Vorsicht vor unseriösen Gewinnanrufen

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Kraiburg - Eine Pensionistin bekam einen Anruf von der "Gewinnspielzentrale Berlin". Zur Überweisung des Gewinns wurde sie nach der Kontonummer gefragt und nach dem Geburtsdatum.

Der Angerufene erfährt, er habe an einem Gewinnspiel teilgenommen und ein paar hundert Euro gewonnen. Das passierte einer Leserin aus Kraiburg.  Die 60-jährige Pensionistin aus Kraiburg bekam kürzlich so einen "Gewinnanruf".

"Da war ein Mann dran, der sich Florian Koch nannte." Er behauptete von der "staatlichen Gewinnspielzentrale Berlin" zu sein und es handle sich um eine legale Sache, berichtet die Frau der Zeitung. "Frechheit", schimpft sie. Der sei total penetrant gewesen. Im Grunde sei sie bei solchen Anrufen sehr vorsichtig. "Aber die beschmatzen einen so, dass man gar nicht mehr richtig denken kann", ärgert sie sich.

Sie habe ihm dann doch die Kontonummer gegeben, sei dann im Laufe des Gespräch aber stutzig geworden. Sie fragte ihn nach etwas Schriftlichem. Er nannte ihr das Passwort "Wolf". Vor der Gewinnüberweisung würde sie einen Anruf bekommen und danach gefragt werden, damit kein Schwindel entstehe, zeichnet sie das Telefonat nach. Der Anrufer kannte ihre volle Anschrift. Sie habe aber nie bei einem Gewinnspiel mitgemacht.

Anschließend habe sie im Internet nach der Telefonnummer gegoogelt und sei auf viele Berichte von geprellten Personen gestoßen. Für sie ein eindeutiger Beweis für die Betrugsabsichten des Anrufers. Sie drohte ihm mit einem Anwalt, was den Mann an der anderen Leitung "gar nicht gejuckt" habe.

Sie will vor derartigen Anrufen warnen, vor allem alte Leute und solche, die auf jeden Cent angewiesen sind. "Leute, die Geld brauchen, hören dann keine Alarmglocken mehr, wenn sie von einem Gewinn erfahren", so die Kraiburgerin. Deren Gutgläubigkeit werde ausgenutzt. Weil sie nämlich nichts gewinnen, sondern ihnen Geld vom Konto abgebucht wird.

Sie habe sich mit ihrer Sparkasse in Verbindung gesetzt. Dort riet man ihr, das Konto zu beobachten. Wenn tatsächlich etwas abgebucht werde, könne man die Lastschrift sechs Wochen zurückgehen lassen. Die Polizei kann erst tätig werden, wenn tatsächlich eine Schädigung vorliegt.

Wie aber kann man sich vor solchen dreisten Anrufern schützen? Im Internet finden sich seitenweise Forumseinträge über diese Telefonnummer.

Die Betroffenen berichten von dubiosen Anrufen, teilweise von undeutlich sprechenden Männern mit ausländischem Akzent. Manche User berichten davon, dass sie ihre Bankdaten rausgegeben haben und dass ihnen tatsächlich Geld abgebucht wurde.

Bekommt man unerwünschte Werbe- oder Gewinnanrufe, nie persönliche Daten rausgeben. Seien Sie skeptisch bei Gewinnversprechen. Warum sollte Ihnen eine fremde Firma irgend etwas schenken?

Die Bundesnetzagentur bietet auf ihrer Homepage ein Formular gegen Werbeanrufe oder Rufnummernmissbrauch an. Dort kann man solche Fälle anzeigen. Besitzen Sie eine Telefonanlage, können Sie die Nummer sperren lassen.

Sollte man tatsächlich seine Kontonummer weiter gegeben haben, kann man sich dennoch gegen eine Abbuchung wehren. Beim Lastschriftverfahren muss ein ausdrückliches oder schriftliches Einverständnis vorhanden sein.

Die Nennung Ihrer Bankverbindung am Telefon ist weder eine Zustimmung zum Lastschriftverfahren noch ist es ein Einverständnis zu einem Vertrag. Bei einer Abbuchung können Sie den Betrag unkompliziert von Ihrer Bank zurückbuchen lassen, wie die Bundesnetzagentur in einer Pressemitteilung erklärt.

kla/Mühldorfer Anzeiger

Rubriklistenbild: © dpa

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