrunden" Geburtstagen persönlich, beglückwünschte sie und bedachte sie mit einem Geschenk. Das Wichtigste aber seien wieder die Spenden gewesen, mit denen gerade 2010 vielen bedürftigen Personen an Weihnachten freudige Überraschungen bereitet worden seien. Daneben kann die AWO aber auch mit Rat und Tat Hilfesuchenden zur Seite stehen.

Kassenführerin Gabriele Westermann stellte den 2884 Euro an Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen, einer Spende und aus Veranstaltungen Ausgaben von 7224 Euro entgegen. Diese seien hauptsächlich aus Abgaben, Spenden sowie aus den Sach- und Geldzuwendungen entstanden. Da die 67 Mitglieder aus Alters- oder Zeitgründen keine Landessammlungen mehr durchführen können, habe sich das Vermögen des Ortsverbandes um 4340 Euro auf 16.677 Euro vermindert.

Der stellvertretende Kreisvorsitzende Lothar Kunz hielt ein Referat über die Alterspflege, deren Kosten und die Leistungen der Versicherungen, Kassen und des Staates. Er erläuterte, in welchem Umfang das eigene Vermögen und die Verdienste der Kinder zur Deckung der Pflege- und Heimkosten herangezogen werden können. Dabei beklagte er die mangelnde Solidarität der Arbeitgeber und wies auch auf die Höchstgrenzen bei Zuzahlungen im Krankheitswesen hin. In der Diskussion diente sogar ein Einzelfall der Erläuterung.

Herbrechtsmeier stellte noch das Jahreprogramm 2011 vor, das keinerlei Amtsmüdigkeit erkennen lässt. Die AWO will die bisherigen Veranstaltungen beibehalten, lediglich die Muttertagsfeier wird durch einen Muttertagsausflug ersetzt. Eine Kirchweihfeier mit Tanz und ein Ganserlessen mit Besichtigung des Klosters Weltenburg in der Adventszeit sind neu im Programm.

Zuletzt forderte Helga Herbrechtmeier alle eindringlich auf, einen fähigen Nachfolger zu suchen, der sozial eingestellt ist. Auch Nichtmitglieder könnten sich darum bewerben.

nz/Mühldorfer Anzeiger

Rubriklistenbild: © dpa

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