Nein zur Auflösung der Arbeitsagentur

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Pfarrkirchen/Mühldorf - Der Verwaltungsausschuss der Agentur für Arbeit Pfarrkirchen spricht sich gegen die Pläne der Bundesagentur für Arbeit aus, die Agentur Pfarrkirchen aufzulösen.

Mit einem einstimmigen Beschluss wollen die Arbeitnehmervertreter, Arbeitgebervertreter und Vertreter der öffentlichen Hand des Verwaltungsausschusses Pfarrkirchen das Auflösen der Arbeitsagentur und die damit einhergehende Zusammenlegung mit der Agentur für Arbeit Landshut verhindern.

Hintergrund der Diskussion sind die Pläne der Bundesagentur für Arbeit. In der Weiterentwicklung der Organisations- und Führungsstrukturen der Bundesagentur sind 156 statt derzeit 176 Agenturen für Arbeit vorgesehen.

Bisher gibt es in Bayern 27 Agenturen für Arbeit. Zukünftig sollen diese auf 23 Agenturen reduziert werden.

Dabei trifft es auch die Arbeitsagentur Pfarrkirchen, die mit der Agentur für Arbeit Landshut zusammengeführt werden soll. Der zukünftige Sitz der neuen Agentur Pfarrkirchen/ Landshut steht noch nicht fest.

Die Bundesagentur für Arbeit begründet ihr Vorhaben damit, dass die geforderte Berücksichtigung der Grenzen von Landkreisen bei der Arbeitsagentur Pfarrkirchen gegeben sei.

Dies enstpricht dem Kriterienkatalog, der für die Auflösung und Zusammenlegung von Agenturen für Arbeit vorgesehen ist: Dabei müssen die Grenzen von Landkreisen und kreisfreien Städten sowie von Wirtschaftsräumen, örtlichen Arbeitsmärkten und Pendlerströmen berücksichtigt werden und zudem eine Mindestgröße von 90 Vollzeitkapazitäten vorhanden sein.

Auch im Bezirk ergeben sich Veränderungen, denen der Verwaltungsausschuss ablehnend gegenüber steht.

So sollen zukünftig der Landkreis Rottal-Inn zur Argentur für Arbeit Landshut/Pfarrkirchen und die Geschäftsstellen Altötting und Mühldorf zur Agentur für Arbeit Traunstein gehören.

Der Verwaltungsausschuss befürchtet, dass der Bezirk der Agentur für Arbeit Pfarrkirchen mit dem über Jahrzehnte gewachsenen intakten Wirtschaftsraum durch die beabsichtigte Umorganisation zerschlagen werden könne.

In den Landkreisen Altötting, Mühldorf und Rottal-Inn leben 336.000 Einwohner und 117.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte arbeiten in 9100 Betriebsstätten.

Besonders mit den großen Industriebetrieben im Chemiedreieck gibt es eine enge Zusammenarbeit der Arbeitsagentur Pfarrkirchen. Die Chemie-Betriebe sehen daher die Deckung des Fachkräftebedarfs wesentlich gefährdet.

Bei der letzten Organisationsänderung 1962 war der gemeinsame Wirtschaftsraum das Hauptargument für die heutige Größe des Arbeitsagentur-Bezirks mit den drei genannten Landkreisen.

Als Standort der Hauptagentur wurde damals bewusst Pfarrkirchen gewählt, um den ländlichen Raum zu stärken und qualifizierte Arbeitsplätze durch Behördenverlagerung in einer strukturschwachen Gegend anzusiedeln.

Mit der jetzigen beabsichtigten Organisationsänderung wird für die Betriebe im bisherigen Zuständigkeitsbereich der Arbeitsagentur Pfarrkirchen die Deckung des Fachkräftebedarfs gefährdet und die Wirtschaft zunehmend geschwächt.

re/Mühldorfer Anzeiger

Rubriklistenbild: © dpa

Zurück zur Übersicht: Region Mühldorf

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser