Zweifelhaftes Gedenken

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Die Kränze von Gemeinde und KSK sind am Mettenheimer Denkmal geblieben.

Mettenheim/Neuötting - Rechtsextremisten haben nach den Volkstrauertag-Kundgebungen in Mettenheim und Neuötting Kränze am Kriegerdenkmal niedergelegt. Nicht die einzige Aktion der Gruppierung.

Seit Wochen verteilen die Rechtsextremisten Flugblätter.

Schnell handelten die Stadt- und Gemeindeverwaltungen. In Mettenheim und Neuötting wurden die Kränze sofort entfernt. Beide Kommunen haben die Polizei eingeschaltet. Die Kranzniederlegung wurde bekannt beim Treffen von "Mühldorf ist bunt", einem Bündnis gegen Rechtsextremismus, am Dienstag in Mühldorf.

Neuöttings Bürgermeister Peter Haugeneder bestätigte die Aktion auf Anfrage. Als Folge werde eine Satzung beraten, die das Niederlegen von Kränzen durch Neonazis zumindest am Volkstrauertag verhindern soll.

Mettenheims Bürgermeister Stefan Schalk sagte, die Gemeinde habe sofort nach Bekanntwerden den entsprechenden Kranz entfernt. Auch Schalk will sich über mögliche Satzungen informieren.

Mettenheim war bereits im vergangenen Jahr Ziel der Rechtsextremisten. Auch damals war ein Kranz abgelegt worden. Schalk sagte über Rechtsextremisten, er wisse, dass in Mettenheim "wer da ist". Er dürfe aber keine Namen nennen.

Als problematisch schilderte Schalk die Möglichkeiten einer Kommune, gegen rechtsextreme Umtriebe vorzugehen. Derzeit könne man nur das Hausrecht ausüben - aber eben nur dann, wenn man die Leute auch erwische.

Neuöttings Bürgermeister Haugeneder sagte, diese Handlungen der Rechtsextremisten seien nicht strafbar.

Die Rechtsextremisten schildern ihre Aktionen bebildert auf der einschlägigen Internetseite Freies Netz Süd, auf der unter anderem auch auf die zehn NSU-Morde verwiesen wird. Auf dem dort gezeigten Foto der Neuöttinger Aktion mit dem Hinweis "Heldengedenken" sind auch teils unkenntlich gemachte Personen mit Fackeln neben dem Denkmal stehend zu sehen. Die Internetseite wird von dem Teisinger Roy Asmuß bertrieben.

Die Neuöttinger Feuerwehr war am frühen Sonntagmorgen des Volkstrauertages nach einem Einsatz am Gefallenen-Denkmal vorbeigefahren, hatte die Szene bemerkt, war umgekehrt und hatte zumindest vier beteiligte Personen zur Rede gestellt. Nach Angaben des Neuöttinger Kommandanten Rudi Brandhuber waren diese ohne Springerstiefel und Fliegerjacke nicht als Neonazis erkennbar. Sie hätten sich nach seiner Kenntnis nicht strafbar verhalten. Die Feuerwehr war nach Angaben Brandhubers von den Extremisten gebeten worden, das Gedenken nicht zu stören, da es nur mehr fünf Minuten dauern würde. Danach sei der Wagen mit dem Kommandanten zurück zum Feuerwehrgebäude gefahren. Die Stadt sei am Morgen informiert worden. Den auf der Internetseite geäußerten Dank der Extremisten an die Feuerwehr dafür, dass diese die Extremisten gewähren ließ, fand Brandhuber "unglaublich".

Die Extremisten geben auf ihrer Internetseite an, nach der Aktion in Neuötting weiter nach Mettenheim gefahren zu sein, um dort einen Kranz abzulegen. An diesen erinnert nun nichts mehr. Am Kriegerdenkmal sind lediglich der Kranz der Gemeinde und der KSK zu finden.

Aufmerksam auf sich gemacht haben die Rechtsextremisten allerdings schon - wie jetzt bekannt wurde - in der Bürgerversammlung. Dort und in den darauf folgenden Tagen wurden in der Gemeinde Flugblätter verteilt. Nicht der einzige Schauplatz übrigens: Flyer gab es auch am Mühldorfer Bahnhof.

rob/Mühldorfer Anzeiger

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