Kulturschupp‘n baut Bühne

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Eine Kleinkunstbühne statt eines Proberaums, davon träumen die Kulturschupp‘n-Vorsitzende Eckmanns und Häckl jun. Jetzt hat erst einmal die brandschutztechnische Renovierung des ehemaligen Finsterbuschgebäudes begonnen.

Mühldorf - Der Mühldorfer Kulturschupp‘n will seine Räume in der Nähe des Bahnhof ausbauen. Mit viel eigenem Geld und Eigeninitiative soll in der ehemaligen Gewerbehalle eine Probebühne entstehen.

Seit knapp zwei Jahren ist der Kulturschuppn gemeinsam mit dem Jugendzentrum "Baracke" im ehemaligen Finsterbuschgebäude in der Mühlenstraße untergebracht. Jetzt will der Verein das Haus in mehreren Schritten zu einer Probebühne umbauen. "Wir wollen das Notwendigste tun, um dort zum Beispiel die Generalprobe halten zu können", erzählt Vorsitzende Magdalena Eckmans. Dazu gehört vor allem der Brandschutz, damit der Raum genutzt werden kann. Auch die Mitarbeiter des Jugendzentrums seien an einem Umbau sehr interessiert, um ihn für ihre Jonglage-Gruppe nutzen zu können.

Die Theaterspieler packen selbst mit an. Bühnenvorhang und Scheinwerfer sind abgebaut, Gestühl, Bühnenbilder und Requisiten stehen abdeckt an den Seiten. Wegen Nutzung des ehemaligen Fabrikgeländes für die Proben seien nach der Änderung des Bebauungsplans durch das Landratsamt strengere Brandschutzauflagen zu erfüllen, erklären Eckmans und technischer Vorstand Hermann Häckl junior.

Das ehemalige Finsterbuschgebäude ist Teil eines Grundstücks, auf dem ein Hotel entstehen soll. Das Haus wird laut Bürgermeister Knoblauch dafür aber nicht gebraucht.

Im ersten Bauabschnitt, der am Wochenende begonnen hat, wird sowohl im Foyer, als auch im Bühnenraum und in der Werkstatt die Styroporverkleidung der Decke abgenommen und Brandschutztüren, Hinweisschilder auf die Notausgänge sowie Feuermelder eingebaut. Feuermelder wird es auch im Dachgeschoss, dem großen Kostüm-, Requisiten- und Bühnenbildfundus des Kulturschuppns geben. Zudem müssen im Erdgeschoss die Fenster verschlossen werden, weil so der geringe Abstand zum Nachbargebäude sonst das Überspringen eines Brandes begünstige, so Häckl. "Und im Theater arbeiten wir mit technischem Bühnenlicht", sagt Eckmans, "da ist Tageslicht ohnehin nicht nötig." Im Probenraum wird dann eine abgehängte Decke mit Wärmedämmung eingebaut und auch die verschlossenen Fensterhöhlen werden gedämmt. "Es geht um die Sicherheit der Mitglieder und Theaterspieler", sagt Eckmans. Eingeplant hat der Kulturschuppn für diese Arbeiten rund zwei Monate Arbeitszeit.

Die Stadt will den Umbau fördern. Insgesamt 18000 Euro muss der Mühldorfer Kulturverein aufbringen, um vor allem Brandschutzauflagen in der ehemaligen Gewerbehalle zu erfüllen. 20 Prozent der Kosten übernimmt die Stadt, das sind 3640 Euro.

Neben dem Fischkopf aus Aenus lagern unter dem Dach des Probenraums unzählige Kostüme und Requisiten. Darunter sind auch die Requisiten der „Mühldorfer Hex‘"

Dem entsprechenden Beschluss ging eine längere Diskussion im Finanzausschuss voraus, da das ehemalige Finsterbuschgebäude in einem Bereich liegt, für den die Stadt derzeit einen Investor sucht. Neben Geschäften soll dort, unmittelbar gegenüber des Bahnhofs, ein Hotel entstehen. CSU-Fraktionsvorsitzende Ilse Preisinger-Sontag und Max Oelmaier (FM) fragten, ob sich für den Verein und die Stadt die Investition in ein Gebäude lohne, das unter Umständen nicht mehr lange genutzt werden könne. "Ist sich der Verein im Klaren, dass das Geld unter Umständen in den Wind geschossen ist?", sagte Oelmaier. Der Verein müsse wissen, dass das Grundstück wertvoll für die Stadt sei und zu Geld gemacht werden könne.

Bürgermeister Günther Knoblauch zerstreute diese Bedenken: Die Gespräche mit Investoren hätten gezeigt, dass die Grundstücke des ehemaligen Finsterbuschgeländes in den Planungen nicht benötigt würden. Er geht davon aus, dass Kulturschupp'n und Jugendzentrum die Räume auf längere Zeit werden nutzen können. "Es gibt keine Überlegungen, den unbefristeten Mietvertrag mit dem Kulturschuppn zu kündigen." Zugleich betonte Knoblauch, dass der Verein eine Baurechtsgenehmigung brauche, um den Probenraum nutzen zu können. Dazu müsse er investieren, um Brandschutzauflagen zu erfüllen.

"Wir wissen um die Möglichkeit, einer anderen Planung", sagte Kulturschuppn-Vorsitzende Eckmans. "Wir verlassen uns aber auf die Aussage des Bürgermeisters, dass der Bereich, in dem wir unsere Räume haben, nicht gebraucht wird."

Die Pläne des Kulturschuppns gehen, zumindest theoretisch sogar noch weiter: "Danach wäre es traumhaft, wenn wir einen zweiten Bauabschnitt anhängen könnten", sagte Eckmans, "mit weiteren Sanitäranlagen, einer Zuschauertribüne und einer Technik-Empore könnten wir aus dem Proberaum eine richtige Kleinkunstbühne machen." Aber das sei ein immenser Kostenaufwand.

Neben dem Zuschuss zum bau erhielt der Kulturschuppn 4000 Euro für seine Aufführungen.

hon/nl/Mühldorfer Anzeiger

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