Rottalbahn ein Paradebeispiel

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Über die Bedeutung der Rottalbahn für den ländlichen Raum informierte Christoph Kraller, Geschäftsleiter der Südostbayernbahn, die Vertreter von Kommunen, Tourismusverbänden und Wirtschaft und Bahn.

Mühldorf (ma) - Viel Lob erntete die Rottalbahn von Mühldorf über Neumarkt-St. Veit nach Passau bei der Tagung "Mobilität ist Zukunft" im Landratsamt Mühldorf.

Sie sei ein Paradebeispiel für die Entwicklung der Bahn im ländlichen Raum, lobten Vertreter der Landkreise Mühldorf und Rottal-Inn sowie der Industrie- und Handelskammern München, Ober- und Niederbayern die Modernisierung der Strecke.

Im Jahr 2001 stand die Südostbayernbahn vor der Entscheidung, die Strecke zu modernisieren oder stillzulegen, berichtete SOB-Geschäftsleiter Christoph Kraller den rund 60 Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Tourismusgewerbe. "Doch wir versuchen zu retten, was im Regionalverkehr nach dem Rückzug der Deutschen Bahn noch zu retten ist", sagte Kraller. Und so investierte die SOB 2,3 Millionen Euro in die Modernisierung der Rottalbahn. Mit Erfolg. "Schon jetzt haben wir 50 Prozent mehr Fahrgäste als 2003", erläuterte Kraller. Derzeit nutzen rund 2200 Leute täglich die Rottalbahn. Bis 2013 rechnet die Südostbayernbahn mit einem weiteren Anstieg um 40 Prozent. Zudem seien mit dem Ausbau der Strecke 20 neue, wohnortnahe Arbeitsplätze geschaffen worden. Auch für das Bäderdreieck mit den drei Heilbädern Bad Füssing, Bad Birnbach, Bad Griesbach sowie für die Tourismusregion Bayerisches Golf- und Thermenland sei die modernisierte Rottalbahn ein zentraler Wettbewerbsvorteil, erläuterte Alexander von Poschinger, Marketingleiter beim Tourismusverband Ostbayern. Eine Befragung habe ergeben, dass 60 Prozent der Gäste, die einen eigenen Pkw besitzen, trotzdem mit der Bahn anreisen - vor allem bei längeren Aufenthalten und weiten Anreisestrecken von über 200 Kilometern.

"Die Rottalbahn zeigt, wie es gehen soll", sagte Bürgermeister Günther Knoblauch, anderenorts wünsche er sich von der Bahn mehr Leidenschaft bei der Planung, mehr Ehrgeiz bei der Finanzierung und mehr Schnelligkeit beim Bau, sprach er den für die Wirtschaft der Region ausschlaggebenden Ausbau der Strecke zwischen München und Burghausen an. "Die Metropolen werden stark unterstützt, in keiner Weise aber der ländliche Raum", schloss sich Landrat Georg Huber der Kritik an. Dank gelte der Südostbayernbahn, ohne deren Engagement wäre die vielprophezeite Abwanderung der Wirtschaft schon eingetreten, sagte Huber. Künftig fahren statt derzeit 18 Zügen 35 Züge täglich - alle mit rund 80 Stundenkilometern, um den Ein-Stunden-Takt zu gewährleisten (siehe Infokasten "Stundentakt). Um das höhere Tempo zu ermöglichen, sind auf weiten Streckenabschnitten die Schienen, vier Unterführungen und ein Bahnübergang komplett erneuert worden, in Pfarrkirchen musste eine Brücke neu gebaut werden, anderenorts wurden viele der 325 bestehenden Brücken saniert. Auf weiten Teilen der Strecke musste die Signaltechnik verbessert werden, informierte SOB-Abteilungsleiter Denis Kollai. "Wir müssen den ländlichen Raum unterstützen", fasste SOB-Geschäftsleiter Kraller zusammen, "sonst haben auch die Hauptbahnen keinen Zulauf."

nl

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