Weiter Widerstand gegen Null-Dividende

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Verteidigt den Verzicht auf eine Dividendenzahlung: VR-Bankvorstand Altmüller.

Altötting/Mühldorf - Die Diskussion um den Verzicht auf eine Dividende ist noch nicht vorbei: Auch heuer will eine Gruppe bei der Vertreterversammlung der VR-Meine Raiffeisenbank Altötting-Mühldorf eine Dividendenzahlung fordern.

Die Gruppe werde einen entsprechenden Antrag während der Vertreterversammlung stellen, teilte der Sprecher dieser Gruppe, Dr. Klaus Ulm, jetzt mit. Bereits im vergangenen Jahr hat die Gruppe gegen den Vorschlag von Vorstand und Aufsichtrat der VR Bank gestimmt, die Dividende zu streichen. Dieser Gegenantrag fand aber bei der Vertreterversammlung keine Mehrheit.

Die meisten Mitglieder stimmten dem Vorstand zu, der auf eine Dividende verzichten wollte. Der organisatorische Aufwand für die Auszahlung relativ geringer Beträge von durchschnittlich 7,50 Euro bei einer angenommenen Dividende von fünf Prozent sei zu hoch, das gesparte Geld solle stattdessen der Stärkung der Genossenschaft dienen, argumentierte damals wie heute Vorstandsvorsitzender Wolfgang Altmüller. Drei Prozent Dividende wollte die Gruppe um Ulm den Mitgliedern dagegen im vergangenen Jahr überweisen und damit der allgemeinen Praxis der Volks- und Raiffeisenbanken entsprechen.

Altmüller nannte die erneute Diskussion um die Dividende einen "demokratischen Prozess", an dessen Ende die Vertreterversammlung als das laut Satzung zuständige Gremium entscheide. Altmüller verteidigte die Entscheidung von Vorstand und Aufsichtsrat als "nicht leichtfertig und wohlüberlegt". Es gehe schließlich um die Stärkung der Genossenschaft, der der nur geringe Mehrwert gegenüberstehe, den das einzelne Mitglied durch die Dividende habe. Nach seinen Angaben halten 90 Prozent der knapp 25000 Mitglieder lediglich einen Anteil.

In seine Kritik an der Geschäftspolitik der VR Bank bezog Ulm auch die Spenden- und Sponsoring-Praxis ein. Die nach seinen Angaben zwei Millionen Euro Spenden und Sponsoring im vergangenen Jahr seien "selbst gegenüber der allgemeinen hohen sozialen Verpflichtung aller Genossenschaftsbanken extrem übersteigert".

Altmüller widerspricht der von Ulm angegebenen Höhe. Es handele sich zwar um einen "erklecklichen Betrag", der aber unter zwei Millionen Euro liege. Konkretere Zahlen wollte Altmüller mit Blick auf die derzeit laufende Prüfung des Geschäftsergebnisses nicht nennen. Trotzdem sprach er von einer sehr guten Bilanz, "2010 war das stärkste Wachstumsjahr", die Ertragslage sei sehr gut. Zugleich müsse die Bank weiter ihr Augenmerk auf die Stärkung der Eigenkapitalausstattung legen.

Im Bereich der Zinsen habe die Bank ihre bisherige Politik weiterverfolgt und für Einlagen im Bankenvergleich leicht höhere Zinsen gezahlt, während Kredite zu etwas günstigeren Konditionen vergeben worden seien. Zugleich habe die Bank auf eine ausgewogene Risikoabwägung geachtet und nicht die Akquise über die Sicherheit gestellt.

Die Entscheidung über die Dividende fällt bei der Vertreterversammlung im Juni.

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