Vom Säugling bis zum Greis

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Pfarresekretär Otto Wagner vor dem „Haus der Familie“, das heute offiziell als Familienzentrum zum Leben erweckt wird.

Niederbergkirchen – Ein Haus der Familie gibt es ab Donnerstag in der Gemeinde. Das alte Mesnerhaus soll zukünftig der Hort sein, wo Menschen verschiedener Altersstufen zusammenkommen.

Das alte Mesnerhaus soll zukünftig der Hort sein, wo Menschen verschiedener Altersstufen - vom Säugling bis zum Greis - zusammenkommen, sich austauschen und weiterbilden. Als eine von fünf Einrichtungen in der Erzdiözese München-Freising beteiligt sich die Gemeinde Niederbergkirchen an diesem Pilotprojekt, das in zwei Jahren ein Selbstläufer sein soll.

"Viele Angebote haben wir schon vor Ort", erklärt Niederbergkirchens Pfarrsekretär Otto Wagner. Umso selbstbewusster steht seine Pfarrgemeinde deswegen diesem Projekt gegenüber, das bereits am 1. September angelaufen ist und heute Nachmittag durch den kirchlichen Segen (14 Uhr) den offiziellen Status erhält.

Unter dem Motto "Mut zur Familie" gelte es, so Wagner, möglichst viele Kräfte zu bündeln. Kräfte, die in der kleinen Gemeinde nördlich von Mühldorf schon seit Jahren gut zusammenwirken, wie der Pfarrsekretär bestätigt. Denn unter Federführung der Kindergartenleiterin Dagmar Thienel war es möglich, dass nicht nur im örtlichen Kindergarten St. Elisabeth mittlerweile unter Dreijährige zusammen mit Schulkindern optimal betreut würden. Die Profi-Runde (Profi steht für "Professionelle Runde, organisiert Familien-Interessen) war ursprünglich ebenfalls eine Idee von Thienel mit dem Ziel, die in der Gemeinde vorhandenen sozial engagierten Gruppierungen an einen Tisch zu bringen zur gezielten Förderung der Gemeinschaft im Ort. Seit 2003 setze man sich zweimal im Jahr zusammen, um ein Familienbildungsprogramm auf die Beine zu stellen. Ein Konzept, das aufging und schließlich 2006 auch vom Katholischen Kreisbildungswerk in Mühldorf übernommen wurde.

Das nun gestartete Pilotprojekt des Erzbischöflichen Ordinariats in München deckt sich also grundlegend mit der Vorstellung Thienels, die sich mit dem Katholischen Kindergarten für diese Erweiterung zum Familienzentrum beworben hatte. "Wir haben in Niederbergkirchen eine starke Basis, darauf kann man weiter aufbauen".

Dies soll nun unter einem gemeinsamen Dach passieren: Das Mesnerhaus - jahrelang ungenutztes Gebäude im gemütlichen Rund des Pfarrhausensembles in Niederbergkirchen - soll künftig das Familienzentrum sein, "das Haus der Familie", wie Wagner und Thienel betonen. Ein Hort, wo nicht nur die Pekip-Gruppe die gemütlichen Räume nutzt, wo sich Eltern über ihre Erziehungsvorstellungen austauschen, wo Frauen im Rahmen von Entspannungsabenden vom Alltag abschalten können. "Oder wo Senioren und Jugendliche sich zum Kartenspielen treffen können - im übertragenen Sinne also auch ein Mehrgenerationenhaus", so Thienel über die künftige Begegnungsstätte. Sie spinnt den Faden dann weiter, spricht von der Vernetzung der in Niederbergkirchen schon vorhandenen 47 Gruppierungen, von der Miteinbeziehung von Beratungsstellen und Pflegediensten vor Ort, schließlich sogar von der Weiterentwicklung der Dorfgemeinschaft und Integration von Neubürgern auf Basis dieses Familienprojektes. Für Thienel langfrisig auch eine Aufwertung des Ortes.

Mit ganz viel Mut und Herz werde sie dieses spannende Projekt angehen, freut sich Thienel nun auf zwei spannende Jahre. Sie habe schon viele Ideen im Kopf, "und die sollen wachsen mit den Leuten, die in das Haus der Familie gehen".

je/Mühldorfer Anzeiger

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