Verbund will keinen Strombezug

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Mühldorf - Der österreichische Energieversorger Verbund bietet bayerischen Kommunen und Stadtwerken eine 30-Prozent-Beteiligung an den von Eon übernommenen Inn-Wasserkraftwerken an.

"Wir haben allen Kommunen der Landkreise, in denen sich die Wasserkraftwerke befinden, ein Angebot gemacht", sagte ein Sprecher vom Verbund.

Das Angebot gelte bis Jahresende. Dabei handele es sich um eine finanzielle Beteiligung an der Betreibergesellschaft "Inn Kraftwerke GmbH", sagte der Sprecher. Es gehe nicht um Strombezug. Die Kommunen wären aber im Aufsichtsrat vertreten. Die Eon hatte Anfang Juni dreizehn ihrer bayerischen Wasserkraftwerke am Inn mit einer Gesamtleistung von 312 MW und einer Jahresproduktion von rund 1800 GWh an den Verbund abgegeben.

"Die Kommunen in Bayern haben ja einen Bezug zu den Wasserkraftwerken", erklärte der Verbund-Sprecher die Hintergründe für dieses Angebot. Daher sollten sich die Gemeinden eigentumsrechtlich einbringen können. "Wir wollen nicht den Eindruck erwecken, dass der Verbund die bayerischen Wasserkraftwerke aufkauft." Das Interesse sei "recht groß", sagte der Sprecher weiter. Allerdings sei das bei kleinen Gemeinden natürlich immer eine Frage der Finanzierung. Einschränkungen gebe es allerdings in kartellrechtlicher Hinsicht.

So dürften sich etwa keine von Eon beherrschten Stadtwerke in die Gesellschaft einbringen. Zum Wert der 30-Prozent-Beteiligung wollte der Sprecher nichts sagen. Vor dem vollständigen Abschluss des Kaufs der Eon-Kraftwerke am 1. September wolle Verbund sich nicht äußern. Die Abgabe der Inn-Kraftwerke durch Eon an Verbund war ein weiterer Schritt zur Umsetzung der Verpflichtungszusage, die Eon im Mai 2008 gegenüber der EU-Kommission abgegeben hat.

Der Energiekonzern hatte sich zur Abgabe von rund 5000 MW Kraftwerkskapazität sowie des Höchstspannungsnetzes in Deutschland verpflichtet, um ein Kartellverfahren zu verhindern.

Die Mühldorfer Stadtwerke und die anderen kommunalen Versorger bleiben bei ihrer Haltung und lehnen eine reine finanzielle Beteiligung ab.

Mühldorfer Anzeiger/sb

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