ODU beendet Kurzarbeit

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Mühldorf (ma) - "Verhalten optimistisch" geht der Mühldorfer Steckerhersteller ODU in dieses Jahr. Nach deutlichen Umsatzeinbußen 2009 erhofft Geschäftsführer Dr. Kurt Woelfl heuer ein besseres Jahr.

Die erste Folge des seit Dezember 2009 deutlich gestiegenen Auftragseingangs war das Ende der Kurzarbeit in der vergangenen Woche. Seit Mai 2009 war das Mühldorfer Unternehmen in Kurzarbeit und hat in dieser Zeit auch etwa 50 Stellen durch Vorruhestandsregelungen abgebaut oder Arbeitsplätze auf denen Leiharbeiter beschäftigt waren. Mit 600 Mitarbeitern in Mühldorf geht ODU damit in das neue Jahr. Erklärtes Ziel der Geschäftsleitung war es, dass Personal möglichst weitgehend zu halten, um nach der Krise leistungsfähig zu sein. Insgesamt beschäftigt ODU 900 Mitarbeiter, 100 weniger als im Rekordjahr 2008. Darunter sind 50 Auszubildende, die künftig auch in der Ausbildungssparte des "CNC-Drehers" einen Beruf erlernen können.

Auf 65 Millionen Euro ist der Umsatz laut Woelfl im vergangenen Jahr zurückgegangen, 2008 hatte ODU das bislang beste Ergebnis mit 80 Millionen Euro Umsatz eingefahren. "Das letzte Jahr war das schwierigste seit langem", resumiert Woelfl in der Hoffnung, dass es überwunden ist. Von Dezember bis März seien die Aufträge deutlich angestiegen, Kunden hätten ihre Lager 2009 geleert und müssten jetzt wieder einkaufen.

Trotz der Krise lief 2009 in den USA gut, vor allem im Bereich Medizintechnik blieb ODU stark. Deutlich besser als im Vorjahr entwickelte sich die Sparte "Automotive", in der sich ODU als Alleinlieferant für die neuen Hybridfahrzeuge der Mercedes-S-Klasse etabliert hat. ODU baut die "Tankstecker", mit denen Batterien geladen werden. Derzeit führt ODU Gespräche mit weiteren Autoherstellern, um auch dort für Hybridautos liefern zu können.

Große Erwartungen hat Woelfl an den chinesischen Markt, den die Krise im vergangenen Jahr ebenfalls getroffen hat. "In China geht es jetzt richtig los", berichtet der Geschäftsführer. ODU sei dort bereits sehr stark aufgestellt und habe die Produktion in China erhöht.

Für 2010 stehen laut Woelfl bereits die ersten Investitionen an. So seien einige neue Maschinen für die Kapazitätserweiterung in Mühldorf bestellt.

Auf dem einstigen Vorzeigeprojekt, den Steckerlieferungen für den Transrapid, ruhen dabei nicht mehr die ganz großen Hoffnungen. Lieferungen aus dem Rahmenvertrag seien bislang nur wenige abgerufen worden, wie die Entwicklung weitergehe, sei nur schwer einzuschätzen.

Neu war im vergangenen Jahr die Zusammenarbeit mit den Herstellern von Fotovoltaikanlagen. Hersteller in Deutschland, die Woelfl grundsätzlich als Weltmarktführer bezeichnet, arbeiten mit Steckern aus Mühldorf. Durch den Kontakt ist ein weiteres Vorhaben entstanden, das in den nächsten Wochen das Äußere der Werkshallen verändern wird. ODU vermietet seine Dachflächen an eine Gesellschaft, die dort Fotovoltaikanlagen errichten will. "Dann wird bei uns auch ein bisschen grüne Energie erzeugt", sagt Woelfl.

hon/mr/Mühldorfer Anzeiger

Rubriklistenbild: © re

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