Training für die Ministerhürde

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Ungarische Graurinder blicken Umweltminister Huber über die Schulter. Der hat in der Hand das Model eines Windrads, das den Weg des Freistaats zu weniger CO2-Ausstoß und mehr Artenschutz symbolisieren soll.

Mühldorf - Knapp drei Monate ist Dr. Marcel Huber jetzt als Umwelt- und Gesundheitsminister im Amt. Er leitet damit das größte bayerische Ministerium.

Die Büros Hubers hatten in den letzten Jahren vor allem eins gemein: Sie wirkten wie Provisorien. Oft standen die Bilider an die Wand gelehnt auf dem Boden, gleich neben unausgepackten Umzugkartons: Zeugnisse eines rastlosen Politlebens. Denn seit Hubers erster Berufung als Staatssekretär ins Kabinett Beckstein im Oktober 2007 wechselte der Ampfinger viermal den Job. Vom Umweltministerium ins Kultusministerium, in die Staatskanzlei und zurück ins Umweltministerium. Minister steht auf der neuen Ernennungsurkunde, seiner vierten.

„Meine Koffer sind für eineinhalb Jahre ausgepackt“, macht Huber im Interview mit dem Mühldorfer Anzeiger deutlich, dass er sein Amt diesmal zu Ende bringen will. Huber wäre aber nicht Huber, sähe er nicht das Positive seiner Tour durch Ministerien und Ämter: „Die Erfahrungen, die ich in dieser Schleife gemacht habe, haben mir sehr gut getan“, sagt der 53-Jährige. „Vor vier Jahren hätte ich mich sicher nicht so leicht über die Hürde Ministeramt getraut.“ Schon in den ersten Tagen im neuen Amt spürte Huber, was es heißt, Minister zu sein, Chef zu sein: „Man hat niemanden mehr, an dem man sich anlehnen kann. Ich bin für alles verantwortlich.“ Dazu gehört auch, sagt Huber, Prügel einzustecken. Massive Vorwürfe, weil es beim Ausbau erneuerbarer Energiegewinnung angeblich nicht schnell genug vorangehe, heftige Kritik von allen Seiten an seiner Haltung in der Atommüll-Endlagerfrage: „Diese Position muss man aushalten, ich finde mich in die Rolle hinein.“

hon

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