Verbund soll Bestand garantieren

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Die Hauptschulen in Buchbach, Neumarkt-St. Veit und Ampfing wollen Mittelschulen werden. Der Weg dorthin führt aber nur über die Kooperation in einem Verbund. Wer mit wem zusammen geht, ist im Fall der drei Schulen noch offen.

Mühldorf - Die Hauptschulen im Landkreis wollen Kooperationen eingehen, um künftig den Status einer Mittelschule zu erhalten.

Dazu schließen sich zwei oder mehr Hauptschulen zu einem Verbund zusammen ,der die Anforderungen an eine Mittelschule erfüllt.

Beim Dialog-Forum im Landratsamt mit Bürgermeistern, Vertretern der Schulen, der Regierung von Oberbayern und des Kultusministeriums wurde sehr schnell deutlich, dass die Hauptschulen Gars und Haag einen solchen Verbund eingehen werden, genauso wie die beiden Waldkraiburger Hauptschulen.

Nach Ansicht vom Schulamtsdirektor Peter Krell ist die Hauptschule Mühldorf alleine in der Lage Mittelschulniveau zu halten, während Ampfing, Buchbach und Neumarkt-St. Veit auf eine Zusammenarbeit angewiesen seien. Um den Status einer Mittelschule zu erhalten, müssen bestimmte Schülerzahlen, Fächerangebote und eine Ganztagsbetreuung garantiert sein.

Während der Diskussion im Landratsamt wurde klar, dass eine mögliche Zusammenarbeit der Schulen Ampfing, Buchbach, Neumarkt- St. Veit und Mühldorf völlig offen ist. Die Bürgermeister Thomas Einwang aus Buchbach und Franz Ehgartner aus Obertaufkirchen sprachen sich wegen der Nähe und der bisherigen Zusammenarbeit für einen Verbund Ampfing-Buchbach aus. Neumarkts Bürgermeister Erwin Baumgartner hält eine Kooperation mit Ampfing und Buchbach für möglich, genau so wie einen Verbund mit Mühldorf. Schule und Stadt seien aber auch in Gesprächen mit Schulen in Niederbayern. Das Mittelschul-Konzept des Kultusministeriums sieht ausdrücklich Kooperationen über Landkreis - und Bezirksgrenzen hinweg vor.

Als wichtiges Thema stellte sich die Schülerbeförderung heraus. Mühldorfs Bürgermeister Knoblauch warnte davor, die Schüler allzu weite Strecken hin- und herfahren zu lassen. Das gelte vor allem bei Transporten zu Schulen außerhalb des Landkreises. Pollings Zweiter Bürgermeister Lorenz Kronberger betonte, seine Gemeinde könne sich vorstellen, Hauptschüler wie bisher nach Tüßling zu schicken, und nicht wie von Schulamtsleiter Krell favorisiert, nach Mühldorf. die Neumarkter Elternbeiratsvorsitzende Adelheid Bosch wies auf die Verbindungen Neumarkts Richtung Massings hin und nannte eine bessere Busanbindung Richtung Eggenfelden wünschenswert.

Gepaart mit Kritik am Kultusministerium, fordert Landrat Georg Huber Bürgermeister und Schulleiter auf, eine Lösung innerhalb des Landkreises zu suchen: "Wenn wir wollen, dass sich im ländlichen Raum weiterhin Leben abspielt, müssen wir die Schulverbünde mit dem öffentlichen Personennahverkehr (öPNV) zusammen planen." Bei Entscheidungen müssten die Erschließung des ländlichen Raumes und die Kosten berücksichtigt werden.

Bei dem von Regierungsvizepräsident Ulrich Böger geleiteten Dialogforum warb Kultusstaatssektretär Dr. Marcel Huber für die Mittelschule, weil sie die "Hauptschule als wichtige Schulart erhalte" und sie zugleich attraktiver mache. Im Vordergrund des neuen mittleren Schulabschlusses stünde die Berufsorientierung. Damit sei der Schulabschluss der Mittelschule anderen mittleren Schulabschlüssen "gleichwertig, aber nicht gleichartig".

In den kommenden Wochen werden sich Schulleitungen und Bürgermeister dem Thema Verbund widmen. Landrat Huber sprach sich für Entscheidungen aus, die die Beteiligten untereinander und ohne Vermittlung durch Regierung und Ministerium erzielen sollen.

hon/Mühldorfer Anzeiger

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