6600 Kilometer für guten Zweck

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Die knallgelben Audi 80 sollen (von links) Daniel Klein, Thomas Zann, Herbert Meyer, Caglayan "Charly" Kirtay, Daniel Kojer und Sebastian Hipp vom Allgäu nach Jordanien bringen. Dabei dient die Fahrt einem guten Zweck.

Mühldorf - Eine ganz besondere Herausforderung ist die Allgäu-Orient-Rallye von Oberstaufen nach Amman in Jordanien. Heuer nimmt auch ein Mühldorfer teil.

6600 Kilometer quer durch Europa - ohne Autobahn und Mautstraßen und ohne Navigationsgerät mit einem Auto, das nicht mehr als 1111,11 Euro wert und mindestens 20 Jahre oder älter ist, und ohne für eine Übernachtung mehr als 11,11 Euro auszugeben. Das ist die Herausforderung der Allgäu-Orient-Rallye von Oberstaufen nach Amman in Jordanien, an der heuer ein Mühldorfer teilnimmt.

Die Rallye, die am 27. April beginnt, dient einem guten Zweck. Am Ziel angekommen werden die Autos unter der Schirmherrschaft von König Abdullah II. von Jordanien für einen guten Zweck verkauft. Zudem muss jedes der teilnehmenden Teams ein Musikinstrument mit auf die Reise nehmen, das in Jordanien einer Musikschule zugute kommen soll.

Unter den 111 Teams ist heuer auch eines aus der Region - mit dabei sind Daniel Kojer (27) aus Mühldorf und Daniel Klein (29) aus Teising mit ihren Teamkollegen Herbert Meyer aus Amerang, Thomas Zann aus Kirchseeon, Caglayan Kirtay aus Bad Endorf und Sebastian Hipp aus Bernbeuren. "Ich habe das schon ein paar Jahre verfolgt", sagt Daniel Kojer. Und dann hat sich heuer über einen Bekannten die Möglichkeit aufgetan, dabei zu sein. "Die haben sich angemeldet und noch drei Plätze frei." Jedes Team besteht aus drei Autos mit insgesamt sechs Fahrern. "Wir haben drei Audi 80 Avant", erzählt Daniel Klein - drei gleiche Autos, um nicht verschiedenes Werkzeug und Ersatzteile mitnehmen zu müssen. "Zum Glück haben wir einen Kfz-Meister dabei", sagt Klein. So hoffen die Rallyefahrer, kleine Pannen unterwegs reparieren zu können.

Los geht's am 27. April, "dann haben wir bis 2. Mai Zeit, nach Istanbul zu kommen", sagt Klein. Wie, ist egal, Hauptsache nicht über Autobahnen. Die Route wird vom Veranstalter nicht vorgegeben, nur Fixpunkte sind festgelegt, wie Fährverbindungen oder Zwischenprüfungen. "Wir haben uns eine Route über Österreich, Ungarn, Rumänien, Bulgarien und die Türkei ausgesucht", sagt der Mühldorfer Kojer.

Vom türkischen Fährhafen Mersin aus geht es für alle Teams per Schiff nach Zypern. Wen die Insel mit dem Auto durchquert ist, geht es wieder mit der Fähre nach Haifa in Israel und von dort bis zum Ziel nach Jordanien. "Zumindest ist das momentan der Plan", sagt Kojer, "dabei spielt immer auch die Sicherheitslage vor Ort eine Rolle."

Obwohl die Rallye als "Low-Budget"-Variante zu ihrer großen Schwester "Paris-Dakar" gilt, verschlingen die Vorbereitungen und die Durchführung rund 15.000 Euro. Deshalb sind die "Desert Wild Boys", wie sie sich selbst nennen, auch noch auf der Suche nach Sponsoren." Für sie haben sie auch noch Werbeflächen frei auf den frisch in knallgelb lackierten Audis.

Aber sie haben auch ans Sparen gedacht: "Wir haben mit Charly einen Türken dabei, und hoffen, dass wir in der Türkei bei Verwandten und Freunden von ihm unterkommen", sagt Klein, "außerdem haben wir dann einen Heimvorteil, weil er die Sprache spricht." Trotzdem wird die Rallye ein Abenteuer, sind sich die beiden sicher. "Davon werden wir sicher noch unseren Enkeln erzählen", sagt Kojer, "das wird kein Erholungsurlaub, aber dafür werden wir Aspekte von diesen Ländern sehen, die ein normaler Tourist nie kennenlernen wird."

Und dann spielt natürlich auch der Wettkampfgedanke eine Rolle. Als erster Preis winkt immerhin ein Kamel. Nur der Rücktransport könnte schwierig werden: "Weil wir unsere Autos ja spenden, fliegen wir zurück", sagt Daniel Kojer, "also kommt auch das Kamel einem guten Zweck zugute."

Weitere Informationen gibt es unter der Internetadresse www.desert-wild-boys.de.

nl/Mühldorfer Anzeiger

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