Mehr als die Stimme gerettet

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Mohammed Fararseh ist glücklich operiert. Große Freude über ein geglücktes Hilfsprojekt herrschte bei Ärztlichem Direktor Dr. Wolfgang Richter, Mohammed Fararseh, Dr. Reda Agha und Geschäftsführer Heiner Kelbel.

Mühldorf/Betlehem - Die Mühldorfer Kreisklinik hat dem 30-jährigen Palästinenser Mohammed Fararseh einen Tumor an der Schilddrüse entfernt. Chefarzt Dr. Wolfgang Richter hat dem Mann mehr als seine Stimme gerettet.

Die Klinik hat die Kosten für die Operation übernommen.

Mohammed Fararseh arbeitet in der christlichen Abraham-Herberge in der Nähe von Bethlehem. Dort ist er für die christlichen Pilger und deren Unterbringung zuständig.

Dr. Richtmann, ein Freund des Mühldorfer Ärztlichen Direktors Dr. Wolfgang Richter, hat den 30-jährigen Palästinenser bei einem seiner Besuche untersucht und festgestellt, dass Mohammed an einer Erkrankung an der Schilddrüse leidet.

An eine Operation in der Westbank war nicht zu denken, die medizinischen Voraussetzungen sind dort nicht gegeben. Einige Bekannte von Mohammed Fararseh wurden dort bei ähnlichen Erkrankungen operiert und verloren ihre Stimme oder sogar das Leben.

Dr. Richtmann setzte sich mit Dr. Wolfgang Richter in Verbindung und bat um Hife für den jungen Mann. Die Mühldorfer Klinik sagte zu, den 30-Jährigen zu operieren und auch die Kosten dafür zu übernehmen.

Mohammed Fararseh machte sich auf, um nach Mühldorf zu kommen, doch so einfach war das nicht. Palästinenser dürfen von Israel aus nicht nach Europa fliegen. Die nötigen Papiere, um vom Westjordanland nach Amman zum Flughafen zu kommen, nahmen ebenfalls einige Zeit in Anspruch.

Für die Finanzierung der Reise nach Bayern sorgten Dr. Richtmann und die Abraham-Herberge. Ganze 24 Stunden brauchte Mohammed Fararseh um von Bethlehem aus zum Flughafen nach Amman zu kommen.

In München wurde der 30-Jährige von Mitgliedern des Freundeskreises der Abraham-Herberge in Empfang genommen und nach Mühldorf gefahren. Der Waldkraiburger Arzt Dr. Reda Agha stellte sich als Dolmetscher zur Verfügung.

Ärztlicher Direktor Dr. Wolfgang Richter operierte den Tumor an der Schilddrüse weg und der Patient konnte nach nur vier Tagen die Klinik in Mühldorf wieder verlassen. "Das ist bei uns eine reine und einfache Routine-Operation, die wir ohne große Probleme durchgeführt haben. In der Westbank kann diese Behandlung nicht durchgeführt werden", erklärte Dr. Richter.

Mohammed Fararseh hatte richtig Angst vor diesem Eingriff, denn er befürchtete, die Stimme zu verlieren. "Wir haben einen Teil der Schilddrüse mit dem Tumor entfernt und der Patient ist wohlauf", sagte Richter. "Ich danke dem lieben Gott, Dr. Wolfgang Richter und der Mühldorfer Klinik für ihre Hilfe. Deutschland ist bei uns dafür bekannt, dass es der Dritten Welt Hilfe zukommen lässt", stellte Fararseh heraus.

"Wir haben helfen können und das ist für uns sehr wichtig. Der junge Mann kann seinen Pflichten in der Westbank wieder ohne gesundheitlichen Problemen nachkommen", freute sich der Ärztliche Direktor der Mühldorfer Klinik. Gleich zurück in die Westbank geht es für Mohammed aber nicht. Der Freundeskreis der Abraham-Herberge zeigt ihm noch einige bayerische Sehenswürdigkeiten.

sb/Mühldorfer Anzeiger

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