Ska, Balkan Beats und Dancehall im Haberkasten

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Mühldorf - "Jamaram is in the House!" Nach dem Sensations-Gute-Laune-Gig im vergangenen Jahr rockten sie auch diesmal den Mühldorfer Haberkasten.

Alle sind da: Die barfußigen Mädchen mit gebatikten Schlabberhosen, die zottelbärtigen Jungs mit Dreadlocks. In der ersten Reihe flippt die 13-jährige Lea aus, ganz hinten kann sich ihre Mama Tanja nicht mehr still halten: "Jamaram is in the House!" Nach dem Sensations-Gute-Laune-Gig im vergangenen Jahr rockten sie auch diesmal den Mühldorfer Haberkasten. Eine perfekte musikalische Performance legte die Band aus dem Süden der Republik hin, deren Musik sich einfach nicht in eine Schublade pressen lässt - und das ist gut so. Fließend die Übergänge der Genres, ein bunter Mix zwischen treibenden Balkan Beats, fröhlichem Ska, erfrischendem Reggae.

Jamaram im Mühldorfer Haberkasten

Gewohnt experimentierfreudig und dabei absolut selbstsicher verwöhnt Jamaram die Partygemeinde mit High-End-Dub und Dancehall. Exakt intoniert durch Tenorsaxer Hannes Beblo und Trompeter Max Wittmann (oben links), die sich auf den bassigen Teppich von Benni Beblo und dem exakten Spiel von Drummer Murxen Alberti im Rhythmik-Dschungel verlassen konnten. Absolut wandlungsfähig dabei auch Lionel Wharton am Piano, der sich meist dezent im Hintergrund hielt, aber dann gerade bei den Latin Styles sein Können auf die Tasten packte. Energiegeladen spielen die Jungs fast zwei Stunden lang, lassen die Sonne im Haberkasten scheinen mit einer perfekt inszenierten Lichtshow.

Gute Laune ist Programm bei Jamaram, die zwar erst im April 2011 ihre letzte CD herausgebracht haben, an ihrer neuen aber bereits arbeiten, wie sie zum Auftakt ihrer Tournee in Mühldorf verrieten. Sie geizten auch nicht mit Kostproben aus dem neuen Album, das im Herbst erscheinen soll. "La Famille" war da so ein Beispiel. Irgendwie ein Chanson, der immer mehr an Fahrt aufnimmt, zum klaren Gesang von Tom Lugo (rechts) zum Rock mutiert und zu jedem Rosenmüller-Film kompatibel wäre. Oder "Solid As A Rock", das rockt einfach nur, auf Jamaram-Art, absolut avangardistisch.

So wie man es etwa von "Green Leaf" kennt, ein Song, der einem Charleston angelehnt scheint und bei dem die unermüdlichen Musiker die Zuschauer schon mal auf die Bühne holen. Selbst das Bad in der Menge scheut Jamaram nicht, wenn sie bei "Jamaram Stylee" mitsamt ihren Instrumenten auf Tuchfühlung gehen (oben rechts). Eine feuchte Begegnung. Denn Künstler und Zuhörer sind zu diesem Zeitpunkt bereits durchgeschwitzt - die 13-jährige Lea, ihre Mama Tanja, das barfußige Mädchen, der Junge mit den Dreadlocks....

Mühldorfer-Anzeiger

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