Steht der Ausbau der Bahnstrecke in Frage?

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Der zweigleisige Ausbau samt Elektrifizierung bis München scheint derzeit wieder einmal völlig unsicher zu sein.

Mühldorf/Berlin - Es gibt Hinweise darauf, dass die Planungen für den zweigleisigen Ausbau und die Elektrifizierung der Bahnstrecke zwischen Ampfing und München ruhen und überprüft werden.

Die Vorplanungen liefen derzeit auf Sparflamme heißt es in Bahnkreisen, noch in dieser Woche befasse sich der Vorstand der Bahn AG mit dem Ausbau zwischen Ampfing und München. Der Ausgang dieses Gesprächs sei offen, heißt es.

Ein Lichtblick: Der Bau der Innbrücke zwischen Mühldorf und Tüßling steht vor dem Abschluss, am Mittwochabend vollzogen die Arbeiter den Lückenschluss. Sie ist zwölf Meter hoch und 165 Meter lang und kostet 14 Millionen Euro. Sie ersetzt die bisherige Brücke, die aus dem Jahr 1895 stammt. Ende September soll sie im Beisein von Verkehrsminister Peter Ramsauer offiziell eingeweiht werden.

Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es nicht, eine Bahnsprecherin erklärte auf Anfrage lediglich: "Wir sind in Gesprächen mit dem Bundesverkehrsministerium, wie wir die Planung vorantreiben können." Zuletzt hatte Bundestagsabgeordneter Stephan Mayer unter Berufung auf Bahnkreise erklärt: "Die deutsche Bahn wird erstmals in der endlosen Geschichte des für unseren Wirtschaftsstandort notwendigen Ausbaus der Bahnstrecke München-Mühldorf-Freilassing bauvorbereitende Planungsmaßnahmen an der Gesamtstrecke finanzieren." Ob es diese Vorplanungen gibt und wieweit sie sind, konnte die Bahnsprecherin gestern nicht sagen. Das Büro Mayers wies auf Anfragen hin, die es in dieser Woche an die Bahn und das Verkehrsministerium gestellt habe.

Mühldorfs Bürgermeister Günther Knoblauch hat in einem Brief an den Vorstandsvorsitzenden der Bahn AG, Rüdiger Grube, jetzt darauf hingewiesen, dass die "Planung für den zweigleisigen Ausbau und die Elektrifizierung gedrosselt oder sogar eingestellt" worden seien. "Unsere Bahnstrecke ist in der Priorität nicht so weit vorne", sagte er auf Nachfrage. Dabei sei die Wirtschaftlichkeit der Strecke nachgewiesen."

Knoblauch vermutet, dass "die Bahn dem Bund nicht traut". Deshalb plane sie nicht, weil sie nicht sicher sei, dass den Planungen auch Geld für den Bau folge. Dabei sei klar: Nur, wenn es eine Vorplanung gebe, könne der Bund Geld zur Verfügung stellen.

Im Brief an Grube, weist er auf diese Situation hin und betont: "In der Region werden wir in nächster Zeit massiv in der Öffentlichkeit darauf hinweisen, wie wenig zielgerichtet die Vorplanungen verlaufen." Zugleich fordert er den Bahnchef auf, die Vorplanungen zu forcieren, ohne die eine Finanzierungsvereinbarung nicht unterschrieben werden könne. Knoblauch warnt vor "Verkehrschaos in unserem Raum. Wir werden es mit den vielen Tausenden Pendlern nicht länger hinnehmen, dass eine Region, die zu den stärksten der Bundesrepublik und zu den stärksten Geldgebern der Deutschen Bahn AG gehört, vernachlässigt wird."

hon/Mühldorfer Anzeiger

Zurück zur Übersicht: Region Mühldorf

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser