Mühldorf war im Google-Visier

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Die Kameraautos von Google waren in Mühldorf und dem Landkreis bereits unterwegs. Wann die Bilder ins Internet kommen ist offen, denn Google hat es zunächst auf die großen Städte abgesehen.

Mühldorf - Das Internet-Unternehmen Google hat Mühldorf bereits 2008 für den neuen Bilderdienst „Streetview“ abgelichtet. Die Stadt ist bei Widersprüchen behilflich.

Kleine, bunte Autos mit einer Kamera auf dem Dach spähen über Gartenzäune, hinter Hecken und Mauern: „Google Streetview“ ist unterwegs. Allerdings nicht im Landkreis Mühldorf, zumindest nicht mehr, schon lange nicht mehr. Die Bilder der Kreisstadt und ihrer Umgebung wurden bereits 2008 angefertigt, teilt das Unternehmen auf Anfrage mit.

Wessen Haus heuer noch von den Google-Kameras ins Visier genommen wurde, dessen Foto ist vor zwei Jahren schlichtweg nichts geworden. Nur noch Lücken seien 2010 gefüllt worden, erklärt die Google-Street-View-Pressestelle. Teilweise sei das Wetter zu schlecht gewesen, die Bilder wurden unscharf oder die Kameratechnik war defekt. Und diese Kamerafahrten seien seit Mai ebenfalls in ganz Deutschland abgeschlossen.

So funktioniert Google Street View:

So funktioniert Google Street View

Angst vor einer baldigen Veröffentlichung seines Hauses muss im Landkreis Mühldorf trotzdem niemand haben: Ende des Jahres gehen zwar die ersten Google-Street-View-Bilder online, allerdings nur die der 20 größten deutschen Städte zwischen Berlin und München. Zum Veröffentlichungstermin aller anderen deutschen Ortschaften könne noch keine Angabe gemacht werden, betonte das Internet-Unternehmen.

Widersprüche gegen die Veröffentlichung des eigenen Hauses seien aber jederzeit unabhängig von der tatsächlichen Veröffentlichung möglich. Die Unkenntlichmachung können sowohl Eigentümer als auch Mieter eines Gebäudes beantragen. Dazu müssen auf der Homepage von Google zuerst genaue Angaben zum Aussehen des Hauses gemacht werden, zudem verschickt Google per Post und E-Mail einen Verifizierungscode, um die Richtigkeit der Angaben zu überprüfen und Missbrauch zu vermeiden.

Wer keinen Zugang zum Internet hat, sein Anwesen, aber trotzdem oder gerade deshalb nicht veröffentlicht wissen möchte, dem hilft die Stadt Mühldorf weiter. Nicht nur auf der Homepage der Stadt findet sich unter "Aktuelles" der Vordruck eines Widerrufsformulars, die Stadt verschickt es auch auf Anfrage an Bürger ohne Internet, sagt Sprecherin Gundula Weigl. Und tatsächlich habe es schon einige Anfragen von Bürgern gegeben, die ihr Haus unkenntlich machen lassen wollen, sagt sie.

Google selbst wirbt dagegen mit den Vorzügen seines neuen Dienstes Street View. Als Ergänzung zum bisherigen Landkarten-Dienst Google Maps, ermögliche Street View das Betrachten eines Ortes in einer 360-Grad-Panorama-Anschicht. So könne man vor dem Urlaub das Hotel besichtigen oder vor einem Umzug die neue Wohngegend erkunden.

Aufgenommene Fotos werden zu einer Rundum-Ansicht zusammengesetzt, Gesichter oder andere persönliche Daten wie etwa Autokennzeichen oder IP-Adressen laut Google unkenntlich gemacht. Zudem werden die Bilder aus Deutschland erst veröffentlicht, wenn alle eingegangenen Widersprüche berücksichtigt seien.

Widersprüche per E-Mail an: streetview-deutschland@google.com oder per Post an Google Germany GmbH, Betr. Street View, ABC-Straße 19, 20354 Hamburg.

nl/Mühldorfer Anzeiger

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