Das schwierigste Jahr überstanden

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Mitten hinein in die Krise erhielt MBM im Januar eine neue, große Maschine. Etwa eine Million Euro hat der Mühldorfer Maschinenbauer in die Maschine investiert, bestellt im Boom-Jahr 2008. Dann folgte der Absturz, jetzt sieht MBM wieder positiver in die Zukunft und hofft, dass sich der Kauf der 13 Meter langen Maschine in den nächsten Jahren auszahlen wird.

Mühldorf - MBM hat das schwierigste Jahr seiner Geschichte überstanden. Die Weltwirtschaftskrise brachte den Mühldorfer Maschinenbauer an den Rand seiner Existenz.

Kurzarbeit, Entlassungen und das finanzielle Engagement der Gesellschafter haben MBM ins Jahr 2010 gerettet, in dessen erstem Quartal es wieder bergauf geht.

"Wir haben es überstanden", sagt ein sichtlich erleichterter Geschäftsführer Dr. Wolfgang Friedrich. "Es hat wirklich kritische Momente gegeben." Wie dramatisch das vergangene Jahr war, zeigt der Umsatzeinbruch. Nach dem Boom-Jahr 2008 fiel er von gut 25 Millionen Euro um 40 Prozent auf 15 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Vor allem drei Maßnahmen halfen laut Friedrich, das Unternehmen lebensfähig zu halten: Kurzarbeit, die voraussichtlich im Juni enden wird, die Entlassung von 25 Mitarbeitern durch Kündigungen oder Aufhebungsverträge und das Engagement der Gesellschafter, "die uns mit Liquidität zur Seite gesprungen sind".

Trotz der Krise hat MBM laut Friedrich darauf verzichtet, zum großen personellen Kahlschlag auszuholen. "Wir haben nicht so stark reduziert, wie man es hätte machen müssen. Denn sonst fehlen uns die Fachkräfte, wenn es wieder bergauf geht." Dieser Punkt scheint gekommen, betrachtet man den Auftragseingang im ersten Quartal 2010. "Es ist deutlich besser, aber es gibt noch viel Unsicherheit im Markt." Aufträge seien zwar eingegangen, sie seien aber relativ kurzfristig abzuarbeiten und liefen nicht weit ins Jahr hinein. "Aus heutiger Sicht sind wir leicht optimistisch." Das Ziel für 2010 ist klar: "Wir wollen wieder schwarze Zahlen schreiben." Den Umsatz will MBM auf etwa 20 Millionen Euro anheben.

Friedrich ist überzeugt, dass das Klima im Betrieb durch die Maßnahmen der Geschäftsleitung, insbesondere die Entlassungen, nicht gelitten habe. "Wie krass die Situation war, ist allen Mitarbeitern bewusst." Dazu habe das Unternehmen offen informiert und beispielsweise den Auftragseingang für alle sichtbar ausgehängt.

Der Umsatzrückgang betraf laut Friedrich die gesamte Bandbreite der Kunden, die bei MBM fertigen lassen. Besonders hart habe es den Bereich Kunststoffverarbeitung getroffen, für den MBM seit einigen Jahren selbst entwickelte Maschinen baut. In diesem Bereich sei der Umsatz um 70 Prozent zurückgegangen.

Auch das Werk in Tschechien, in dem vor allem lohnintensive Serien hergestellt werden, war von der Krise betroffen. Dort sei der Abschwung noch krasser gewesen, dafür laufe der Aufschwung stärker an, sagte Friedrich.

Für künftige Krisen will sich MBM rüsten, obwohl Friedrich überzeugt ist, dass es gegen die Auswirkungen eines so starken und überraschenden, weltweiten Rückgang kein absolut wirksames Mittel gibt. "Wir werden die Anfälligkeit des Unternehmens aber reduzieren." Dazu gehört die Überprüfung der Liquidität genauso wie eine vorsichtige Personalplanung.

Derzeit hat MBM 174 Mitarbeiter, davon sind 19 Auszubildende. "Wir haben die Zahl der Lehrlinge nicht reduziert", betont Friedrich. "Da bleiben wir dran mit Blick auf den bevorstehenden Fachkräftemangel." Das Unternehmen habe sehr gute Erfahrung mit eigenen Auszubildenden gemacht, weil sie Fertigkeiten wie das Lesen von Zeichnungen lernen würden, die in der Fertigung von Einzelteilen oder geringen Auflagen notwendig sei;en Lehrlinge, die aus Betrieben mit Serienfertigung kämen, hätten diese Fähigkeiten oft nicht. Die Ausbildung bei MBM sei geschätzt, auf einen Ausbildungsplatz zum Industriemechaniker kommen laut Friedrich acht Bewerbungen.

hon/Mühldorfer Anzeiger

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