Spritzenfahrzeug auf Reisen

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Zangbergs Feuerwehrvorstand Siegfried Mailhammer (Zweiter von rechts) übergibt an Bürgermeister Josif Bordea (rechts) und Gemeinderat Heinrich Hauser (Dritter von rechts) im Beisein von Ehrenvorstand Martin Wastlhuber das Fahrzeug in Wolfsberg, Gemeinde Weidenthal, in Rumänien.

Zangberg - Zwei Vorstände der Zangberger Feuerwehr erlebten eine denkwürdige Fahrt. Sie brachten eigenhändig ein Feuerwehrfahrzeug nach Rumänien.

Viel erlebt haben zwei Vorstände der Zangberger Feuerwehr bei einer langen, teils abenteuerlichen Überführungsfahrt ihres alten Tragkraftspritzenfahrzeugs nach Garana (Wolfsberg) in der Gemeinde Brebu Nou (Weidenthal) in Rumänien.

Nachdem die Gemeinde Zangberg die Schenkungsurkunde ausgefertigt hatte und die zahlreich gespendeten Ausrüstungsgegenstände geladen waren, machten sich Vorstand Siegfried Mailhammer und Ehrenvorstand Martin Wastlhuber auf die 1044 Kilometer lange Fahrt ins Banat. Statt der vom Routenplaner berechneten knapp zwölf Stunden Fahrzeit brauchten sie gut 18 Stunden. Drei große Staus am Neusiedler See vor und in Budapest waren die Ursache, und das bei teilweise 41 Grad Außentemperatur ohne Klimaanlage. An der Grenze von Ungarn nach Rumänien gab es Verständigungsschwierigkeiten, aber ein Anruf von Weidenthals Bürgermeister regelte das schnell.

In Temeswar (Temeschburg) trafen sie sich mit dem Bürgermeister von Weidenthal, Josif Gabriel Bordea und erhielten von ihm Anweisungen für die letzten 300 Kilometer nach Wolfsberg. Aber nach Resita "stieg das Navi aus", wie Mailhammer sagte, und so riefen sie in Wolfsberg Heinrich Hauser, Gemeinderatsmitglied in Weidenthal, einen Freund des im Kloster Zangberg arbeitenden Eugen Schimpf an. Dieser fuhr vor ihnen her auf einer abenteuerlichen Serpentinenstraße in den Transsilvanischen Alpen mit tiefen Schlaglöchern, bei Nacht. "Wenn wir da in eins hineingefahren wären, hätte es uns die Vorderachse herausgerissen", so der Vorstand. Durch einen Zahlendreher standen sie schließlich mitten in der Nacht vor einem falschen Haus und staunten nicht schlecht, als sie jemand auf bairisch fragte: "Wo mechts denn hi, wen suachts denn?" Die deutsche Sprache wird im Banat noch viel gesprochen. Auf dem kleinen Feuerwehrhaus steht "Feuerwehrhaus Weidenthal" und auf dem Kriegerdenkmal sind fast nur deutsche Namen eingraviert.

Den Freitag verbrachten sie allein, weil Heinrich Hauser in seinem Sägewerk in Resita arbeiten musste. Sie trafen auf einen deutschen Aussteiger - alle nannten ihn nur "Greg" - einen ehemaligen Opelianer im Außendienst, der in der Heimat alles verkauft hatte und damit einen Campingplatz mit Ferienhäusern aufgemacht hat. Dieser hatte schon vor ihrer Ankunft im Internet auf OVB online den Bericht in unserer Zeitung von der Verabschiedung des TSF gelesen, staunten die Zangberger.

Bei der Übergabe des Fahrzeugs am Samstag versammelten sich zahlreiche Mitglieder des Feuerwehrvereins Weidenthal mit Blaskapelle. Ihn gibt es noch, aber seit 1980 keine Wehr mehr. Sie haben nur eine von Pferden gezogene Handpumpenspritze. Mit dieser löschten sie neulich einen Wohnhausbrand, brauchten allerdings zweieinhalb Stunden zum Einsatzort. Da ist das Zangberger TSF mit seinen vielen Ausrüstungsgegenständen ein willkommenes Geschenk. Als sich die Zangberger am Sonntag auf die Heimfahrt machten, hatten sie die Gewissheit, dass ihr TSF an der richtigen Stelle ist und sie eine Freundschaft zwischen Bayern und Banater Schwaben in Rumänen angebahnt haben.

Die Überführungskosten für Treibstoff und Maut für die beiden Fahrzeuge wurden gesponsert von der Gemeinde und der Firma Kaltenecker in Zangberg sowie der VR-Bank und der Sparkasse in Ampfing. Geräte gab es vom Globus in Mühldorf. Den Schlusspunkt der Übergabe bildete vor Kurzem die Aushändigung des Fahrzeugbriefes durch den Vorstand an Heinrich Hauser, der zu einer Hochzeit nach Traunreut gekommen war und ihn sich in Zangberg abholte.

gth/Mühldorfer Anzeiger

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