Ecksberg schafft weiter Arbeitsplätze

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Der Neubau grenz unmittelbar an die bestehenden Werkstattgebäude an. Rechts ist die Gärtnerei zu sehen, die ebenfdalls Arbeitsplätze für Behinderte zur Verfügung stellt.

Mühldorf - Die Anzahl der Mitarbeiter in den Behinderten-Werkstätten der Stiftung Ecksberg steigt stetig. Jetzt wird die Einrichtung dem mit 30 weiteren Arbeitsplätzen gerecht.

Lesen Sie hier den Bericht des Mühldorfer Anzeigers vom Freitag:

30 neue Arbeitsplätze in Ecksberg

Die Stiftung Ecksberg schafft 30 zusätzliche Arbeitsplätze in ihren Werkstätten. Mit dem Neubau in Altmühldorf reagiert die Behinderteneinrichtung auf die steigende Zahl von Mitarbeitern in den Werkstätten. Im Mai soll der Neubau bezugsfertig sein.

442 Behinderte sind derzeit in den Ecksberger Werkstätten zwischen Mühldorf und Bachham beschäftigt. Sie arbeiten an vier Standorten in der Wäscherei, Küche, in der Montage oder Gärtnerei. Als Grund für die steigende Zahl von Werkstattmitarbeitern nennt Stiftungsvorstand Dr. Alexander Skiba neben einer Erweiterung der Wohnplätze um zehn vor allem die steigende Zahl von Behinderten, die außerhalb der Stiftung wohnen, dort aber arbeiten: 218 Mitarbeiter leben nicht in Ecksberg oder einer der Außenwohngruppen. "Das entspricht dem Trend, dass nicht mehr jeder Behinderte automatisch ins Heim geht."

1100 Qaudratmeter Nutzfläche stehen nach Angaben von Günter Utzinger, technischer Leiter der Stiftung Ecksberg, in dem neuen Gebäude zur Verfügung, 2,3 Millionen Euro investiert die Stiftung in den Ausbau der Montage.

Die Ecksberger Werkstätten bleiben von der Konjunkturkrise nicht verschont. Auf 44 Prozent beziffert Vorstand Walter Grafwallner den Rückgang im Bereich der Metallverarbeitung. Der Bereich Montage ist nach seinen Angaben erfreulich stabil, die Wäscherei kann sich dank eines Großauftrags des Mühldorfer Krankenhauses auf lange Zeit sicherer Umsätze erfreuen. "Es ist unser Vorteil, dass wir nicht einseitig auf die Autoindustrie gesetzt haben und von ihr abhängig sind", sagt Grafwallner und weist darauf hin, dass für die Ecksberger Werkstätten die gleichen Regeln auf dem Markt gelten wie für andere Unternehmen. Die Möglichkeit zur Kurzarbeit wie andere Firmen hätten die Werkstätten nicht; sie müssen die Behinderten auf jeden Fall betreuen.

Die Werkstätten sind verpflichtet, 70 Prozent des Ergebnisses an die Mitarbeiter auszuschütten. Die erhalten durchschnittlich 220 Euro, ein Betrag, der sich je nach Arbeitsleistung verringert oder steigt; die wenigen Spitzenverdiener können ihr Taschengeld mit bis zu 900 Euro im Monat aufbessern. Sie müssen allerdings auch einen Teil des Wohngelds übernehmen, das in allen anderen Fällen der Bezirk Oberbayern bezahlt. Der kommt auch für alle übrigen Kosten der Betreuung auf und zahlt den Behinderten Taschen- und Kleidergeld.

Arbeitsverweigerung ist unter den Behinderten fast nicht bekannt, betont Vorstand Skiba. "Es gibt fast keine Betreuten, die nicht arbeiten wollen." Die Angebote in den Ecksberger Werkstätten reichen von den denkbar einfachsten Tätigkeiten in den Förderstätten bis zu anspruchsvolleren Tätigkeiten zum Beispiel bei der digitalen Erfassung von Akten und Plänen.

Beim Neubau sind nach Angaben Utzingers 85 Prozent der Aufträge an heimische Unternehmen vergeben worden, in den Werkstätten geschieht Wertschöpfung auch für Unternehmen in der Region. Auch darüber hinaus versteht sich die Stiftung als Wirtschaftsfaktor: 839 Mitarbeiter machen die Einrichtung nicht nur zu einem der größten Arbeitgeber im Landkreis, sagt Grafwallner: "Wir sorgen durch Arbeitsplätze und Gehälter stark für die Wirtschaft im Landkreis."

Im neuen Gebäude wird auch die Krankenstatiorn untergebracht.

Abgeschlossen sind die Ausbaupläne damit nicht. Bis 2011 soll eine Hackschnitzelheizung für umweltfreundliche Energieversorgung sorgen. Sie ergänzt ein Blockheizkraftwerk, mit dem die Stiftung seit zehn Jahren Strom und Wärme erzeugt.

hon/Mühldorfer Anzeiger

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