Mühldorfer Wiesn unter Strom

Diese Litfaßsäulen verbergen ein Geheimnis

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Die Litfaßsäulen verbergen ein Geheimnis: In ihnen sind Stromzähler und Sicherungen untergebracht zur Versorgung des Volksfestplatzes.

Mühldorf - Unendlich viele bunte Lichter, Musik und Hundert Töpfe, in denen Essen kocht: Ohne Strom geht auf dem Volksfest nichts. Damit keiner im Dunkeln sitzt oder hoch oben im Fahrgeschäft fest hängt, haben die Stadtwerke den Volksfestplatz gut ausgerüstet.

Der Witz machte beim langen Stromausfall vor gut zwei Wochen die Runden: Jetzt hat der Schubeck seine Küche angeworfen, hieß es, weil der Süden der Stadt bis hoch zum Bahnhof für Stunden im Dunkeln lag. Stadtwerkechef Alfred Lehmann lächelt darüber nur: „Nein“, sagt er, „das Volksfest stellt uns auf keine Belastungsprobe.“ Auch die neue Küche nicht, die schon alleine soviel Strom braucht, wie das ganze Weißbierzelt bisher.

Dabei ist die Zahl beeindruckend: Das Volksfest verbraucht in elf Tagen 100 000 Kilowatt Strom, das ist so viel wie 30 Einfamilienhäuser in einem ganzen Jahr. Bei 115 Kilowattstunden, die die Stadtwerke Mühldorf und Altötting übers Jahr zur Verfügung stellen, sind 100 000 KW trotzdem keine große Zahl. „Es gibt kein Fahrgeschäft, das wir nicht versorgen könnten“, sagt Lehmann. Trotz der Verlängerung des Volksfests vor zwei Jahren, sei der Stromverbrauch nahezu gleich geblieben, sparsamer LED-Technik sei Dank.

Die Gelassenheit des Stadtwerkechefs ruht auch auf der Versorgungstechnik, die der Volksfestplatz vor etwa 20 Jahren erhalten hat. Damals wurden Kabel und Wasserrohe neu verlegt und rund um den Platz Verteilerstationen installiert.

Die liegen geschickt versteckt in den fünf Litfaßsäulen, die rund um den Platz stehen. Von dort führen sie unterirdisch zu Erdschächten, die auf dem ganzen Platz verteilt sind. Dazu kommen zwei Stationen mit vier Trafos, die die notwendige Leistung herbei schaffen und Hochspannung in verträglichere Stärken umwandeln.

Andreas Leitl ist als Fachbereichsleiter Netzbau der Stadtwerke auch für die Verkabelung der Wohnanhänger, Fahrgeschäfte und Bierzelte zuständig, in diesen Tagen reiht sich beim ihm Termin an Termin: Mit einem Elektriker, einem Schausteller, einem Wirt. Denn mit jedem neuen Anbieter kommen neue Aufgaben. Auf 250 Stunden summiert sich die Arbeitszeit der Stadtwerkemitarbeiter, die seit Juni für das Volksfest arbeiten. „Sobald wir die Liste der Schausteller Anfang Juni haben, geht es los“, erzählt Leitl, „danach wissen wir, welcher Energiebedarf besteht.“ Dann werden Anschlüsse geplant und vorbereitet, müssen Strahler auf den Wegen zum Volksfest und rund um die Parkplätze in der Rennbahn installiert werden.

An schwierige Situationen erinnern sich die beiden Stadtwerker kaum. Vor acht oder zehn Jahren legte ein Unfall den Volksfestplatz lahm, kurzzeitig herrschten Dunkelheit und Stille, wo sonst Rummel ist. Damals hatten Baumfällarbeiten eine Stromleitung gekappt. Nach kurzer Zeit hatten die Stadtwerke eine Umleitung geschaltet, so dass der Spaß auf der Wiesn fortdauern konnte. Drei Mitarbeiter haben Bereitschaftsdienst, um Fehler schnell zu beheben. L aut Lehmann sind das aber zur Volksfestzeit auch nicht mehr als sonst.

Andreas Leitl muss weiter, auf dem Programm steht eine Extrabesprechung mit einem Elektriker wegen der Schuhbeckküche. Das Ergebnis steht schon fest, glaubt man Leitl: „Das bringt uns auch nicht aus der Ruhe.“ 

hon/Mühldorfer Anzeiger

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Volksfest-Infos

Auf dem Festplatz (Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße) vom 26.08. bis 05.09.2016:

- Bierpreis: 8,20 Euro

- Großer Volksfestauszug & Bieranstich: 26. August ab 18.00 Uhr

- Wahl der Mühldorfer Volksfestkönigin: 28. August ab 20.00 Uhr im Weinzelt

- Kinder- und Jugendtag: 31. August

- 25. Internationaler Schützen- und Trachtenzug: 4. September ab 14 Uhr

- Großes Brillant-Musik-Feuerwerk: 5. September ab 21.00 Uhr

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