Als Wohn-Quartier aufwerten

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Diskutierten über Leben in der Altstadt: Thomas Dieringer, Elisabeth Lenz, Christian Mussnig, Marie-Luise Sondermaier, Bürgermeister Knoblauch, Helmut Irle und Stadtgespräche-Moderator Thomas Lepping (von rechts).

Mühldorf - Was macht das Wohnen in der Altstadt so attraktiv, welche Vor- und Nachteile hat es und welche Pläne hat die Stadt für die Zukunft?

Diesen Fragen ging der fünfte Immobilienstammtisch der Stadt am Mittwochabend im Turmbräugarten auf den Grund.

Fünf Anlieger schilderten ihre Erfahrungen des Lebens in der Altstadt. Vor allem die Themen Sicherheit, die Aufwertung des unteren Stadtplatzes und die Lösung des Parkplatzproblems will die Stadt in naher Zukunft angehen, sagte Bürgermeister Günther Knoblauch. Um die Seitengassen aufzuwerten beginnt die Stadt mit Investor Helmut Irle ein Projekt in der Ledererstraße. Irle hat das ehemalige Stocker-Anwesen und ein benachbartes leer stehendes Wohnhaus gekauft und will dort investieren. "Wir wollen hier ein Beispiel für weitere Gassen schaffen", sagte Knoblauch.

Neben Irle gehörte auch Thomas Dieringer zum Podium der Innenstadt-Anlieger. Er hat vor einem Jahr ein Haus in der Bräugasse gekauft. Elisabeth Lenz ist Mieterin einer Stadtplatz-Wohnung. Der Landschaftsarchitekt Christian Mussnig betreibt ein Büro am Stadtplatz und hat ein Altstadthaus gekauft, bei dem die Sanierung ansteht. Die pensionierte Lehrerin Marie-Luise Sondermaier ist am Stadtplatz geboren und wohnte bereits in einer verwinkelten Altstadtwohnung, bevor sie "Auf der Wies" ein Grundstück geerbt und dort gebaut hat.

Als Vorteile des Wohnens in der Altstadt haben die fünf vor allem die kurzen Wege zu Ärzten, Stadtverwaltung, vielen Dienstleistungsbetrieben und auch Kindertageseinrichtungen ausgemacht. Auch die Grundversorgung sei fußläufig gewährleistet. Eine gute Busverbindung führt in die übrigen Teile der Stadt. Auch die Nähe vieler Freizeiteinrichtungen sowie zum Naherholungsgebiet am Inn sei vorteilhaft. "Obwohl Mühldorf vergleichsweise klein ist, hat es einen ganz eigenen Charakter, Urbanität und Ausstrahlung", sagte Irle. Er führt das auf die "gute Durchmischung" an attraktiven Geschäften, Freizeitmöglichkeiten und qualitativen Wohnquartieren zurück.

Nachteile gebe es wenig, so die einhellige Meinung der Diskutanten. Es fehle ein gut sortiertes Lebensmittelgeschäft und die Parkplatzsituation sei vor allem während der Stadtplatzsperrungen schwierig. Die 25-jährige Elisabeth Lenz sprach das Sicherheitsproblem an. Es gebe einige Punkte, an denen sich abends oft alkoholisierte Jugendliche treffen. Dort sei die Lärmbelästigung hoch und sie fühle sich unsicher, wenn sie abends allein vorbeigehen müsse.

Hier sollten alle gemeinsam die Augen offen halten, forderte sie. Auch bei Sanierungsprojekten sei die Zusammenarbeit der Stadtplatzanlieger gefragt, schlug Irle vor. Mussnig wünschte sich, dass bei der weiteren Städteplanung der Inn mehr einbezogen wird. Zudem sei bei Bauvorhaben Unterstützung der Stadt hinsichtlich des Denkmalschutzes nötig. Um die Ansiedlung von Geschäften in der Altstadt zu fördern, sei vor allem wichtig, dass die Geschäfte, die den Schritt in die Innenstadt wagen, dann auch unterstützt werden, forderte Marie-Luise Sondermaier.

Um das Sicherheitsproblem anzugehen gebe es die Überlegung, am Inn einen zentralen Grillplatz einzurichten und das Alkoholverbot in den übrigen städtischen Grünanlagen rigoroser durchzusetzen, informierte Bürgermeister Knoblauch. Das Parkplatzproblem soll mittels eines Gutachtens untersucht werden. Um die Parkplätze weiter auszubauen, sei aber eigentlich das Hallenbad im Weg, formulierte er vorsichtig. Es müsse aber zuerst geklärt werden, wie viele Parkplätze nötig seien und ob der Neubau des Hallenbads an anderer Stelle finanziell überhaupt möglich ist.

Um mehr Platz für Geschäfte am Stadtplatz zu schaffen und den unteren Stadtplatz aufzuwerten, soll der Kindergarten in den rückwärtigen Teil verlegt werden, dadurch entsteht ein Gebäude mit 1500 Quadratmetern Verkaufsfläche. "Dafür haben wir eine erfreuliche Resonanz bei Geschäften, die ein Alleinstellungsmerkmal in der weiten Region hätten", sagte Knoblauch. Was die Ansiedlung eines Lebensmittelgeschäfts anbelange zeigte er sich aber skeptisch. "Wenn, besteht die Chance auf einen Feinkostladen, wenn ein Privater sich traut", sagte er, "aber es gibt bereits einen Discounter, einen Naturkostladen und tolle Metzgereien und Bäckereien."

nl/Mühldorfer Anzeiger

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