Für das neue Schuljahr gerüstet

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Schulamtsdirektor Paul Schönstetter ist für das kommende Schuljahr mit seinen Lehrern gerüstet.

Mühldorf - Am kommenden Dienstag beginnt wieder die Schule. Schulamtsdirektor Paul Schönstetter sprach vorab schon einmal die Schülerentwicklung und die Klassenbildung.

Wie entwickeln sich die Schülerzahlen im kommenden Schuljahr an den Grund- und Mittelschulen?

Auch in diesem Schuljahr war der Schülerrückgang mit einer Abnahme von 224 Grund- und Mittelschülern sehr hoch. Im Bereich des Staatlichen Schulamts Mühldorf betrug der Schülerrückgang in den letzten vier Schuljahren 1145 Schüler. In den ersten Klassen werden 944 Schüler eingeschult, das entspricht einer Minderung von zehn Schülern. Das heißt, dass im Bereich der Eingangsschüler sich die Schülerzahlen weiterhin stabilisieren, der hohe Rückgang der Schülerzahlen beruht auf dem Abgang starker Abschlussklassen sowie einem verstärkten Übertritt an Realschulen, Gymnasien und Wirtschaftsschulen. Wir haben zum Schulbeginn 3996 Grund- und 2417 Mittelschüler. Insgesamt besuchen 6413 Schüler im Landkreis eine Grund- oder Mittelschule.

Macht bei ständig ab- nehmenden Schülerzahlen die Mittelschule überhaupt noch Sinn?

Aus meiner Sicht auf alle Fälle. Es darf nicht außer Acht gelassen werden, dass 35 Prozent eines Schuljahrgangs die 7. Jahrgangsstufe einer Mittelschule und rund 40 Prozent die 8. Jahrgangsstufe besuchen.

Ein heißes Thema sind jedes Jahr die Klassenstärken. Wie ist diese Entwicklung im Landkreis?

Es ist für mich sehr erfreulich, dass die durchschnittliche Schülerzahl der Klassen sich auf einem niedrigen Niveau stabilisiert. 21,3 Schüler pro Klasse besuchen die Grundschule und 19,5 Schüler pro Klasse die Mittelschulen. Der Rückgang der Schülerzahlen führt aber auch dazu, dass sich die Klassenbildung erheblich erschwert, da zwar die Schüler weniger werden, aber nicht die Klassen im selben Maße. Das Staatliche Schulamt hat mit Erfolg versucht, dieser Entwicklung mit der Einrichtung von sechs neuen jahrgangskombinierten Klassen entgegen zu wirken. Insgesamt gibt es 188 Grundschul- und 124 Mittelschulklassen. Der Rückgang bei der Grundschule beträgt zwölf Klassen und bei den Mittelschulen sind es zwei Klassen weniger, als im letzten Jahr.

Diese Kombi-Klassen sorgen bei den Eltern nicht für Begeisterung. Können Sie diese Haltung nachvollziehen?

Ehrlich gesagt nein. Wir haben im Landkreis zehn solcher Klassen. 199 gibt es in ganz Oberbayern. Diese Klassen sind pädagogisch sehr sinnvoll. Damit sorgen wir dafür, dass Schulstandorte erhalten bleiben und das Motto: 'Kurze Beine, kurze Wege umgesetzt' werden kann. Die Kinder können in die Schule vor Ort gehen und werden nicht einem Schul-Tourismus unterworfen.

Der Landkreis Mühldorf ist in vielen Bereichen vorbildlich mit seinen vielen Pilotprojekten. Können diese Projekte fortgeführt werden?

Wir sind tatsächlich in Bayern der Landkreis mit vielen Leuchtturmprojekten. Diese werden wir auch im kommenden Schuljahr fortführen. Gestern ist die Zusage der Regierung von Oberbayern gekommen, die Finanzierung der Berufsorientierung der Mittelschüler auch für das kommende Schuljahr zu übernehmen. Diese Berufsorientierung wollen wir weiter ausbauen. Die Zahl der Ganztagesklassen konnte auch im kommenden Schuljahr auf hohem Niveau stabil gehalten werden. Wir haben bei diesen Klassen eine überdurchschnittlich hohe Versorgung gegenüber den anden Landkreisen. Auch die Angebote neben den Pflichtstunden konnten wir aufrecht erhalten. Grund- und Hauptschulen werden wieder viele Angebote bieten und so ein lebendiges Schulleben gestalten.

Wie sieht die Versorgung mit Lehrkräften aus?

Wir sind ein sehr fruchtbares Schulamt, denn derzeit sind 15 Lehrerinnen schwanger. Aber im Ernst: Wir haben ausreichend Lehrer für alle Klassen und können alles abdecken, was benötigt wird. Nur die mobile Reserve ist wegen der Schwangerschaften um die Hälfte geschrumpft. Wir sind für das neue Schuljahr optimal gerüstet.

Was wünscht sich der Schulamtsdirektor für das kommende Schuljahr?

Ein friedliches, erfolgreiches und lerneifriges Schuljahr, bei dem unsere Kinder im Mittelpunkt stehen. Verständnis und gegenseitiges Miteinander bei Lehrern und Eltern. Eine offene und faire Diskussion bei auftretenden Problemen und den Schulanfängern viel Spaß und Freude beim gemeinsamen Lernen.

sb/Mühldorfer-Anzeiger

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