Stadtbücherei geht ins Internet

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Die "Onleihe" wird in der Stadtbücherei in Mühldorf im kommenden Jahre eingeführt. Büchereileiterin Regina Kaiser hofft auf viele neue Nutzer.

Mühldorf - Die Stadt Mühldorf will mit der Gemeinde Vaterstetten und der Stadt Burghausen einen Verbund für die elektronische Ausleihe von Medien bilden.

Für Büchereien gibt es die Möglichkeit, über die "Onleihe" einen neuen Service anzubieten. Der Kulturausschuss stimmte dem ohne Gegenstimme zu.

Durch die "Onleihe", wie das Ausleihen digitaler Bücher per Internet heißt, können Leser, die die Öffnungszeiten nicht oder nicht oft genug nutzen können, rund um die Uhr über die Hompage der Bücherei im Kornkasten bestimmte Medien ausleihen, sprich herunterladen.

Welche Medien angeboten werden und in welchem Umfang, ist frei wählbar, seien es Hörbücher, Musik-CDs, Sprachkurse, Zeitschriften oder Bücher als E-Book. "Ein gewisser Grundbestand ist wichtig, da sonst zu wenig Auswahl möglich ist, und das Angebot schnell unattraktiv erscheint", sagte Büchereileiterin Regina Kaiser.

Über den Büchereiausweis angemeldete Leser der beteiligten Büchereien haben zur "Onleihe" Zugang. Jugendliche, so Kaiser, nutzen das Internet heute als selbstverständlichen Teil ihrer Lebenswirklichkeit, sei es zur Informationsbeschaffung, in sozialen Netzwerken oder um Musik oder Filme runterzuladen. Aber auch viele ältere Mitbürger sind im Internet zu finden.

"Hoch einzuschätzen ist der Imagegewinn als zukunftsorientierte Einrichtung, wenn die Stadtbücherei gemeinsam mit Burghausen als eine der ersten ostbayerischen Büchereien die Onleihe anbietet", sagte Bürgermeister Günther Knoblauch vor dem Kulturausschuss.

Die Firma DiViBib ist bislang der einzige Anbieter auf dem deutschen Markt. Burghausen, Vatterstetten und Mühldorf würden mit dieser Firma zusammenarbeiten. Wie Kaiser vor dem Kulturausschuss berichtete, sind die Erfahrungen anderer Büchereien zufrieden.

Die Kosten bei einem Verbund mit den beiden anderen Gemeinden belaufen sich im ersten Jahr auf rund 26 000 Euro. In den Folgejahren müsste die Stadt jeweils mindesten 5000 Euro in dieses System investieren, um das Angebot aktuell zu halten und die laufenden Betriebskosten zu decken. Der Vetrag, so Kaiser, soll zunächst für mindestens drei Jahre abgeschlossen werden. Die Maßnahme werde voraussichtlich mit 30 bis 40 Prozent vom Freistaat Bayern gefördert.

Oskar Rau (Grüne) sprach sich für die Maßnahme aus. "Für die Bildung sollten wir dieses Geld ausgeben." UWG-Fraktionsvorsitzender Markus Saller sah zu Beginn der Diskussion aufgrund der Finanzsituation der Stadt keinen Handlungsbedarf, stimmte aber nach Schluss der Debatte zu. Kulturreferent Rainer Schratt sprach sich ebenfalls für die Einführung dieses Angebotes aus: "Damit sichern wir den hervorragenden Stand der Mühldorfer Bücherei auch für die Zukunft." Bürgermeister Knoblauch sprach von einem ausgezeichneten pädagogichen Konzept für die Nutzer der Mühldorfer Bücherei. ´

sb/Mühldorfer Anzeiger

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