Meisterkoch Klika

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Bei der Arbeit in der Küche: Marianne Berndl, Bürgermeister Siegfried Klika und seine Gattin Helga.

Waldkraiburg - Wettschulden sind Ehrenschulden. Das weiß auch Waldkraiburgs Bürgermeister Siegfried Klika, weshalb er sich jetzt in der Volkshochschule die Kochschürze umband!

Lesen Sie hier den Originalartikel aus den Waldkraiburger Nachrichten:

Hier kocht der Bürgermeister

Waldkraiburg - Eine Wette hatte Bürgermeister Siegfried Klika kürzlich bei der Volkshochschule verloren. Wettschulden sind Ehrenschulden. Jetzt löste er seinen Einsatz ein. Mit einem selbst zubereiteten Essen für seine Gäste.

Auch Tanja Maderholz, Miss Waldkraiburg und Vize-Miss Bayern, war von dem Vier-Gänge-Menüs begeistert.

Die Volkshochschule schafft es nicht, innerhalb kürzester Zeit das Wort "Lernen" in 50 Sprachen aufzuzeichnen. Er irrte sich. Die VHS schaffte es. Und Bürgermeister Klika musste ran an den Herd. Es hätte etwas ganz Einfaches sein können, wie es VHS-Geschäftsführerin Sabine Meyle erwartete. Schweinsbraten mit gemischtem Salat, vielleicht noch ein Eis mit heißen Himbeeren. Aber nein, das Stadtoberhaupt wagte sich an ein Vier-Gänge-Menü, das er vor Jahren in einem italienischen Restaurant für das Regionalfernsehen produzierte.

Für 18 Uhr waren die Gäste von der VHS geladen worden, aber schon vier Stunden zuvor fanden sich in der Küche zur Vorbereitung Siegfried Klika, seine Gattin Helga, Sabine Meyle und Bürgermeister-Sekretärin Marianne Berndl ein. Sie noch früher, um die Tische festlich mit adventlichem Schmuck zu decken. Rektor Hans Wax, der die Küche in der Hauptschule Dieselstraße zur Verfügung gestellt hatte, staunte schon am Nachmittag über den Schwung, mit dem das Team an die Arbeit ging.

Kocht der Bürgermeister auch zu Hause gelegentlich? Helga Klika schüttelt den Kopf. Und er ergänzt: "Bei mir brennt sogar das Wasser an!" Das dürfte übertrieben sein, denn - wie es alle beobachten können - überall legt er geschickt die Hand an, stellt sich, wenn auch etwas nervös, bestens an. Wenn auch, wie unschwer zu erkennen ist, seine bessere Hälfte die Fäden in der Hand hält. Helga Klika ist der Motor von Anfang an. Schon beim Einkauf, denn dabei fängt die gute Küche an. Nur beste, frische Zutaten hat sie ausgesucht. Und den Geldbeutel ihres Gatten erheblich entlastet.

Der Hauptgang: Barbarie-Entenbrust auf Rotwein-Trauben-Cognac-Soße mit Mandelbrokkoli und Kartoffelmohnklößchen.

Dann beginnt das festliche Abendessen. Der erste Gang: Graved Lachs aus Kanada auf Feldsalat mit einem Honig-Senf-Dill-Dip. Schon kommt das erste Lob. Perfekt! Landrat Georg Huber hebt sein Glas mit einem 2007er-Rotwein Terra di Compo Sasso auf den Küchenmeister und seine Helferinnen. Gleich danach der zweite Gang: Hausgemachte Gnocci gefüllt mit geräuchertem Provolakäse mit zerlassener Salbeibutter und Tomaten. Der Bürgermeister überwacht auch den Service ganz genau: Auf dem Teller der Presse fehlt als Dekoration das Basilikum-Blatt. Sofort bringt er es nach.

Alle 23 geladenen Gäste des Abends sind voll angetan, unter ihnen auch Miss Waldkraiburg und Vize-Miss Bayern Tanja Maderholz, die Teilnehmer eines VHS-Integrationskurses sowie fünf Gewinner eines Anrufbewerbs für dieses Essen. Um 6 Uhr morgens hatte Brigitte Außenmeier aus Schönberg dies in dieser Zeitung gelesen, angerufen und Erfolg gehabt. Und sie alle geraten noch mehr in Entzücken, als der Hauptgang serviert wird: rosa gebratene Barbarie-Entenbrust auf Rotwein-Trauben-Cognac-Soße mit Mandelbrokkoli und Kartoffelmohnklößchen. Einhellige Meinung: Spitze! Vielleicht aber hätte der Brokkoli eine Idee länger blanchiert sein können.

Zum krönenden Abschluss: Mousse au Chocolat. Auch mit weißer Schokolade, denn der Bürgermeister mag das Braune nicht.

Nach zwei Stunden hat Siegfried Klika das Schlusswort mit einem Dank an die Gäste für das Kommen und ihr Vertrauen an seine Kochkunst, vor allem aber an seine fleißigen Helferinnen: "Gut waren wir!"

Die Arbeit für sie war allerdings noch lange nicht vorbei. Jetzt galt es, die Küche zu säubern, zu spülen und alles so herzurichten, wie man es vorgefunden hatte.

kha/Waldkraiburger Nachrichten

Zurück zur Übersicht: Region Mühldorf

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser