9160 neue Betonschwellen

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Hunderte Meter lang ist der Schnellumbauzug, der dieser Tage für die Gleisbauarbeiten von Neumarkt nach Egglkofen eingesetzt wird und dabei Holzschwellen mit Betonschwellen ersetzt. „In einer Stunde schafft er zwischen 250 bis 350 Meter“, sagt Leo Asbeck, Projektleiter für den Oberbau aus Neumarkt. Insgesamt werden 9160 neue Betonschwellen gesetzt.

Neumarkt-St. Veit – Es ist ein ohrenbetäubender Lärm, wenn der Schnellumbauzug SUZ 350 seine Arbeit auf dem Gleis von Neumarkt-St. Veit nach Egglkofen aufnimmt.

Ein Wunderwerk der Technik, das bis zu 350 Meter in der Stunde zurücklegt, dabei die Gleise anhebt, als wären sie Gartenschläuche, ausgediente Holzschwellen ausmustert und den Schotter zur Seite gräbt, um anschließend neue Betonschwellen zu setzen.

"Insgesamt sind es 9160 Betonschwellen, von denen eine 300 Kilogramm wiegt, die auf der Strecke bis Egglkofen neu verlegt werden", erzählt Leo Asbeck. Er ist der Projektleiter, betreut das ganze Geschehen, das sich seit Anfang der Woche auf dem fast sechs Kilometer langen Gleisabschnitt in Richtung Egglkofen abspielt.

Hintergrund der Baumaßnahme auf der Bahnstrecke nach Vilsbiburg: Die Südostbayernbahn (SOB) will die Streckengeschwindigkeit von 100 auf 120 Stundenkilometer anheben. Dazu muss in zwei Bauabschnitten das Holzschwellengleis - es stammt laut Asbeck aus den 80er Jahren - durch ein neues modernes Betonschwellengleis erneuert werden, heißt es seitens der SOB. "Im Zuge der Gleisbauarbeiten heuer wird die Maßnahme bis Egglkofen umgesetzt. Nächstes Jahr folgt der restliche Teil bis Vilsbiburg", informiert Leo Asbeck. Denn die Maßnahme ist nicht gerade billig. Etwa 800.000 Euro verschlingt alleine dieser erste Bauabschnitt, fügt Asbeck hinzu.

Die Schwellenerneuerung auf der knapp viereinhalb Kilometer langen Strecke von Dörfl nach Egglkofen ist der eine Teil der Baumaßnahme, die aktuell über die Bühne geht. Noch mehr Bedeutung lässt die Südostbayernbahn aber dem ersten Streckenabschnitt zu kommen. Dort nämlich wurde bereits in den vergangenen Tagen auf dem ersten Bahnkilometer zusätzlich eine Gleiserneuerung durchgeführt. Auf dem Gleisbogen hinter Neumarkt-St. Veit verbaute die Bahn außerdem eine neue Schwellenart, eine Zwillingsschwelle für verbesserte Gleislagestabilität, "ein deutschlandweites Pilotprojekt", versichert die Südostbayernbahn. Denn: "Durch die steigende Belastung, die sich durch die Anhebung der Geschwindigkeit ergibt, muss auch der Oberbau den wachsenden Anforderungen gerecht werden. Die Gleisstabilität und der Widerstand gegen Quer- und Längsverschiebung kann durch die neue Zwillingsschwelle in kleinen Radien verbessert werden", heißt es in der Erklärung der Südostbayernbahn zum neuen Schwellentyp.

Die Zeit für die gesamte Baumaßnahme drängt: "Montagmorgen um 5 Uhr früh soll wieder der erste Zug rollen", sagt Asbeck zum engen Zeitplan. Zumal die Gleise nach ihrer Verlegung noch verschweißt werden müssen. "Das geht nur bei einer Temperatur unter 23 Grad Celsius", sagt Asbeck. Wird die Schiene zu heiß, dehnt sie sich aus, ein Schweißen ist dann nicht mehr möglich. "Dann muss diese Arbeit in die kühlere Nacht verlegt werden", sagt Asbeck. Doch er ist guter Dinge, dass die Facharbeiter aus Magdeburg den Zeitplan einhalten, damit ab Montag die Züge wieder in Richtung Landshut rollen können. Mit 120 Sachen wird das aber zunächst nicht der Fall sein. "Zunächst ist eine Belastungs-Langsamfahrt von 70 Stundenkilometern eingeplant. Das dauert eine Woche lang, dann wird die Geschwindigkeit auf 100 km/h raufgesetzt."

Volle Fahrt auf 120 Stundenkilometer wird die Bahn laut Asbeck erst dann aufnehmen, wenn der Streckenabschnitt die Belastungsprobe bestanden hat und die Strecke dafür auch wirklich freigegeben ist.

je/Neumarkter Anzeiger

Zurück zur Übersicht: Region Neumarkt-Sankt Veit

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser