Gehen Stadtgespräche weiter?

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Vorzeigeveranstaltung: Der Sonntag am Inn ist aus den Stadtgesprächen hervorgegangen, erfreut sich einmal im Jahr großer Beliebtheit und wird auch ohne die Stadtgespräche weiter gehen. Da aber nicht alle Vorhaben Selbstläufer geworden sind, die von Ehrenamtlichen getragen werden können, sollen die Stadtgespräche um drei Jahre verlängert werden.

Mühldorf - Bürgermeister Günther Knoblauch wünscht sich, dass die Mühldorfer Stadtgespräche weitergehen. Einige Vorhaben in der Stadt seien nur in diesem Rahmen umsetzbar.

Auf drei Jahre waren die Stadtgespräche bei ihrem Start im November 2009 begrenzt, in den kommenden Wochen laufen sie aus. Für Bürgermeister Knoblauch höchste Zeit, sich über die nächsten Jahre Gedanken zu machen. Seine Schlussfolgerung daraus ist eindeutig: "Wir können nicht mittendrin aufhören." Deshalb muss sich der Stadtrat am kommenden Donnerstag mit der Fortsetzung befassen.

Zwei Aspekte machen nach Ansicht Knoblauchs den Erfolg der Stadtgespräche aus: "Es haben sich noch nie so viele Leute außerhalb der Politik für die Zukunft der Stadt engagiert". Es sei ein Glückfall, dass das gelungen sei. Außerdem gebe es einige Vorhaben, die ohne dieses Engagement nicht vorankämen: "Das geht nur, wenn wir die Menschen einbinden."

Konkret nennt Knoblauch die Umgestaltung der Lederergasse. Um die Seitengasse und später vielleicht auch andere zu sanieren und zu beleben, müssten Hausbesitzer, Geschäftsleute, Mieter, Planer und Stadt zusammenarbeiten. "Das klappt nicht, wenn jeder sein eigenes Süppchen kocht", sagt er. "Sonst machten wir die Planung ohne die Menschen."

Die Moderation durch Thomas Lepping von TL Kommunalmarketing, der das Konzept der Stadtgespräche entwickelt hat und in Mühldorf begleitet, sei hilfreich, wenn es darum gehe, verschiedene Interessenten an einen Tisch zu bringen, zu vermitteln und die Blicke von Außenstehenden auf die Vorhaben zu werfen.

Laut Knoblauch stehen auch die Regierung von Oberbayern und die Städtebauförderung den Stadtgesprächen positiv gegenüber und seien vermutlich erneut bereit, sich finanziell zu engagieren. Das hat die Regierung auch in der Vergangenheit getan und einen Teil der Kosten von 117.000 Euro getragen.

Im November 2009 begannen die Stadtgespräche nach einer Auftaktveranstaltung mit 250 Teilnehmern im Stadtsaal. In drei Projektgruppen treffen sich laut Moderator Lepping bis zu 60 Mühldorfer, um aktuelle Fragen zu diskutieren und Projekte zu entwickeln. Über Protokollverteiler und Immobilienstammtische liege die Zahl der in die Stadtgespräche eingebundenen Mühldorfer bei über 200. Die bekanntesten Ergebnisse der Stadtgespräche sind das Wunschkinoprogramm, die Bücherrallye, der Sonntag am Inn und der Immobilienstammtisch.

Andere Vorhaben wie der Gesundheitstag kommen voraussichtlich über ein einmaliges Ereignis nicht hinaus. Die Verbesserung der Zusammenarbeit der Geschäfte in der Stadt mit denen an den Ausfallstraßen oder eine stärkere Aktivierung der Aktionsgemeinschaft steckt noch in den Kinderschuhen oder ist wie im Fall der Standortzusammenarbeit nach Anischt von Teilnehmern wohl zum Scheitern verurteilt.

Für Moderator Lepping kein ungewöhnlicher Vorgang. Es sei normal, dass sich manche Mitarbeiter zurückzögen und andere neu dazu kämen; dass Vorhaben gelängen während andere scheiterten. Insgesamt aber seien die Stadtgespräche ein Erfolg: "Wir haben Initiativen, die so vielleicht gar nicht zustande gekommen wären. Und Menschen, die sonst wohl nicht zusammengearbeitet hätten." Er stellt fest: "Die Stadtgespräche haben sich als feste Größe etabliert."

Lepping nennt die stärkere Aktivierung der Aktionsgemeinschaft, die Schaffung eines Einkaufsführers, die Umgestaltung der Ledererstraße, das Thema Weihnachtsbeleuchtung oder Mühldorfs Marketing nach außen wichtige Themen für die nächsten drei Jahre. Dabei ist für ihn eine Fortsetzung wie bisher genauso denkbar wie eine Umstrukturierung. Darüber müsse in den nächsten Wochen entschieden werden.

Vorher befasst sich der Stadtrat damit, der am Donnerstag entscheidet, ob Mühldorf weiter Geld für die Stadtgespräche zur Verfügung stellen wird.

hon/Mühldorfer Anzeiger

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