Ist Omas alter Schinken noch was wert?

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Mühldorf - Die Mühldorfer haben fast vergessenen Erbstücke und Silberlöffel zusammengepackt. Der Grund: Bei den Gutachtertagen wird geschätzt, was die Stücke eigentlich wert sind:

Die Gutachtertage im Mühldorfer Rathauserfreuten sich bereits im September 2010 großer Beliebtheit. Auktionator Stefan Freiherr von Reibnitz konnte sich vor dem Ansturm der Interessenten kaum retten. Jetzt darf jeder nur noch maximal fünf Stücke mitbringen, um die Zeit pro Kunde zu reduzieren. Von Reibnitz vermutet Nostalgie als Grund dafür, dass so viele Menschen ihre vermeintliche Kunst schätzen lassen wollen. "Da sind manche Gemälde schon seit drei Generationen im Familienbesitz. Die Leute kommen hier mit großen Erwartungen her, die man oft aber auch enttäuschen muss," berichtet der Auktionator. Aber nicht immer ist das der Fall. Oft läuft die Sache auch anders herum. "Einer hat uns mal antike Juwelen vorgelegt. Als ich das sah, habe ich direkt ein Tuch darüber gelegt - denn bei diesen Werten hätte der Kunde eigentlich einen Wachmann gebraucht," so Von Reibnitz.

Das Auktionshaus des Freiherrn befindet sich in Pfarrkirchen. Dort können Kunsthistoriker ihr Volontariat absolvieren. Und für sie als Übung sind die Gutachtertage eigentlich auch gedacht. "Da stellt nicht ich oder der Professor die Fragen, sondern das wahre Leben. Das ist auch für mich immer wieder spannend. Und die Volontäre können sich versuchen und lernen viel dabei."

Die Gutachtertage gehen noch bis zum Freitag, den 30. März. Jeweils von 10 bis 17 Uhr sitzt Von Reibnitz mit seinem Team im Sitzungssaal des Mühldorfer Rathauses und begutachtet, ob da Kunst oder Trödel vor ihm liegt.

ds

Rubriklistenbild: © ds

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