Tourismus: Landkreise sollen helfen

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Der Tourismus als Wirtschaftsfaktor: Regierungspräsident Christoph Hillenbrand.

Mühldorf/Altötting - Rund 380.000 Übernachtungen verzeichnete die Tourismusgemeinschaft Inn-Salzach im Jahr 2010. Das ist ein Plus von 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Altöttings Bürgermeister Herbert Hofauer berichtete vom Übernachtungs-Plus auf der Mitgliederversammlung der Tourismusgemeinschaft Inn-Salzach (TG) im Rathaus Altötting. Hofauer zog eine positive Bilanz durch den Vergleich zu den Übernachtungszahlen im Gründungsjahr 1990. Damals waren es nur etwa 285.000 Übernachtungen.

Die TG profitierte durch ihre Werbung vor allem im Radtourismus mit Themenangeboten wie dem Benedikt-Radweg, aber auch durch den Papstbesuch im Jahr 2006 und die Milliarden-Investitionen der Industrie, die 2006/2007 die Übernachtungszahlen auf das bisherige Maximum von 409.100 hochschnellen ließen.

Hofauer hofft auf Zuwachs zu den bisher 20 Mitglieds-Gemeinden in den Landkreisen Altötting und Mühldorf, die durch die beiden Hotel- und Gaststättenverbände ergänzt werden. Im Blick Hofauers sind vor allem die beiden Landkreise Mühldorf und Alötting. Die TG könne nur "gemeinsam schlagfertig" sein, sagte Hofauer. Finanzielle Unterstützung durch die Landkreise käme recht. Schon jetzt könnte die TG ohne Extra-Zuschüsse von etwa 45.000 Euro durch die Städte Altötting, Mühldorf und Burghausen nicht auf den großen Touristikmessen wie der CMT Stuttgart mit 220.000 Besuchern präsent sein.

Christoph Hillenbrand, Vorsitzender des Tourismusverbandes München-Oberbayern und Regierungspräsident Oberbayerns, wertete den Tourismus als Wirtschaftsfaktor, der jährlich vor Ort etwa 4,1 Millionen Euro an Steuereinnahmen produziere. Für Touristen sei weniger die einzelne Stadt interessant als die gesamte Umgebung des Urlaubszieles. Beworben durch eine Tourismusgemeinschaft würden Kräfte und Gelder für einen Erfolg gebündelt. Der Begriff "Inn-Salzach" ist Hillenbrand zufolge "ausgesprochen gut gemacht", so werde eine Marke vermittelt.

"20 Jahre sind ein guter Anfang", sagte Hillenbrand zur Entwicklung der TG. Seine Vorschläge: ein Fünf-Sterne-Radweg und mehr Qualität im gesamten Angebot. Die Südostbayern-Bahn und deren von den Landkreisen finanziertes Radtransport-Angebot seien ein Vorteil, für den andernorts gekämpft werden müsse.

"Schon erledigt", sagte Hillenbrand zur Bitte Hofauers, er möge mit beiden Landräten über eine Mitgliedschaft in der TG sprechen. Altöttings Landrat Erwin Schneider gilt einer Mitgliedschaft gegenüber ohnehin als aufgeschlossen. Mit Mühldorfs Landrat Georg Huber habe er vor etwa zwei Wochen gesprochen. Hillenbrand nannte auf Nachfrage kein konkretes Gesprächs-Ergebnis. Der Regierungschef sagte, er sei ein Wanderprediger in Sachen Zusammenarbeit. Möglicherweise könne ein schlagfertiges Marketing sogar nur in einer noch größeren Region gelingen.

Hillenbrand konterte den Vorwurf von Burghausens Bürgermeister und stellvertetenden TG-Vorstand Hans Steindl, Bayern würde im Vergleich zu Österreich deutlich weniger in die von Burghausen mit oberösterreichischen Städten gemeinsam durchgeführte Landesausstellung 2012 "Bayern-Österreich" investieren. Während Burghausen einen Staats-Zuschuss von 100.000 Euro zu eigenen Investitionen von 1,4 Millionen Euro erhalte, würden in Österreich elf Millionen Euro an Staatsgeldern aufgewendet. Hillenbrand wies auf eine andere Tradition bei der Tourismus-Finanzierung in Österreich hin, durchaus auch verbunden mit steuerähnlichen Regelungen.

TG-Geschäftsführer Fritz Schmuck berichtete von einer starken Nachfrage bei Raderlebniskarten. Die letztjährige Auflage von 30.000 Stück reiche für dieses Jahr nicht mehr.

Die größten Werbekosten im 152.683 Euro umfassenden Haushaltsansatz 2011 sind wieder die Messen mit 25.400 Euro sowie das Marketing für den Innradweg mit 21.682 Euro und der erneute Nachdruck der Radwanderkarte Inn-Salzach mit 9000 Euro.

rob/Mühldorfer Anzeiger

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