Zangberg baut eine Kinderkrippe

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Zangberg - Den Notwendigkeiten und dem Trend der Zeit kann sich die Gemeinde Zangberg nicht länger entziehen. Der Gemeinderat beschloss deshalb den Bau einer Kinderkrippe.

Sie soll in einem Anbau an der Nordseite des Schulhauses untergebracht werden, in dessen Erdgeschoss der Kindergarten beheimatet ist.

Was in der Tagesordnung der letzten Gemeinderatssitzung als "Erweiterung der Räumlichkeiten für den Kindergarten Herz Jesu" angekündigt war, entpuppte sich letztlich als Notwendigkeit zum Bau einer Kinderkrippe. Bürgermeister Franz Märkl umriss eingangs der Erörterung des Themas das Problem mit der Feststellung, dass für Kinder, die mittags schlafen müssen, kein Raum vorhanden ist. Erfreulich sei, dass der Kindergarten von den Eltern sehr gut angenommen werde.

Dazu legte Kämmerer Georg Obermaier, in der VG auch Sachbearbeiter für die Kindergärten, anhand der hohen Geburtenzahlen dar, dass künftig noch mehr Anmeldungen zu erwarten seien. In drei Jahrgängen gab es 51 Geburten. Derzeit werden vier Krippenkinder betreut, ab November bzw. Januar sind weitere drei Kinder angemeldet. Das Landratsamt, so Obermaier, rechnet mit 33 Prozent Krippenkinder eines Geburtenjahrgangs. Zudem würden die zu betreuenden Kinder immer jünger. Ab 2013 besteht ein Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz ab einem Jahr.

Aus den vorhandenen Räumen und den Zahlen ergibt sich als Fazit: Derzeit reichen die beiden Haupträume noch aus. Jedoch fehlen die Nebenräume, um individuelle Betreuung durchzuführen. Vor allem aber fehlt ein Schlafraum. Aufgrund der immer jünger werdenden zu betreuenden Kinder sind ausreichende Schlafmöglichkeiten notwendig. Sinnvoll wäre es, wenn der Schlafraum an den Gruppenraum angrenzt mit einer Verbindungstüre mit Sichtfenster. Eine Überwachung mit Kamera oder Babyfon ist nicht erlaubt.

Möglichkeiten der Erweiterung

Fünf verschiedene Möglichkeiten zur Schaffung der benötigten Räumlichkeiten haben Bürgermeister und Verwaltung in Erwägung gezogen. Die erste wäre der Anbau eines Schlafraumes am nordwestlichen Gebäudeeck. Bei zwei Quadratmeter pro Schlafkind müsste dieser 20 bis 25 Quadratmeter groß sein. Dazu kämen Nebenanlagen. Für die grob geschätzten Kosten von 200000 Euro inklusive Pfahlgründung sind voraussichtlich keine Zuwendungen zu erwarten, da aus pädagogischer Sicht ein Anbau eines Schlafraumes an einen Kindergarten nicht sinnvoll ist. Die Krippenkinder sollen in einer Krippe und nicht in einem Kindergarten mit Altersöffnung betreut werden, wie Obermaier erläuterte. Im günstigsten Fall wären etwa 53.000 Euro an Zuschuss zu erwarten, hätte die Gemeinde also 146.000 Euro selbst zu tragen.

Eine Nutzung von Räumlichkeiten in der Mehrzweckhalle scheidet aus technischen Gründen aus. Eine Betreuung in auswärtigen Einrichtungen wird von der Gemeinde nicht gewünscht, da diese Kinder dann zumeist auch nicht in Zangberg in den Kindergarten gehen würden. Die Nutzung von Schulräumen im Obergeschoss der Schule wäre vom Platzangebot her möglich.

Die Krippe müsste im Erdgeschoss und der Kindergarten darüber eingerichtet werden. Die Umbaukosten werden mit 80000 bis 100.000 Euro geschätzt, wofür es wahrscheinlich keine Förderung gäbe. Zudem wäre dabei der Schulstandort Zangberg gefährdet, weil dann keine Schulklassen mehr Platz hätten. Aus dem Gremium vorgebrachte Vorschläge, wie Aufstellen von Containern oder Unterbringung im alten Feuerwehrhaus wurden ebenfalls verworfen.

Anbau einer Kinderkrippe

Die sinnvollste Lösung wäre der Anbau einer Kinderkrippe mit Gruppenraum, Schlafraum, WCs mit Wickelbereich, Garderobe, Küche und Elternwartebereich. Dazu könnte das Gebäude im Norden erweitert werden. Für die geschätzten 150 Quadratmeter Nutzfläche werden die Baukosten mit 400.000 bis 450.000 Euro veranschlagt. Seitens des Landratsamtes wird diese Lösung unterstützt.

Wird der Zuwendungsantrag noch in diesem Jahr gestellt, ist mit hohen Zuwendungen von etwa 308.000 Euro zu rechnen. Entsprechende Gelder sind nach Auskunft der Regierung vorhanden.

Diesen Argumenten konnte sich der Gemeinderat nicht verschließen und beschloss einstimmig den Bau einer Kinderkrippe im Norden des Schulgebäudes. Mit der Entwurfsplanung wurde Dipl.-Ing. Thomas Elger aus Zangberg beauftragt.

gth/Mühldorfer Anzeiger

Rubriklistenbild: © dpa

Zurück zur Übersicht: Region Mühldorf

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser